ADHS / ADS - wie lebt sich damit

coschei
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 06.06.2013
Beiträge: 2
hallo zämme

ich mache eine veriefungsarbeit über ADHS/ADS ... daher brauche ich eure hilfe..
mich würden einige antworten intressieren..

spüren die betroffenen kinder dass sie speziell sind ?
wie geht es dem umfeld von einem betroffenen kind ?
ist hier im forum eine erwachsene- betroffene Person ?

wie denkt ihr ist die aussicht von eurem kind ?

vielen dank im voraus für diejenigen die sich zeit für meine fragen genommen haben.
monster
Dabei seit: 14.01.2003
Beiträge: 389
Ja
Unterschiedlich
Ja

Schön ins Grüne...

Im Ernst, etwas genauere Fragestellungen wären hilfreich. Das würde dir die Auswertung auch vereinfachen.




Ach wie gut, dass niemand weiss, dass ich ... heiss! icon_razz.gif


Ach wie gut, dass niemand weiss, dass ich ... heiss! :-P
coschei
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 06.06.2013
Beiträge: 2
monster : in wiefern bemerkt deine betroffene person dass sie anderst ist ?
wie geht es dem umfeld von eurer betroffener person ? ( haben sie schwirigkeiten, akzeptieren sie es und gehen sie total normal wie mit jederer weiteren person um , behandeln sie mit sanftpfoten ? )
sind sie die erwachsene betroffene person mit adhs/ads ?
sind die aussichten "normal" mit lehre und abschluss ?

ja ich dachte mir ich schreibe die fragen mit absicht nicht zu genau, dachte mir es gibt keine minimalisten die mit ja und nein antworten sondern von sich aus ihre erfahrungen schreiben möchten.icon_smile.gificon_smile.gificon_smile.gif


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 07.06.2013 um 12:06.]
Franz Josef Neffe
Dabei seit: 17.11.2006
Beiträge: 1028
ADHS ist ein keineswegs nur ein personales sondern vor allem doch soziales Problem. Da erstaunt es mich doch als Ich-kann-Schule-Lehrer ganz extrem, wie einseitig man nur immer mehr an dem betroffenen Kind herummacht.

Nehmen wir nur einmal das Wort Aufmerksamkeitsdefizit!
Wir tun alle ganz selbstverständlich so, als handle es sich dabei um ein (krankhaftes) Defizit im Kinde. Dabei müsste uns die konkrete Beobachtung doch jedesmal zeigen, dass das DEFIZIT stets die Erwachsenen haben, die mit immer mehr DRUCK die Aufmerksamkeit nicht auf sich ZIEHEN können.
Es ist IHR FEHLER.
Mit Druck kann man nicht ziehen.
Man kann gut beobachten, wie dann bei immer MEHR DRUCK die Probleme wachsen und wachsen.
Druck komprimiert Mensch + Problem; das ist das exakte Gegenteil von LÖSUNG.
Dennoch steigert man den Druck in der Pädagogik immer sublimer. Das ist stur dumm gehandelt.
In der neuen Ich-kann-Schule heißt ADHS folglich: Alle Dummen haben´s schwer."
Druck drückt nach unten.
Die Entwicklung und der Mensch soll aber doch vorwärts kommen.
SOG ZIEHT NACH VORN.
Deshalb ist in der neuen Ich-kann-Schule SOG das Grundprinzip.
Statt Druck zu machen lasse ich mir was einfallen, was ZIEHT.
Mit SOG kann man nämlich auch die Kräfte mühelos punktgenau lenken.
Es ist ein Unterschied, ob man "mit Druck" oder "mit Sog" denkt.
Neu Denken kann man lernen.
Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe

"Wenn ich Sie in dem Irrtum lasse, dass ich es bin, der Sie gesund macht, dann mindere ich Ihre Persönlichkeit!" Émile Coué
Smile79
Dabei seit: 07.04.2009
Beiträge: 2397
Für mich ist es sehr schwer zu Antworten.

Wenn man bedenkt was Adhs ist und was es nicht ist, kann man schlecht eine absolute Antwort finden.

Es gibt so viele Faktoren, die mit eine Rolle spielen.

Was ich nicht gut finde, für die Entwicklung der Kinder (egal ob adhs oder nicht) - vorab schon Vorhersagen zu wollen - wie die Zukunft aussehen wird.
Es gibt immer einen Weg zum Ziel - mit Adhs ist der Weg wahrscheinlich anders als üblich - doch das heisst nicht, dass man nicht ans Ziel kommt.

Dazu kommt - die Selbstwahrnehmung korreliert oft mit der Fremdwahrnehmung.

Das Positive wenn man selbst betroffen ist, finde ich, man bringt mehr Verständnis für die "Schwierigkeiten" des Kindes auf. Was mich etwas verunsichert, ist, der heutige doch stärkere Leistungsdruck, den man sich praktisch nicht entziehen kann. Das ist heute einfach so - ohne Schuldige suchen zu wollen.

Kinder müssen heute sehr viel früher in manchen Dingen selbstständig sein können - hin zum "Perfekten" in der Reihe tanzen. Nein, ich finde nicht
dass man jetzt speziell die Samt - handschuhe anziehen sollte - doch vielleicht mehr Hilfe zur Selbsthilfe im Alltäglichen. Weil ja ständig durch Ablenkung "geplagt" jegliche kleine Entscheidung zur Herausforderung wird. Hilfe Strategien zu finden - wie mit dem "inneren Stress" umgehen - da "wir" es schwer haben, eine Struktur zu finden ist es sicherlich nicht verkehrt, diese von Aussen zu bieten.

Wenn man bedenkt, dass es nicht an der zu geringen Aufmerksamkeit liegt sondern ein konzentriertes an einem Thema arbeiten, bedingt allem "Unwichtigem" eben in dem Moment keine Aufmerksamkeit zu schenken - als Betroffener ohne Reizfilter ist dies schwer.

Man vermutet, dass Betroffene um ein Drittel seinen Altersgenossen, was die REIFE betrifft hinter her hinken (NICHT die Intelligenz - bitte nicht verwechseln) - ist es auch logisch, dass in manchen Dingen man überfordert wird - nur so nebenbei, was die Lehre betrifft.

lg

Smile79
Dabei seit: 07.04.2009
Beiträge: 2397
Ups und jetzt habe ich keine Fragen beantwortet:
Nur meine Subjektive Meinung, dazu kommt noch, dass man uns
nachsagt keine gute Selbstwahrnehmung zu haben icon_smile.gif

- Hat nicht jeder das Gefühl "speziell" zu sein? Im Vergleich, glaube ich,
hatte ich schon immer das Gefühl anders zu sein. Meine Kinder weiss ich nicht, weil ich versuche ihnen das Gefühl zu geben, dass sie so wie sie
sind schon richtig sind - immer strickte Trennung zwischen Persönlichkeit und
wie sie Handeln.

Bitte bedenken, dass ich nur aus meiner Sicht antworten kann - und
es sehr schwer ist zu verstehen - wie andere, die anders denken - denken.

- Umfeld, da adhs wohl eine Genetische Komponente hat, sind wir als Familie eben nicht Konform - ein Stück weit kann man sich anpassen - doch alles was andere nicht in ihrer Freiheit tangiert - machen wir so, wie es für uns am "Besten" geht. So sind unsere Kinder mal etwas lebhafter oder impulsiver - doch wir sind es auch - viele Situationen umgehen wir,
indem wir sie vermeiden oder andere Wege gehen.

- Die Zukunft - wird die sein, die kommen wird - lebe jetzt. Wir versuchen den Kindern eine Orientierung und Werte vorzuleben, was sie später daraus machen - liegt nicht an uns. Das Leben besteht nicht "nur" aus Leistung und nur aus Erfolg - viel wichtig finde ich, die Kinder in dem was sie tun (werden) zu unterstützen und eben auch mal eine gewissen "Standhaftigkeit" zu zu trauen. Wenn sie das lernen dürfen, was sie Interessiert wird es schon gut kommen.

lg
Franz Josef Neffe
Dabei seit: 17.11.2006
Beiträge: 1028
Man kann es m.E. gar nicht hoch genug einschätzen, wenn Erwachsene Kindern etwas zutrauen und ihnen eine positive Grundhaltung zum Leben vorleben. Von anderen etwas verlangen ist etwas ganz Anderes als es selbst erst einmal vorzumachen und offenbar zu machen, dass es einem selber damit GUT geht. In Pädagogik und Therapie werden viel zu regelmäßig Dinge verlangt, die man selbst noch nie gemacht hat, selbst nicht kann, selbst nicht zu lernen bereit ist oder von denen man nicht einmal jemand kennt, der konkret davon Nutzen gehabt hätte. Gerade Profis machen es viel zu oft nur, weil es gerade auf dem Dienstplan steht.
Wer das Gute durchdrücken will, erreicht - ganz gesetzmäßig: actio = reactio - das Gegenteil. Man kann mit DRUCK NICHT die Aufmerksamkeit auf sich ZIEHEN.
Ein persönliches Beispiel zu berichten wie Smile, mag auf den ersten Blick nicht so mächtig erscheinen, doch es hat feine Sogwirkung auf die entscheidenden feinen Kräfte von Geist & Seele, die sich nur so fein lenken lassen. Deshalb verdienen so einfache Beispiele, die die Sehnsucht, das Ziel zu erreichen, bewusst machen und eine Stärkung dafür geben, besonderen Respekt.
Ich grüße herzlich.
Franz Josef Neffe

"Wenn ich Sie in dem Irrtum lasse, dass ich es bin, der Sie gesund macht, dann mindere ich Ihre Persönlichkeit!" Émile Coué
Smile79
Dabei seit: 07.04.2009
Beiträge: 2397
@fjn

icon_redface.gif - Danke.

p.s. was mich etwas stört, die fokussierung beim thema adhs auf das sich "sorgen".... sorgen ist gleichbedeutend mit angst.... angst ist nicht per se schlecht, es schützt uns vor gefahr. doch ein zu viel davon verstärkt den zweifel - und den selbstzweifel.

aktion - reaktion - wie soll auch ein kind auf die aktion (sorge der eltern) wohl reagieren, wenn die eltern ihre ängste auf das kind projekzieren. gut möglich, dass die schlimmsten sorgen sich genau darum bewahrheiten.

nicht nur, du denkst also bist du... sondern auch, du bist, was du denkst. da finde ich die geschichte der frösche, die ein wettkampf bestreiten ein ganz gutes beispiel.

lg
Franz Josef Neffe
Dabei seit: 17.11.2006
Beiträge: 1028
Ich befasse mich schon über 30 Jahre mit den Auswirkungen, die der Mensch mit dem, was er denkt + fühlt + ausstrahlt, auf andere hat.
Jeder Vater, jede Mutter, jede Lehrkraft kann durch einfache Beobachtung + Einfühlen in a) ihre eigenen Gefühle + b) die Entwicklung des Kindes erkennen, ob das, was man will, so besser oder immer schlechter funktioniert.
Wenn man diese feinen Wirkungen frühzeitig erkennt und korrigiert, kann man sich über 90 % der üblichen pädagogischen Bemühungen sparen. Manchmal sind diese Bemühungen gar nicht so schlecht, aber knapp daneben ist eben auch daneben. Mit mehr Genauigkeit bekämen die Bemühungen mehr Erfolg.
Kinder brauchen Erwachsene nicht, um von ihnen zu lernen, wie man sich Sorgen um Kinder macht. Kinder brauchen Erwachsene vor allem als Vorbild für "Wie bewältige ich mein Leben?". Wo finden sie einen Erwachsenen, wo sie sich sagen: "Wie macht der es nur, dass es ihm so gut geht? Das möcht ich auch können!"
Weiterhin also viele schöne, gute Erfolge!
Franz Josef Neffe

"Wenn ich Sie in dem Irrtum lasse, dass ich es bin, der Sie gesund macht, dann mindere ich Ihre Persönlichkeit!" Émile Coué