Was ist, wenn der obhutsberechtigte Elternteil ausfällt?

Lemala
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 10.05.2014
Beiträge: 59
Ich bin momentan wirklich in einer schwierigen Situation:

Ich bin seit 3 Jahren alleinerziehend mit 3 Kindern (jetzt 8, 6 und 4 Jahre alt). Da ich 100%ig berufstätig bin, bekomme ich sehr wenig Frauenalimente. Den Alltag mit den Kindern meistere ich natürlich alleine, bekomme keinerlei Unterstützung (von wenigen Ausnahmen abgesehen) von ihm, obwohl er finanziell enorm davon profitiert, dass ich arbeite. Seit 9 Monaten klappt die Kinderbetreuung nicht und ich rutsche von einer Notsituation in die nächste, weil ich ja nicht einfach zuhause bleiben kann, und der Haushalt und die Unterstützung für die Grosse in der Schule erledigt sich auch nicht von alleine. Wir haben das gemeinsame Sorgerecht, doch ich habe das Gefühl, die ganze Verantwortung alleine zu tragen. In letzter Zeit wird es mir aber zu viel, und seit vorgestern habe ich bei jeder Bewegung solche Schmerzen in der Schulter, dass der Haushalt fast unmöglich zu bewältigen ist. Allgemein fühle ich mich in letzter Zeit ausgelaugt und müde und habe ihn jetzt, da ich das Schultern-Problem habe, um Unterstützung gebeten, die er prompt abgelehnt hat. Ich fühle mich alleine gelassen und auch ausgenutzt von ihm. Die Kinder brauchen aber ein sauberes Zuhause und saubere Wäsche, was ich jetzt unter grossen Schmerzen erledige.
Zur Arbeit fahre ich mit dem Fahrrad, weil es nicht anders geht, aber aktuell kann ich nicht mal meinen Kopf drehen, was gefährlich ist im Strassenverkehr. Ich kann momentan einfach nicht mehr- es ist mir alles zu viel, und das schon seit längerem. Aber all meine Versuche, das Gespräch zu suchen und ihn an seine Verantwortung den Kindern gegenüber zu erinnern, fruchten nichts.
Ich weiss nicht mehr, was ich machen soll und habe mir gedacht, Hilfe bei Behörden zu holen, weiss aber nicht, wo ich diese Hilfe anfordern kann. Oder ist da mein Ex dafür zuständig? Es sind ja auch seine Kinder. Kann er dazu verpflichtet werden, mich in dieser Situation zu unterstützen?
Bin froh um jeden Tipp und Hinweis!!!!!

Danke, Lemala

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 11.05.2014 um 13:03.]
fraulein
Dabei seit: 26.10.2003
Beiträge: 1596
Welche Unterstützung erwartest du von deinem Ex-Mann? Gemeinsames Sorgerecht heisst im Alltag nicht, dass jeder sich gleichviel am Alltag der Kinder automatisch beteiligt. Wenn du das Obhutsrecht hast, liegt der Alltag nun mal bei dir.

Du hast scheinbar kein harmonisches Scheidungs-Leben mit deinem Ex. Dafür habt ihr eine Scheidungskonvention. Im Rahmen der Konvention kannst du die vereinbarten Massnahmen nötigenfalls vor Gericht einklagen, ob es dann aber im Alltag wirklich was ändert, ist damit nicht garantiert.

Also solltest du dir zum einen klarwerden, dass du mit deinem Ex-Mann nicht den Traum-Vater deiner Kinder hast und es auch nicht erzwingen kannst. (War er das denn überhaupt in eurer Ehe?)
Wenn du diese Erkenntnis hast, wirst du erkennen und klären müssen, wo die Prioritäten in deinem Alltag liegen. Muss man jeden Tag staubsaugen, waschen oder was auch immer, wenn man daneben noch 100 % berufstätig ist? Was heisst Unterstützung in der Schule? Kinder sollen selber lernen lernen und Hausaufgaben muss man nicht durch ständiges danebensitzen kontrollieren. Du scheinst extrem hohe Ansprüche zu haben und die laugen dich aus.

Wird die Kinderbetreuung durch ihn übernommen? Oder ist das eine Tagesmutter? Krippe? Mittagstisch? Wenn das nicht klappt, musst das neu und klar organisieren und nicht larifari irgendwie behelfsmässig regeln.

Wende dich an eine Familienberatung oder an andere soziale Dienste, die dich beraten und unterstützen. Offene Worte an andere Mütter hilft oftmals auch und man bekommt Unterstützung von Seiten, an die man nie gedacht hätte.

Für die momentane gesundheitliche Situation gibt es Aerzte und Medikamente, die überbrücken helfen.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 11.05.2014 um 13:26.]

Partner, 4 Kinder mit teilweise Schwiegerkindern, aktuell 2 Enkel :-)
Stricken, Lesen und immer wieder an meinem Lieblingsplatz sitzen und den Bäumen zuhören.
Lemala
ThemenerstellerIn
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Ich erwarte von ihm, dass er sich seinen Möglichkeiten entsprechend mit um die Kinder kümmert, solange ich so eingeschränkt bin. Es kann nicht sein, dass ich allein verantwortlich bin. Es sollte doch in einer Form geregelt sein, was passiert, wenn ich ausfalle. Dann ist er doch automatisch für die Kinder zuständig, oder?
Lemala
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 10.05.2014
Beiträge: 59
Was mich einfach extrem sauer macht, dass er überall rumtönt (Schule und SPD), immer für seine Kinder da zu sein, sich aber ausserhalb der Besuchswochenenden und Ferien keinen Deut um die Kinder kümmert, keine Besuche, nicht mal einen Anruf.
Das jetzt momentan ist keine Alltagssituation, und da wir BEIDE Eltern unserer Kinder sind, ist es nicht zu viel verlangt, wenn er sich auch mal kümmert.
Universum
Dabei seit: 13.05.2013
Beiträge: 1515
Lemala, aber dein Mann ist ja auch berufstätig, und es müsste ja dann die ganze Betreuungssituation über den Haufen geworfen werden, wenn er jetzt einspringen müsste. Oder wohnt ihr so nah, dass die jetzt vorhandene Kinderbetreuung während den Arbeitszeiten beibehalten werden kann?

Mein Eindruck ist, dass du so nur noch mehr Energien verschwendest, wenn du dich gegen die Entscheidung deines Ex-Mannes auflehnst.
Habt ihr keine andere Unterstützung in der Familie, auf die du vorübergehend zurückgreifen könntest? Zb. Grosseltern der Kinder, Paten?

Wegen deiner gesundheitlicher Probleme? Schreibt dich dein Hausarzt nicht vorübergehen krank? Und je nach Versicherungsdeckung bei der KK kann er dir doch auch eine Haushalthilfe der Spitex verschreiben. Das ist aber ja nur vorübergehend. Ich denke, du kommst nicht darum herum, deine ganze Situation zu durchleuchten und Änderungen vorzunehmen.
Ist es denn nötig, dass du 100% arbeiten musst? Allenfalls würden ja 80% auch reichen, du bekommst ja noch Kinderalimente und ein wenig Frauenalimente wie du schreibst.

Versprich nichts, wenn Du glücklich bist.
Antworte nicht, wenn Du wütend bist
und triff keine Entscheidungen wenn Du traurig bist.

Autor unbekannt.
KlaraM
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"Universum" schrieb:

Ist es denn nötig, dass du 100% arbeiten musst?


Warum geht diese Frage eigentlich immer an die Mütter und nie an die Väter?
Universum
Dabei seit: 13.05.2013
Beiträge: 1515
Weil in diesem Fall die Themeneröffnerin etwas ändern muss weil der Vater ja nicht will.

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Autor unbekannt.
Universum
Dabei seit: 13.05.2013
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Zudem können dann allenfalls auch die Frauenalimente erhöht werden, weil sie ja offensichtlich überfordert ist mit ihrem 100% Pensum.

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Autor unbekannt.
KlaraM
Dabei seit: 01.03.2013
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Schon klar, aber eine Lösung wäre ja vielleicht die jetzige Aufteilung zu überdenken. Zwei Elternteile, die beide 100 % arbeiten, mit drei Kindern in diesem Alter, das ist eine ungeheure Belastung, die z. Zt. offenbar hauptsächlich die TE trägt.
Universum
Dabei seit: 13.05.2013
Beiträge: 1515
Ja, sie kann es ja mal versuchen. So wie ich den Eröffnungstext von ihr interpretiere, lässt sich mit diesem Mann wohl nicht grossartig verhandeln. Zudem läuft sie meiner Meinung nach so ziemlich am Limit mit ihren Nerven. Von daher mein Rat zur Soforthilfe: ihr Pensum reduzieren.

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