Behindertenheim

monavetterli
ThemenerstellerIn
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Meine Schwester kommt gerade von einer Kreuzfahrt zusammen mit ihrem Mann zurück. Dort haben sie ein Rentnerpaar getroffen und sind mit denen ins Gespräch gekommen. Sie erzählten, dass sie eine 25-jährige Tochter mit Downsyndrom haben, die in der Schweiz in einem privaten Behindertenheim ist. Dabei soll hormonelle Verhütung für Frauen ab 16 Jahren obligatorisch sein, sonst ist eine Aufnahme gar nicht möglich bzw. bei Verweigerung der Rausschmiss unumgänglich. Ab 16 nahm sie täglich die Valette und seit sie 20 Jahre alt ist wird sie alle drei Monate gespritzt. Meine Schwester und ich fragen uns, ob diese Geschichte überhaupt wahr sein kann icon_rolleyes.gif. Hat auch schon jemand davon gehört/gelesen oder selber Erfahrungen gemacht.
Universum
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Was ist deine Frage?

Versprich nichts, wenn Du glücklich bist.
Antworte nicht, wenn Du wütend bist
und triff keine Entscheidungen wenn Du traurig bist.

Autor unbekannt.
monavetterli
ThemenerstellerIn
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Musst halt bis zum Ende meines Beitrags lesen. Dort steht 'Hat auch schon jemand davon gehört/gelesen oder selber Erfahrungen gemacht'. Kommt mir irgendwie vor wie eine Frage. Dir nicht?
Universum
Dabei seit: 13.05.2013
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icon_rolleyes.gif
Ich habe es schon gelesen... Aber WAS fragst du dich? Ob die Geschichte wahr ist, oder stellst du die obligatorische Verhütung für geistig Behinderte in Frage?

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Autor unbekannt.
monavetterli
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Verstehe nun deine Frage. Ich stelle keinesfalls in Frage, dass es sich in diesen Fällen um eine sinnvolle Massnahme handelt. Erstaunt bin ich nur, dass es eine Bedingung ist für die Heimbewohnerinnen und obligatorisch. Allerdings wären in meinen Augen Sterilisationen sinnvoller. So müssten die Mädchen/Frauen nicht dauernd die Pille zu sich nehmen oder gespritzt werden.
RenaW
Dabei seit: 06.10.2005
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Mona, Zwangsterilistationen waren früher gang und gäbe: http://www.beobachter.ch/dossiers/dossier-fremdplatziert/artikel/zwangssterilisation_schweiz-verweigert-wiedergutmachung/

Und so ist es heute: https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20031506/index.html

Ich finde es eine Zweischneidige Geschichte. Einerseits find ich vernünftig, dass verhütet wird, weil sich Menschen mit geistiger Einschränkung wahrscheinlich gar nicht über die Konsequenzen vom Kinder kriegen im klaren sind. Andererseits find ich es auch korrekt, dass nicht einfach operative Eingriffe vorgenommen werden dürfen, weil die Person in irgendeiner Weise eingschränkt oder was auch immer ist.
Universum
Dabei seit: 13.05.2013
Beiträge: 1515
Ich sehe das genau so wie du Rena.

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Autor unbekannt.
monavetterli
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 10.05.2016
Beiträge: 23
Auch wenn ich nach wie vor der Meinung bin, dass aus 'praktischen' Gründen eine generelle Sterilisierung von geistig behinderten Mädchen/Frauen optimal wäre, so muss ich anerkennen, dass dies nicht unproblematisch ist. So gesehen meine ich, dass wenigstens in privaten Behindertenheimen die zweitbeste Lösung, die der obligatorische Pilleneinnahme oder dem generellen Spritzen der weiblichen Insassen, nichts im Wege stehen sollte. Es ist dabei zu bedenken, dass rund die Hälfte der Kinder, die von Downsyndromeltern gezeugt werden, eben auch wieder das Downsyndrom aufweisen. Die Spirale würde sich also weiterdrehen und das Problem wäre selbst in fernerer Zukunft nicht aus der Welt zu schaffen. Auch sollte man nicht vergessen, dass Trisomiepaare nicht in der Lage sind, ein Kind aufzuziehen und zu versorgen, und dass ihnen dieses weggenommen werden müsste. Dies wiederum würde diese Eltern stark traumatisieren. Mit der Sicherstellung einer - wenn auch nicht endgültigen - Unfruchtbarkeit ist also allen gedient.
Mönlim
Dabei seit: 13.07.2016
Beiträge: 12
Das ist natürlich ein heikles Thema. Eigentlich möchte ja niemand ein Kind mit Trisomie 21. Die vorgeburtlichen Untersuchungen erlauben ja, die Downbehinderung festzustellen und so werden in der Schweiz etwa 95% der entsprechenden Föten abgetrieben. Doch es gibt immer noch solche, die ausgetragen werden und da ist es sicher sinnvoll vorzubeugen, dass ihre Fruchtbarkeit eliminiert wird. Ich zweifle jedoch sehr, ob systematische Sterilisierungen das Richtige sind. Es mag ja einzelne Fälle geben, wo das der Fall ist, aber sicher nicht quer Beet. Das einfachste und zuverlässigste ist sicher die Depo Provera, die alle drei Monate injiziert wird und die dann die geistig behinderten Frauen mit der notwendigen Dosis der Hormone versorgt. Aber Sterilisationen scheinen mir heutzutage nicht mehr breitflächig akzeptiert zu werden.
kaye
Dabei seit: 25.11.2009
Beiträge: 977
Ich finde es erschreckend, wie hier argumentiert wird. Wenn ihr behauptet, dass es ja klar, ist, dass es unerwünscht ist, dass Menschen mit Trisomie 21 Kinder bekommen, stellt Ihr den Wert eines Menschenlebens mit einer Besonderheit in Frage. Wo zieht Ihr die Grenze?
Die "Ausmerzung" und "Spirale dreht sich weiter" etc., das waren Worte und Argumente einer früheren, sehr unschönen Zeit. Ja, vermutlich braucht ein Elternpaar mit Trisomie 21 etwas Unterstützung für die Kinderbetreuung. Das brauchen wir alle. Auch Mütter, die zB. im Rollstuhl sitzen oder berufstätig sind, brauchen Unterstützung. Grundsätzlich ist es aber doch so, dass alle Menschen, die sich dies wünschen, Kinder haben dürfen. Natürlich sollte man diesen Wunsch bei Menschen mit geistiger Behinderung besonders gründlich besprechen und mit dem verantwortlichen Beistand oder den Eltern der Personen überlegen. Das macht ja man auch zB. mit Teenagern, die man möglichst dahingehend zu beeinflussen versucht, dass sie nicht unbeabsichtigt schwanger werden. Aber unmöglich und generell verboten sollte es nicht sein.