Wer hat auch ein Kind mit einer Lernbehinderung (Alter 8 Jahre)?

Vogelwarte
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 21.08.2012
Beiträge: 1
Hoi zäme, unsere Tochter leidet unter einer Lernbehinderung. Ich würde mich sehr gerne mit Müttern austauschen, die auch Kinder haben mit einer Lernbehinderung und welche ebenfalls in der Volksschule begleitet werden durch das ISR (Integrative Sonder Regelschule). Würde mich freuen.
Gruss, Vogelwarte
Aspendos
Dabei seit: 22.08.2012
Beiträge: 1
Hallo auch unsere Tochter hat eine Lernbehinderung. Sie ist 8 und besucht die 2. Klasse mit IF. Über einen Austausch würde ich mich sehr freuen. Aspendos
herzfrau
Dabei seit: 11.09.2002
Beiträge: 103
mein sohn 10.5 hat auch eine lernbehinderung. er hat eine mittelschwere legasthenie plus eine leichte cerebrale bewegungsstörung.
er besucht die normale schulklasse hat privat noch spezialunterricht, welcher durch die eb abgesegnet wurde und ganz tolle lehrerinnen die uns unterstützen.
lg herzfrau
GabrielaA
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 5613
Hätte hierzu eine Frage: Wie sehr "hinken" Eure Kinder in der Regelklasse den andern Schülern nach? Wie reagiere die Klassenkameraden auf Eure Kinder? Wieviel Unterstützung haben sie in der Schule?

Ich habe vergebens längere Zeit darum gekämpft, dass unser Sohn in die Regelschule kann. Heute, mit 12, ist es kein Thema mehr.
In der Sonderschule wird er sehr gut betreut, wird mit denselben Schulbüchern/Themen unterrichtet, wie in der Regelschule, hat alle Therapien im Stundenplan integriert, und vorallem: Hier wird er auf die berufliche Zukunft vorbereitet. Er hat die Möglichkeit, das 10. Schuljahr dort zu machen und ebenso auch noch die BWS. Somit könnte er bis ca. 18 dort zur Schule zu gehen. Die Schule hilft ihm auch bei Lehrstellensuche.

Unsere Ortsschule hat zwar seit ca. 2 Jahren die IHP (integrative Heilpädagogik). Doch gem. Schulleiter hätte die Heilpädagogin max. 2 Lektionen die Woche Zeit für ihn, nicht mal für ihn alleine, sondern für 3-4 Kinder. Selbst Logopädie wäre nicht mal garantiert worden. Immer wieder wurden wir "vertröstet", dass Kinder mit IHP nicht glücklich seien, da sie spüren, dass sie schlechter seien als ihre Kameraden. Sie würden quasi nur mitgeschleift.
Franz Josef Neffe
Dabei seit: 17.11.2006
Beiträge: 1040
Das ist keine Schule sondern eine Unterrichtsvollzugsanstalt, wenn Kinder dort spüren müssen, dass sie schlechter als andere seien. Als Ich-kann-Schule-Lehrer frage ich mich heute, wodurch man eigentlich konkret als Lehrer qualifiziert ist. Welche Probleme muss ein Lehrer ganz konkret lösen können, um sich Lehrer nennen zu dürfen? Schreiben Sie doch mal eine Liste!
In der Praxis sehe ich heute, dass es in vielen Fällen gar niemand interessiert, ob Lehrer überhaupt wenigstens ein Problem konkret lösen können. Man meckert zwar an ihnen herum, aber das bleibt alles unverbindlich.
Für die Ich-kann-Schule gilt: Der Lehrer muss jedes Problem selbst lösen, das zwischen ihm und einem Schüler besteht. Er darf dafür Hilfe anfordern, wenn er es dann besser schafft. Das Kind wird also nicht in eine formale Förderstunde WEGgeschickt sondern es kommt z.B. eine PERSON dazu, die die PERSÖNLICHE Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler auf Schwachstellen beobachtet und dann BEIDEN hilft, an ihren Schwachstellen zu wachsen stark zu werden.
Was heute als Lernbehinderung gehandelt wird, ist nach meinen Recherchen weithin vor allem eine für das Kind wie auch den vollziehenden Lehrer verfehlte Pädagogik. Pädagogik heißt Kinder-Führung und nicht Kinder-unter-Druck-setzung. Lehrer sein heißt nicht Kinder beaufsichtigen und zum Einfügen in den Unterrichtsablauf zwingen sondern ein mitreißendes, begeisterndes Vorbild für Lernen sein.
Wenn man die sog. lernbehinderten Kinder nicht mehr im Lernen behindert sondern sie begeistert und mitreißt, habe ich immer wieder binnen Stunden Entwicklungen erlebt, die weit über das hinausgehen, was den Kindern "prognostiziert" = als Ballast auf die Seele geladen war.
Wir sollten in der Schule damit aufhören, dauernd darauf herumzureiten, wie "dumm" die Kinder sind. So schlägt man nur alle geistreichen Talente in die Flucht. Es wird höchste Zeit, dass Schule bei jedem Kind und jedem seiner Talente ein vitales Interesse zeigt, wie GESCHEIT diese sind. Dann kommen Talente heraus und dann wachsen auch schwache Talente oft stürmisch. Nebenbei: Eine gute Schule kann man auch zu Hause spielen.
Ich freue mich auf Euren Erfolg.
Franz Josef Neffe

"Wenn ich Sie in dem Irrtum lasse, dass ich es bin, der Sie gesund macht, dann mindere ich Ihre Persönlichkeit!" Émile Coué
Tapa
Dabei seit: 19.05.2015
Beiträge: 7
Ich war gerade in einer ausgezeichneten Weiterbildung, in der das Thema "Lernen mit besonderen Kinder" behandelt wurde. Bin Mutter eines Kindes mit besonderen Bedürfnissen, die Methode lässt kann bei allen Kindern angewandt werden.
Mit ihr wird wirklich auf die Fähigkeiten und das Potential geschaut, nicht immer auf das, was die Kinder nicht können.
Aus der Erfahrung mit meinem Kind: man muss viel selbst machen! Die Schule zeigt sich oft überfordert.