Negative Gedanken bei Sohn (15)

Sonnenblume
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 10.07.2009
Beiträge: 78
Mein Sohn hat ADHS-Züge und am meisten belastet ihn diese negative Gedankenspirale, die er einfach nicht von alleine stoppen kann. Er hat so ein Gedankenwirrwarr und in allem sieht er das Negative. Da kann etwas noch so schön sein (Sternenhimmel, Natur...) er macht sich bei diesem Anblick so viele Gedanken über die Umwelt, Klimawandel, Überbauung....dass er immer das Schlechte sieht. Er hat so viele Gedanken im Kopf plus die laufenden Eindrücke, die auf ihn einprasseln, dass er manchmal wie in eine Trance verfällt. Er sagt dann selber, er habe wie ein Traumgefühl und es komme ihm so vor, dass er zwar dabei ist und doch fühle er sich wie als Zuschauer.

Dieses Thema begleitet uns jetzt schon einige Jahre und er war auch schon in der Therapie. Aber das hat ihn leider nicht angesprochen. Fixe Termine, darüber reden, irgendwelche kleine Hausaufgaben zum praktischen Umsetzen..... er möchte am liebsten nicht zuviel darüber reden, lieber ablenken und doch kommt er immer wieder auf mich zu, weil ihm der "Kopf fast platzt" vor lauter Gedanken und dieses Traumgefühl so fertig macht.

Und er hatte schon immer diese innere Unruhe und war leicht hippelig (Unruhe am Tisch, viel viel reden, Milch immer wieder verschüttet...), aber die noch viel grössere Unruhe hat er in seinem Kopf.

Ich weiss einfach nicht mehr was ich tun kann und vorallem, das Richtige. Der Hausarzt ist irgendwie auch überfordert mit diesem Thema. Sollte er wieder in eine Therapie oder schadet diese mehr. Wenn in eine Therapie, in welche? Will ja nicht, dass mein Kind mit Medis vollgestopft wird. Wie findet man wirklich gute Fachleute, die sich auf diesem Gebiet auskennen? Oder ist es gar nicht nötig und wir schaffen es auch alleine?

Bin wirklich am verzweifeln und könnte manchmal nur heulen, weil er mir soooo unsagbar Leid tut und ich nicht helfen kann!
giba11
Dabei seit: 06.08.2008
Beiträge: 809
Hast Du das alte Thema löschen lassen?
Dies war doch alles schon einmal da.
Haben keine dieser Vorschläge Euch weiter gebracht?

Vielleicht braucht er eine Aufgabe?
Vielleicht nützt es ihm wenn Du und/oder andere Bezugspersonen ihm aufzeigen, was man positives für die Umwelt tun kann.
Vielleicht hilft es ihm, wenn er AKTIV SEINEN Beitrag für die Umwelt tun kann.
Wenn er erfährt, was in SEINEM Rahmen für Möglichkeiten bestehen.
Vielleicht ein Treffen mit einem Umweltexperten oder Naturfreund organisieren. Mit jemandem vom WWF aus der Region. Oder Wildhüter etc.
Es gibt sehr viele Menschen die täglich in Ihrer Arbeit etwas für die Umwelt und die Natur tun. Ich würde Mal schauen, dass er sich in diesem Gebiet "weiterbilden" kann und lernen kann, was er positives bewirken kann.

Ich weiss nicht, aus welcher Gegend Du kommst. Aber hier im Sensebezirk vom Kanton Freiburg kenne ich zum Beispiel ein Mann, der sich sehr für die Umwelt einsetzt und viele Projekte hat. Mit so jemandem würde ich ein Treffen organsieren.

Ich würde den Fokus auf erreichbare Ziele lenken.
Weg von seinen Gedankenspiralen. Eine andere Sichtweise zeigen.


Nùme Muet, aus chùnnt guet!
fraulein
Dabei seit: 26.10.2003
Beiträge: 1596
Weshalb KEINE Medikamente? Da geht es um eine Dosis, die festgelegt und regelmässig überprüft wird und nicht um ein "vollstopfen".

Bevor ich ein Kind weiter jahrelang von Therapie zu Therapie schleppen würde, ihm Beschäftigungen noch und noch verschaffe, würde ich die Medikation ausprobieren. Das andere hat bis dato keine Wirkung gezeigt.

Partner, 4 Kinder mit teilweise Schwiegerkindern, aktuell 2 Enkel :-)
Stricken, Lesen und immer wieder an meinem Lieblingsplatz sitzen und den Bäumen zuhören.
Paxxie
Dabei seit: 04.01.2002
Beiträge: 594
Ist er abgeklärt worden wegen ADHD?

Da braucht es einen Spezialisten, der ADD versteht, und nicht einen Hausarzt
Speedo
Dabei seit: 27.06.2013
Beiträge: 1
Habe dir eine PN geschickt
Franz Josef Neffe
Dabei seit: 17.11.2006
Beiträge: 1028
Dass Deinem Jungen der Kopf fast platzt, zeigt mir zwei besonders wichtige und interessante Sachverhalte:
1. Da staut sich wahnsinnig viel Intelligenz und Genialität, und diese TALENTE wollen sich endlich VERWIRKLICHEN. Das geht aber nur dadurch, dass sie ALLES FÜR IHN TUN, denn NUR DAFÜR sind sie auf der Welt.
2. Genau das, was SEINE TALENTE glücklich machen kann, vermasselt abger ständig niemand anders als IHR CHEF: Dein Sohn.

Als Ich-kann-Schule-Lehrer würde ich ihn mit einer Standpauke nicht runtermachen sondern aufbauen:
Wie kann man mit so genialen Talenten so lange so schlecht umgehen? Er müsste doch längst gemerkt haben, wie die nach Achtung und Anerkennung von ihm hungern. Er müsste doch längst spüren, wie sehr es sie quält, dass er nicht zu ihnen hält und sie ständig im Stich lässt und sich für so geniale Talente noch schämt. Er müsste doch längst gemerkt haben, wie ihm diese Talente - trotz seines schäbigen Umgangs mit ihnen - immer noch die Treue halten.

Wo gibt es denn sonst noch eine Lebensfirma, um deren Fachkräfte sich der Chef überhaupt nicht kümmert und die dennoch auch nach sovielen Jahren immer noch nicht zusammengekracht ist?

Also, ich wenn so geniale Talente hätte, täte erst einmal einen Freudensprung machen und dann würde ich sie schleunigst a) um Verzeihung und b) um Hilfe bitten.
Ich würde mich bei ihnen bedanken und sie künftig alle als meine besten Freunde behandeln. Täglich mehrmals anerkennen und ihnen sagen, wie GUT sie sind und wie sehr ich mich darüber freue und wie die Leute schon staunen. Das gibt KRAFT. Davon wachsen Talente, und wenn sie wachsen, wird man dem Leben gewachsen.

Wenn Dein Junge so geniale Kräfte in sich lieber weiter quält und verhungern lässt, tät ich ihn sofort fragen, ob ich ihm dabei helfen soll, damit er schneller spürt, wie das wirkt. Dann hat er schneller einen deutlicheren Vergleich.

Negative Gedanken sind kein unabänderliches Schicksal. Lat. "negare" heißt nur "nein sagen" das kann jeder jederzeit NUR SELBER IN SICH korrigieren und JA zu sich und seinen Kräften sagen - oder weiter betreiben.
Auch durch Fehler sammelt man viel Lebenserfahrung. Wenn sich Dein Junge nicht weiterquält und sich seine bisherigen Erfahrungen genau anschaut, sind sie sein reicher Erfahrungsschatz.
Wenn er seinen genialen Kräften endlich ein guter Chef wird und ihnen regelmäßig und reichlich a) Aufträge, b) Ziele und c) Anerkennung gibt, läuft seine Lebensfirma bald bestens. Ggf. gibt´s da ein kleines, weltbekanntes Büchlein über Autosuggestion, das ganz praktisch beschreibt, wie´s gemacht wird. Das ist aber so einfach geschrieben, dass die meisten Leute beim erstenmal Lesen vieles überlesen.

Ich wünsche also besten Erfolg - er ist möglich.

Franz Josef Neffe

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 27.06.2013 um 22:41.]

"Wenn ich Sie in dem Irrtum lasse, dass ich es bin, der Sie gesund macht, dann mindere ich Ihre Persönlichkeit!" Émile Coué
Smile79
Dabei seit: 07.04.2009
Beiträge: 2397
Unbedingt zu einem Fachmann der sich mit ADHS im Jungedalter aus kennt. Ich glaube, gute Adressen gibt es bei Elpos.

Gedanken kann man versuchen zu kontrollieren... doch die Emotionen nicht.

Ich glaube, es ist wichtig, dass er mit jemanden über seine Gedanken sprechen kann. So muss er nicht alles mit sich selbst aus machen, kann verarbeiten. Er scheint sehr feinfühlig zu sein - die Emotionen spielen sowieso verrückt - die Hormone zu dieser Zeit auch.

Ich finde Ablenken ist doch nicht falsch - stoppt die negative Gedankenspirale - warum nicht? Doch bevor mein Sohn zu Drogen oder sonstwas greifen würde, damit er zu Ruhe kommt - wäre mir eine kontrollierte medikamentöse Therapie lieber. (heisst ja auch nicht, dass er diese "hilfe" sein ganzes leben lang nehmen muss)

lg
Bienli47
Dabei seit: 14.06.2013
Beiträge: 7
Hallo Sonnenblume,

ich habe Dir eine PN geschickt.
Liebe Grüsse
Bienli47
Franz Josef Neffe
Dabei seit: 17.11.2006
Beiträge: 1028
Ablenken ist eine gefährliche Sache, wenn man nicht LENKEN kann. Wenn man es aber kann, dann sollte man doch eher überleben und besprechen, wo die Kräfte hin sollen, und sie dann dorthin lenken bzw. auch LEHREN , wie man sie dahin lenkt.
Wir sollten unbedingt einen achtsameren Umgang mit unseren entscheidenden Lebenskräften lernen. Nur schnell mal ein kleiner Kraftakt und dann nicht mehr danach geschaut, bis man wieder bis zum Hals in Problemen steckt, ist nicht ganz der optimale Lebensstil.
Wenn ich in diesem Leben schon mal ein Problem gelöst habe, dann ist es doch ein Hoffnungsschimmer für jeden, zu erfahren, dass es Lösung tatsächlich gibt.
Wenn ich weiß, dass Hilfemöglich ist - selbst wenn ich sie noch nicht konkret kennen solklte - bewirke ich doch dadurch eine viel ruhigere Atmosphäre. Die Schwingung verändert sich. Und darüber wirken wir Menschen - auch wenn wir überhaupt nicht darauif achtgeben - am meisten und am, tiefsten auf einander.
Also sollten wir doch den Weg suchen und aufspüren hin zum Feineren, Genaueren, Beruhigenderen, Stärkenderen, Leben Aufschließenderen.
Wir lernen ja selbst viel, was wir noch nicht gelernt haben, dabei.
Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe

"Wenn ich Sie in dem Irrtum lasse, dass ich es bin, der Sie gesund macht, dann mindere ich Ihre Persönlichkeit!" Émile Coué
Sonnenblume
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 10.07.2009
Beiträge: 78
Auf dieses Traumgefühl zurückzukommen. Dieses Gefühl kam bei ihm praktisch von Heute auf Morgen. Manchmal überlege ich mir, ob es wirklich mit diesen ADHS-Zügen und Reizüberflutungen zu tun hat, so wie die Jugendpsychologin meint. Er hatte eine schwere Geburt (Zangen, Saugglocke) und wurde im Alter von 9 Jahren einmal ohnmächtig und war total weggetreten. Damals kam der Krankenwagen, weil er nicht mehr ansprechbar war. Einige Zeit später im Krankenhaus kam er wieder zusich. Ursache dafür wurde keine gefunden. Kann es auch sein, dass eine leichte "Hirnstörung" vorliegen könnte? Würde ihr da Abklärungen in Betracht ziehen?

Gestern waren wir zum Beispiel in der Stadt, um ein paar Einkäufe zu machen. Da bekam er dieses Traumgefühl wieder ganz stark. Ich merke es ihm auch an, er wird dann unruhig und man kann nicht mehr wirklich vernünftig diskutieren mit ihm. In den Läden innen hat er es verstärkter als draussen.

Vielleicht ist es auch ein ganz normales Gefühl, das wir alle auch kennen und er interpretiert es so und empfindet es als extrem unangenehm.

Was würdet ihr tun?