Asperger/ P O S

;o)tja
Dabei seit: 11.02.2007
Beiträge: 3402
fjn - warum muss das benennen eines "problems" eine ohnmachtsbezeichnung sein?

warum kann das erkennen und benennen einens problems nicht ein weg sein um danach der person richtig helfen zu können und sie nicht mehr als versuchskaninchen zu brauchen?

ich weiss nicht, wo unser jüngster gelandet wäre, wenn wir seine "probleme" nicht hätten benennen können. ich kenne den leidensweg meines neffen, bei dem hat es niemanden interessiert, warum er so reagiert, wie er es tat. seine eltern waren nur hilflos und wurden von vielen miterziehenden überzeugt, dass sie ein unmögliches, freches, faules kind hätten. ihm wäre viel erspart geblieben, wenn man sein "problem" benannt hätte und dann den richtigen gemeinsamen weg gefunden hätte.

klickklack - ob dein sohn pos oder asperger hat, das musst du am besten den arzt fragen, der mit ihm gearbeitet hat. irgendwie lese ich auch deinem text, dass die eigentliche diagnose feststeht, dass es nur die frage ist, wie man es der iv verkauft. sicher musst du aufpassen, dass die fachpersonen die ev. mit deinem sohn arbeiten werden, die richtige diagnose bekommen!

maul halten, land gewinnen, sicherheitabstand!
Franz Josef Neffe
Dabei seit: 17.11.2006
Beiträge: 1040
@;o)tja:
Gegen das Erkennen und Benennen des Problems hab ich doch nie etwas gesagt.
Griech. Pro-Blema (von ballein = werfen) ist der Ball, den dir das Leben zuspielt, um damit weiterzuspielen. Durch das Problem zeigt Dir das Leben, dass Du noch im Spiel bist. Probleme sind Lebensaufgaben.
Probleme, Fehler, Schwächen, das alles sind WEGweiser. WEGweiser weisen von sich WEG. Wenn wir ein Leben lang um den WEGweiser "Zürich 120 km" tanzen, kommen wir nie nach Zürich. Der WEGweiser weist uns WEG.
Die auftretenden Fehler, Schwächen, Probleme,... mahnen uns, uns um die Kräfte & Talente zu kümmern, mit denen der Mensch für die Lösung BEGABT ist. Diese Kräfte, denen es schlecht geht, brauchen nicht eine lat.-griech. Krankheitsbezeichnung: sie brauchen HILFE. Sie brauchen unsere Achtung, unsere Anerkennung, Stärkung, unsere verlässliche Freundschaft und unseren Glauben an sie. Von formalen Übungen, Definitionen, Schablonen u.ä. werden geschwächte Talente weder satt noch stark.
Sei mir nicht böse, aber davon dass ich Dir einen Defekt zuschreibe und ihm einen griech./lat./engl. Namen gebe, weiß kein Mensch auch nur ein Gramm mehr über Dich.
Blos weil ich behaupte, Du hättest POS, versteht Dich kein Mensch besser, bloß deswegen ändert kein Mensch seine Einstellung, mit der er Dich sieht und behandelt. Die meisten Menschen wissen überhaupt nicht, wie man konkret Einstellungen ändert.
Es ist ein makabres Spiel, sich selbst unter den vermeintlichen Schutz einer Krankheitsdefinition zu stellen. Dadurch werden nur noch mehr Abhängigkeiten konditioniert.
Was sind denn das für Menschen, die Dich mit dummer Sturheit ständig "ein unmögliches, freches, faules Kind" nennen und das ungestört weiter und das Problem immer größer machen!? In alten Zeiten suchte sich der Geringgeschätzte in der Not schützen, indem er behauptete, eine ansteckende Krankheit zu haben. Soll das im 21 Jahrhundert immer noch als "Problemlösung der Verzweifelten" weitergehen? Sollen wir wirklich weiter unsere Kinder für ein dermaßen menschenverachtendes System krankdefinieren?
Ich finde die Kinder OK und das werde ich auch immer a) sagen und b) ggf. demonstrieren.
Was sind denn das für Fachpersonen, vor denen Du schon warnst, man müsse aufpassen, dass sie die richtige Diagnose bekommen??? Wenn ich so von Fachpersonen denke, würde ich doch langsam anfangen, auch die eigenen Fähigkeiten fachlich hochzuschätzen, von ihnen Gebrauch zu machen und mich mit ihnen zu entwickeln. Bei den Lebensläufen, die ich mir angesehen habe, würde ich stets die Fähigkeiten der Mütter recht hoch einschätzen, wenn die nur einmal ihre eigenen Talente reflektieren und ihre Güte erkennen und damit souverän auftreten lernten.
Was wir benennen müssen, wenn sich was ändern soll, sind die konkreten Fähigkeiten in allen Beteiligten und wie sie damit umgehen. Vor der Wiederholung von Fehlern - die sich wie ein rotes Band durch das Leben der beteiligten und nicht bloß der direkt Betroffenen ziehen - schützen keine Krankheitsdefinitionen sondern nur Bilanz + Reflexion. Ich wünsche guten Erfolg.
Franz Josef Neffe

"Wenn ich Sie in dem Irrtum lasse, dass ich es bin, der Sie gesund macht, dann mindere ich Ihre Persönlichkeit!" Émile Coué
Bettyyy
Dabei seit: 05.12.2014
Beiträge: 14
Aufpassen sollte man aber bei Asperger Syndrom genau, ob das Kind schüchtern ist (genetisch bedingt und andere Verhaltensweisen natürlich bedingt) oder wirklich unter dem Syndrom leidet. Denn autistisches Verhalten bei Menschen mit dem AS kann man nicht mit bloßem Auge beurteilen. Da muss ein Fachexperte ran.
Bettyyy
Dabei seit: 05.12.2014
Beiträge: 14
Bei Asperger Autismus lässt sich nicht immer auf den ersten Blick herausstellen, dass es eine Form des Autismus ist.
saluti :-)
Dabei seit: 20.03.2012
Beiträge: 42
Das Thema ist ja uralt! Da werde ich gleich wehmütig wenn ich Beiträge von all den "alten Hasen" lese, die heute hier nicht mehr aktiv sind!
Seminararbeit
Dabei seit: 05.05.2015
Beiträge: 2
Hallo zusammen,

mein Name ist Franziska Schellenberger und ich besuche derzeit ein Sozialwissenschaftliches Gymnasium. Ich schreibe im Bereich Psychologie eine Seminararbeit über das Asperger-Syndrom. Aufgrund dieser möchte ich eine kurze Umfrage über dieses machen.
Sie wären mir eine sehr große Hilfe, wenn Sie mir 10 Fragen beantworten und es dauert nur wenige Minuten. Sie müssen nicht alle Fragen beantworten.

Hier geht es zum Link

https://www.umfrageonline.com/s/a63c9ec


Ich danke Euch/ Ihnen jetzt schon sehr.

Mit freundlichen Grüßen

Franziska Schellenberger