Bloss kein behindertes Kind!

fauna
Dabei seit: 12.02.2016
Beiträge: 5
Ich liebe mein Kind immer, ob mit oder ohne eine Behinderung.
blackwolf
Dabei seit: 18.01.2013
Beiträge: 91
Sehr schweres Thema wo jeder für sich und seine familie entscheiden muss.
ich hätte so entschieden: hätte das Baby im Mutterleib eine starke Behinderung...so das bsp kein wirkliches Leben gegeben ist... geistlich behindert am Rollstuhl gefesselt würde ich lieber abtreiben da es in meinen Augen eher eine Erlösung für das Kind ist..weil...was ist das für ein Leben gefangen im Körper und auch noch geistlich? ich würde so selber nicht Leben wollen daher würde ich solange man das entscheiden kann mein Kind davon erlösen....
Leichte Behinderungen hingegen sehe ich nicht als ein Problem. solche kinder kann man stark machen und durchs Leben begleiten. sie hätten trotzdem spass und könnten Sachen miterleben.
wenn ich jetzt mein Sohn angucke und mir vorstelle er wäre an einem Rollstuhl gebunden und kaum ansprechbar ich könnte ihm das nicht antun...!den er rennt so gerne, klettert macht und tut...nein ich glaube seine seele würde schreien wie verrückt da drinnen...icon_frown.gifganz traurige sache. so was darf ich mir gar nicht vorstellen.
Hab auch mal im tv eine Familie gesehen da ist das Kind seit Geburt im Wachkoma..also glaube das war dann schon 10 Jahre...ääää hallo...also ich kann das nicht verstehen...was hat das Kind für ein leben...liegt nur im bett mit x Maschinen und vollgepumpt von Medikamenten...nein das kann ich nicht verstehen aber eben...jeder wie er es für richtig hält.
Universum
Dabei seit: 13.05.2013
Beiträge: 1515
Es ist in der Tat ein schwieriges Thema. Ich kenne eine Familie, die wusste bereits in der Schwangerschaft, dass ihr Kind mit einer Anenzephalie zur Welt kommen würde. Mit praktisch null Lebenserwartung. Ihnen wurde die Abtreibung empfohlen. Die Familie hat sich dafür entschieden, ihrem Kind weiterhin die Geborgenheit im Mutterleib zu schenken, es auf die Welt zu bringen und es einfach liebhaben so lange es geht. Das Kind ist wieder Erwarten acht oder neun Monate alt geworden und durfte im Tragtuch den ganzen Tag die Liebe von seinem Mami spüren. Da wir halt in der Medizin sehr weit sind (für viele Bereiche viel zu weit meiner Meinung nach), wurde diesem Kind dann eine Magensonde gelegt zur Ernährung, x Mal antibiotisch behandelt wegen immer wiederkehrenden Infekten. Bis dann der Punkt gekommen war, wo sie dieses Kind dann bei einer erneuten Lungenentzündung zu den Sternen fliegen liessen. Hätte man der Natur ihren Lauf gelassen, wäre dieses Kind höchstens ein paar Tage alt geworden. Das ist nämlich das Dilemma: heutzutage getraut man sich nicht mehr, der Natur ihren Lauf zu lassen. Und so produziert man dann z.b. solche jahrelange Wachkomafälle.

Versprich nichts, wenn Du glücklich bist.
Antworte nicht, wenn Du wütend bist
und triff keine Entscheidungen wenn Du traurig bist.

Autor unbekannt.
GabrielaA
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 5611
Auf der anderen Seite, blackwolf, wenn es noch geistig behindert ist, merkt das Kind unter Umständen gar nicht, dass es so anders ist, als alle anderen. Mein Sohn ging viele Jahre lang mit einem Jungen zur Schule, der seit Geburt im Rollstuhl sitzt. Er war aber sehr oft frustriert und leider auch gewalttätig. Die Eltern lieben ihr Kind aber abgöttisch und hätten sich wohl nie gegen sein Leben entschieden.
Ich bin froh, musste ich diese Entscheidung nie treffen.
RenaW
Dabei seit: 06.10.2005
Beiträge: 1792
blackwolf, was mich stört, ist, ein behindertes Kind darf man legal abtreiben, weil es für die Eltern eine "Zumutung" ist und weil man meint das Leben des Kindes sei nicht lebenswert.
Nur was machst Du mit einem Menschen nach einem Unfall/Krankheit, wenn er im Rollstuhl sitzt oder im Wachkoma liegt. Oder die Person wo dement wird oder Alzheimer bekommt und geistig immer mehr abbaut. Sollte man da dann auch ungestraft Sterbehilfe leisten dürfen?
blackwolf
Dabei seit: 18.01.2013
Beiträge: 91
@Rena....heikle frage die du mir da stellst da dies wieder jeder anderst sieht....aber ich beantworte sie jetzt trotzdem auch wenn ich vielleicht hier zerrissen werden.
Ja ich finde dies Sterbehilfe sollte es definitiv für jeden offen stehen.! denn ich bsp will nicht weiter leben wenn ich nur noch an Maschinen gefesselt bin und nix mehr richtig mitbekomme....daher ja ich wäre froh alles würde abgeschaltet werden damit ich gehen kann...wieso? weil ich keinen angst vor dem Tod habe.
Und ich sehe es so...dem Baby geht es gut im Mami Bauch...da zu sterben finde ich schöner als auf die Welt zu kommen stark behindert zu sein mit starken schmerzen und mit Medikamenten vollgepumpt zu werden...Ja ich denke als erstes nicht mal daran an uns selber als Eltern oder Geschwister des behinderten Kindes. mir tut einfach das behinderte Kind von herzen leid. wie gesagt das ist ein Thema welches jeder selber wissen muss. bin aber froh dass dies jede Familie für sich selber entscheiden kann. stell dir vor man dürfte nicht abtreiben? so wie früher...die Frauen würden sich auf den Bauch schlagen mit Stricknadel unten reingehen usw...das Kind danach schlecht behandelt oder sogar gleich töten nach der Geburt. ich wäre nicht dazu im stand aber wir wissen alle das es kranke menschen gibt die Sachen machen die nicht erklährbar sind. aber genau deswegen sage ich JA zur Selbstentscheidung einer Abtreibung bei behinderten Babys. Ja ich sage sogar das eine Frau das recht hat abzutreiben bei einer Vergewaltigung. klar kann das Baby nichts dafür aber die Frau auch nicht. also jeder soll selber für sich entscheiden was für einem stimmt.
Babys und Leben ist das wunderbarste auf der Welt. ich habe selber 4 Baby verloren im Bauch (habe ich nicht abgetrieben.!), und meine Chance je gesunde lebende Kinder zu bekommen war sehr klein, daher weiss ich wie wertvoll es ist und was es bedeutet. Ich habe auch keine behinderte Tests gemacht bei meinen Kindern Trotzdem verstehe ich auch die andere Seite sehr gut.


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 14.02.2016 um 11:21.]
Wirbelsturm
Dabei seit: 10.08.2013
Beiträge: 320
@blackwolf
Für das gibt es ja Patientenverfügung das man im Falle eines Unfalles oder Krankheit selbst bestimmen kann wie weit die Medizinische Hilfe gehen soll und somit nicht Fremdbestimmt ist was wie lange und wie Intensiv behandelt wird. Eine solche habe ich,mit meinem Hausarzt formuliert, so das diese Entscheidungen nicht in einer Ausnahmesituation von meiner Familie getroffen werden muss.
Genau so hab ich schon ein Testament verfasst und hinterlegt.

Mir egal ob ich in den Himmel oder in die Hölle komme, ich hab auf beiden Seiten Freunde.

Menschen glauben oft der Mehrheit und nicht der Wahrheit.

Einige Menschen sind nicht Dumm, die haben einfach nur Pech beim Nachdenken
blackwolf
Dabei seit: 18.01.2013
Beiträge: 91
@wirbelsturm. du sagst es. ich weiss aber irgendwie nehme ich mir nie die zeit dafür das auszufüllen. muss dass jetzt echt endlich machen.banghead.gif
Mama2.0
Dabei seit: 15.02.2016
Beiträge: 10
Meine Schwägerin ist fast gleichzeitig mit mir schwanger geworden. Die Geburt sollte zwar schwierig werden (unter anderem weil sie ein so schmales Becken hat), aber soweit war bei den Untersuchungen alles in Ordnung.

Als Anna-Lena vor 4 Monaten zur Welt gekommen ist, hat meine kleine Nichte nicht genügend Sauerstoff bekommen und ist nun körperlich und geistig behindert. Es immer wieder schwer zu sehen, welche Fortschritte unsere kleine Mia in dieser Zeit schon gemacht hat - wie schwer muss es erst für meinen Schwager und seine Frau sein!

Aber gleichzeitig ist es toll zu sehen, wie sehr sie Anna-Lena lieben und wieviel Zeit sie sich nehmen, um ihr wirklich alles zu ermöglichen. Ich wüsste nicht, ob ich das geschafft hätte, vor allem wenn man es so nicht erwartet hat als Mutter.

PS: Ich habe mir vor einem Jahr endlich ein Formular für eine Patientenverfügung ausgedruckt und möglichst konkrete Situationen/Krankheitsbilder formuliert, damit im schlimmsten Fall der Fälle keine Unklarheiten aufkommen:

http://www.fmh.ch/services/patientenverfuegung.html

Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.
goodie
Dabei seit: 12.11.2011
Beiträge: 3373
So eine Patientenverfügung finde ich wichtig, hab ich auch. Guter Link.

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi