Was ist, wenn der obhutsberechtigte Elternteil ausfällt?

Lemala
ThemenerstellerIn
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Eigentlich ist es so, dass der betreuende Elternteil nicht zur Arbeit verpflichtet werden kann, bis das jüngste Kind 10 Jahre alt wird. Danach wird eine Erwerbstätigkeit von 50% als zumutbar erachtet, bis das 16. Lebensjahr erreicht wird. Danach 100%.
Wenn man drin ist in der Mühle hat man keine Zeit sich darüber Gedanken zu machen, was und wie viel man leistet- man ist einfach froh, wenn man es einigermassen auf die Reihe kriegt. Aber es tut auch gut zu hören und zu lesen, dass man eine beachtliche Leistung erbringt und auch das Recht oder sogar die Pflicht hat, auch an sich zu denken. Es ist schon richtig so, dass es auch den Kindern gut geht, wenn es mir gut geht. Dieser Gedanke stand bei mir bisher nicht so im Vordergrund, sondern eher, möglichst fehlerfrei zu funktionieren. Aber ich sehe ein, dass ich innerhalb einer vernünftigen Frist etwas ändern muss und mich nicht auf meinen Ex verlassen darf.
Lemala
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Gita, ich hatte bis vor einem Jahr jemanden, der bei uns gewohnt hat und unter sehr unschönen Umständen von einem Tag auf den anderen gegangen ist. Das ist mit ein Grund, weshalb ich davor zurückschrecke, wieder jemanden bei uns wohnen zu lassen… Von einem Tag auf den anderen musste ich eine Betreuung organisieren und habe dann jemanden gefunden, der ab sofort zur Verfügung stand, weil sie arbeitslos war. Dann hat sie eine Stelle gefunden, und ich musste mich wieder neu orientieren. Aktuell schaut das Nachbarmädchen zu den Kindern, weil sie bis zu den Sommerferien kein Praktikum gefunden hat und die Kinder sie gut kennen (wollte den Kindern nicht wieder eine fremde Person zumuten). Als wirklich Pech! Und ich musste jedes Mal schnell reagieren und eine Lösung finden, weil ich ja zur Arbeit gehen musste. Diese Situation und das Wissen, dass auch die Notlösungen nur auf Zeit waren, aber nicht zu wissen, wann genau der Zeitpunkt kommen wird, wenn ich mich wieder nach jemandem umsehen muss, hat mich schon sehr gestresst...
gita
Dabei seit: 07.10.2007
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@lemala
Oje, da hast Du ja schon einiges erlebt mit der "Kinderbetreuung im eigenen Haus", und wir haben noch gemeint, Dir damit einen guten Tip zu gebenbanghead.gif
Ich hoffe sehr, dass das Nachbarsmädchen bis zu den Sommerferien "durchhält", und Du bald eine gute Seele findest, die Dich danach bei der Betreuung und im Haushalt unterstützt! Ich wünsche Dir alles Gute und vorallem gute Besserung!
kaye
Dabei seit: 25.11.2009
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Ui, da hast Du aber Glück, dass das Nachbarsmädchen für 38Std/Woche den Kindern schaut und dafür nur wenig Geld will!!!!
Ich glaube, Du rechnest zu knapp. Du wirst kaum jemanden finden, der Dir so flexibel, aber trotzdem zuverlässig/längerfristig zur Verfügung steht und für 25Fr/Std. nicht nur drei Kinder betreut, sondern auch gleich noch kocht, putzt und wäscht in den paar Stunden, wo die Kinder zuhause sind. Da finde ich ein AuPair schon realistischer, und die 25Std reichen ja offenbar ab August aus. Wenn Du jetzt zu suchen anfängst, könnte es bis dahin klappen.
Aber auf jeden Fall würde ich mal die finanzielle Situation mit Hilfe einer Fachstelle genau betrachten. Ich glaubte immer, die Kinderalimente werden für den Grundbedarf berechnet, und teure Kinderbetreuung kommt extra dazu? Denn entweder Du arbeitest nicht, betreust die Kinder selber und kriegst höhere Frauenalimente, oder aber Du arbeitest, die Kinder kosten beträchtlich mehr, und du kriegst höhere Kinderalimente, um die Betreuung zu bezahlen. So würde ich jedenfalls argumentieren. Denn 2000.-/Monat für die Betreuung von drei Kindern ist extrem günstig! Ich würde eher denken, das geht gegen 4000.-.
gita
Dabei seit: 07.10.2007
Beiträge: 385
Andere Frage: Gibt es an Deinem Wohnort auch einen Mittagstisch/Schülerhort? Im Gegensatz zur privaten Betreuung müsstest Du Dich dann nicht um um die Personalfrage kümmern...
Pippilangstrumpf
Dabei seit: 25.10.2007
Beiträge: 1243
hallo lemala

für ein aupair aus der ch musst du die schulkosten nicht übernehmen. damit reduzieren sich die kosten beträchtlich!

schau doch mal hier: www.profilia.ch

liebe grüsse

Pippilangstrumpf
marilla
Dabei seit: 19.04.2007
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Mal ein anderer Gedanke: wenn Du im Monat ca. 1300.-- für ein Aupair finanziell verkraften könntest, wieso kannst Du dann Dein Arbeitspensum nicht um diesen Betrag zugunsten von Dir und Deinen Kindern reduzieren?
kaye
Dabei seit: 25.11.2009
Beiträge: 963
@mairlla: weil sie ja bei einer Reduktion (um ca. 20%?) trotzdem noch Kinderbetreuung braucht und bezahlen muss!
Lemala
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 10.05.2014
Beiträge: 59
kaye, genau so ist es…

Dazu kommt, dass ich bei einer Reduktion von 20% 1400.- Fr. weniger verdiene, aber nur 350.- Fr. weniger Betreuungskosten habe. Ausserdem erfülle ich die Voraussetzung der Bank nicht mehr und auch steuertechnisch verliere ich, da ich die Kosten für die Betreuung ja abziehen kann.

Ansonsten überlege ich immer noch, was für die Kinder und mich die beste Lösung ist, und ich tendiere zu einer Haushaltshilfe/Kinderbetreuung. Ich habe hin und her gerechnet und es ist so, dass ich bei 100% bleiben muss, damit es aufgeht, denn ich kann nicht darauf spekulieren, dass mein Ex mehr zahlen muss, ausserdem werden das niemals 1400.- monatlich sein, denke höchstens 300-400.- Fr.
Meine Schulter hat sich schon sehr gebessert, zum Glück. Es war der kalte Luftzug vom Fahrradfahren, der zu den Problemen und den Schmerzen geführt haben.
Ist schon eine komplexe Sache, das Ganze...
Xenia2
Dabei seit: 26.04.2004
Beiträge: 953
Fr. 300 - 400.- pro Monat? Tschuldigung, aber da kommt dir niemand arbeiten.
Meine Lehrtochter hat 1050.- Brutto. Abzüglich AHV und Kost Logis bin ich bei 380.-
Das ist aber eine Lehrtochter, die hier wohnt.
Ein Au Pair darf "nur" 35h/Woche arbeiten. Meist "nur" Kinderbetreuung, kaum Haushaltarbeit. Da bleibt dir diese Arbeit dann noch am Abend zu machen...


In jeder Minute, die du mit Ärger verbringst, verschwendest du 60 glückliche Sekunden deines Lebens!