Kindheit ohne Gott

anna_stesia
Dabei seit: 25.10.2007
Beiträge: 2623
ich habs schon richtig verstanden blue. es war nur so ein gedankenfluss von mir was ich geschrieben habe icon_wink.gif... ich sehe es grundsätzlich ja auch so. ich kann halt nur weitergeben was ICH weiss und was ICH fühle.

doof bleibt doof, da helfen keine pillen.
Claudia Patricia
Dabei seit: 27.08.2015
Beiträge: 1
Herzlichen Dank für Ihren Bericht. Der hat mir gefallen, vor allem der Teil wo klar wird, wie ihr Sohn Sie direkt und unmissverständlich spiegelt. Es ist noch nicht lange her, dass ich ähnliches mit meiner 8-jährigen Tochter erlebt habe. Da kann ich etwas von uns berichten, aber dazu weiter unten. Ich möchte nämlich erst auf die vermeindliche Überheblichkeit eingehen.

Dass wir uns hinsichtlich unserer verschiedenen Religionen gegenseitigen Respekt zollen ist fraglos eine gute Sache. Und dies unseren Kindern zu vermitteln ist ein Beitrag an eine friedlichere Welt. Manchmal aber habe ich das Gefühl, dass eine selbstbewusste Meinungsäusserung fälschlicherweise als Überheblichkeit interpretiert wird.

Wir sind hier alle sehr gerne freundlich und verbindlich... aber sind wir auch authentisch? Ich finde es sehr wertvoll, wenn wir unseren Kindern vermitteln, wie sie sich auch in spiritueller Hinsicht abgrenzen, ihre Meinung äussern und sich positionieren können. Das wahrt ihre Integrität und ist ein Beitrag an ihre persönliche Gesundheit.

Also blieb ich bei den Fragen meiner Tochter möglichst authentisch: Solange die Glaubensstrategien friedlich sind und die menschliche Integrität gewahrt ist, soll jeder glauben was ihm gut tut und er soll dazu stehen dürfen - seien es Atheismus, Christentum oder Fantasy und alles weitere auch. Ich selber halte mich von dogmatischen Religionen fern und vertraue auf das Leben selber. Sie übernahm natürlich meine Ideen... wen wunderts.

Das gab etwas später grosse Auseinandersetzungen mit ihrer katholischen Stiefschwester als die im Religionsunterricht herausfand, dass es nur einen Gott gibt. Und später: dass Jesus Gottes Sohn ist und damit genaus so wichtig. Was in sich schon nicht schlüssig schien und somit gab es auch da noch einmal Diskussionen.

Inzwischen haben sie sich in gut schweizerischer Manier auf einen Kompromiss geeinigt: Jesus ist ok allerdings im Status "nur Legende" und Gott ist gleichbedeutend wie Kali, Buddha und Feen - aber alle nicht so wichtig wie die innere Stimme.

Ein Hoch auf die Religionsfreiheit!













Blue64
Dabei seit: 20.08.2003
Beiträge: 1456
Claudia Patricia, mein Gott, welch' wohl formulierter Text! *ironie*

Bloss nicht gross nachgedacht, wie??
Eventuell Atheismus mit Agnostizismus verwechselt? Oder doch Apatheismus gemeint? Wobei deine Erläuterungen auch auf Ignostizismus hinweisen!

Du siehst... DAS ist Überheblichkeit, nicht die Tatsache, dass wir hier unsere Kinder lehren, sich auch mit anderen "Weisheiten" als die der Eltern auseinandersetzen sollen, dass wir sie lehren, dass Glaube und Wissen 2 unabhängige Wege sind, beide ihren Wert und ihre Berechtigung haben!

Und es ist extrem anmassend und verletzend und in grossem Masse intolerant von dir, setzt du Gott und Feen gleich und übertitelst das auch noch mit Religionsfreiheit!

Das ist Arroganz in Reinkultur und glaube mir, du kommst garantiert nicht authentisch rüber!

Ich denke, also bin ich hier falsch !
Vilu
Dabei seit: 18.07.2002
Beiträge: 2036
Schlussendlich ist für mich immer noch das Wichtigste, wie die Religion umgesetzt wird. Zum Beispiel Thema Nächstenliebe, Toleranz, gegenseitiger Respekt, einander helfen, füreinander da sein. Das ist es doch schlussendlich, was zählt. Und das ist für mich sehr viel christlicher und wertvoller, als "nur" fleissig zu beten, in die Kirche zu gehen und dafür obiges nicht zu leben. Und genau in diesem Sinne habe ich versucht, meinen Sohn zu erziehen bzw. es ihm vorzuleben, so gut es eben geht.
Die "Theorie" hat er im Religionsunterricht mitbekommen.

Ich mag diese "oberkatholischen" Menschen nicht, die zwar in der Kirche immer zu vorderst sitzen, und kaum aus der Kirche draussen, lästern sie über die anderen! Das ist für mich Falschheit pur.

Leben und leben lassen
raycan
Dabei seit: 24.10.2017
Beiträge: 1
Erziehung ohne Gott ist kein Witz
Kürzlich sprach mich die Mutter, eine intelligente weltoffene Frau, vom besten Freund meines Sohnes an. Anlässlich der ersten Ferien sollte von der Grundschule aus ein Gottesdienst (schon das Wort ist eine Frechheit) stattfinden. Da die Mutter unsere Einstellung zu Kirche und Religion kennt, kam sie grinsend auf uns zu und fragte ob wir unseren Sohn denn an diesem Tag krank zu Hause lassen würden. Sie fand es lustig dass wir uns so stark darum bemühen unseren Sohn von religiösen Einflüssen fern zu halten. Da wir beide in einer Vollzeitbeschäftigung arbeiten wäre das ein großer Aufwand und da uns ja absolut bewusst ist das ein vereinzelter Gottesdienst hier und da keinen moralisch gut erzogenen Menschen in die blutigen Hände eines Imaginären Tyrannen treiben kann, haben wir ihn mit den anderen unbedarften jungen Menschen ziehen lassen.
Was ich nicht verstehe ist den Witz dahinter. Wir sind keine atheistischen Missionare und unsere Wohnungen sind auch nicht mit darwinistischen Porträts tapeziert. Wir haben nur eine sehr gesunde Abneigung gegen die Indoktrination 6 jähriger mit Geschichten über unsichtbare Gesellen die vorgeben sollen wie, warum und wie lange den ein jenes Menschenleben stattfinden soll.
Es ist ja nicht so als sei die Kirche der Fanclub eines Amateurligavereins und die Mitgliedschaft bedeutet ein monatliches Treffen bei Kaffee und Kuchen in einem Vorstadtstadion. Die Kirche/Religion ist eins der bedeutendsten, wenn nicht das bedeutendste Machtinstrument. Seit nunmehr 2000 Jahren (und das gilt lediglich für die heutige christliche Religion) schalten und walten größtenteils alte Männer ohne besondere Begabung in nahezu allen Bereichen der Menschheit. In jeder Stadt weltweit stehen ihre Immobilien an den besten Lagen, in jedem Gespräch über Politik, Moral, Lebensansicht, etc. sitz einer ihrer Vertreter und behauptet Lösungen und Erklärungen für Dinge zu kennen welche rein logisch/wissenschaftlich schwer zu lösen sind. Mit Berufung auf ein einziges Buch dessen Entstehung, wie allgemein bekannt ist, äußerst fragwürdig ist. Die Bagatellisierung es wäre doch nur Religion/Kirche und man solle sich mal nicht so aufspielen ist hier absolut fehl am Platz. Eine Institution welche ohne Zutun zum Wohl der Menschheit über eine solche Stellung in der Welt verfügt, finanziell wie politisch, ist NICHT zu verharmlosen. Auch die Begründung das etwas, was schon so lange (wie manche behaupten schon immer) seinen Platz in der Menschheitsgeschichte hat, nicht so verkehrt sein kann, kann hier nicht als Argument herhalten. Ein Vergleich:
Man stelle sich vor ein Unternehmen welchen die Sündenfrucht mit Biss Spur als Logo trägt und elektronische Geräte produziert, käme in unsere Grundschulen und würde den kleinsten Lernwilligen zeigen dass man mit seinen Geräten die richtigen Werkzeuge hat um in der aktuellen Welt die vorstehenden Aufgaben zu meistern und darüber hinaus die Möglichkeit bietet diesem Gerät Fragen zu stellen bzw. einer Suchmaschine in einem weitverzweigten Netzwerk. Der Hersteller würde vielleicht erwähnen dass es auch andere Produzenten gibt, selbstverständlich aber seine Geräte als die einzig richtigen darstellen. Prinzipiell würden die Kinder kein einziges dieser Geräte benötigen, allerdings wäre das Leben mit deutlich einfacher und da ein Großteil der Gesellschaft schon mit dieser Technologie arbeitet, würde man natürlich auch besser Anschluss finden. Beruflich wie privat.
Ich bin mir ziemlich sicher dass hier ein Großteil der Eltern aufschreien würde. In Zeiten in welchen Holzspielzeug und Bücher wieder als Beschäftigung höherer Güte im Vergleich zu Konsolen und Computern angesehen werden, würden wahrscheinlich einige vegane, yogabetreibende Helikoptereltern überreagieren und drohen eine neue Schule für Ihre Sprösslinge zu suchen auf welcher sie eben nicht durch einen wirtschaftlichen Konzern zu neuen Käufern/Kunden/Konsumenten gemacht werden.
Die Technologie schreitet voran und wird, sollte sich die Menschheit nicht irgendwann in naher Zukunft selber zerstören, ihren Platz in der Gesellschaft immer weiter ausbauen. Konzerne wie der oben genannte werden mit der Zeit gehen und durch die jetzt schon starke Stellung haben sie einen großen Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Sorgen sie dafür dass schon kleinste Kinder mit ihren Produkten vertraut sind, oder gar kein Leben ohne diese kennen, haben sie sich für eine komplette Generation abgesichert. Ab einer gewissen finanziellen Stellung, und die ist bei der immer globalisierteren Welt geradezu weltübergreifend, können die Vorstände/Lenker dieser Unternehmen in allen wichtigen Bereichen der Gesellschaft mitwirken und die Geschicke nach ihrem Willen steuern.
Wir werden ganz sicher keinen gesellschaftlichen Umschwung mit der antireligiösen Erziehung unseres Sohnes in die Wege leiten. Aber deshalb zu kapitulieren und zu sagen das es sowieso keinen Sinn macht einem einzigen Menschen beizubringen dass der Glaube an übersinnliche Wesen reine Zeitverschwendung ist und man seine Kräfte und Gedanken eher dazu nutzen sollte sein näheres Umfeld, und im Anschluss daran die Gesellschaft an sich, besser zu verstehen und zu versuchen seinen Teil zum Wohlergehen der Menschheit beizutragen, ist das Aufgeben des Wunsches das Leben aller Menschen zu verbessern. Es zerstört nicht unseren Planeten wenn ein einzelner Mensch seine Plastiktüten ins offene Meer wirft. Denkt allerdings jeder er wäre dieser Einzige, entstehen Strudel aus Müll welche in kilometerweiten Ausmaßen die Meere verschmutzen.
Entgegen einer weit verbreiteten Meinung benötigen wir die Religion nicht um ein moralisch/ethisch wertvolles Leben zu führen. Hier genügt eine kurze Überlegung wie man selber behandelt und verstanden werden will bzw. in welcher Art und Weise die Interaktion mit anderen Menschen den größten Nutzen für alle hat. Mit voranschreitender Intelligenz können hier auch philosophische Grundsätze, die ich aus Mangel an genaueren Kenntnissen jetzt hier nicht aufliste, herangezogen werden.
Ich verabscheue niemanden mit einem religiösen Glauben und ich bin gerne dazu bereit über die Richtigkeit meiner Ansichten zu diskutieren, nur die Ausmaße der Macht der Firma Kirche/Religion sind uns allen bekannt und amüsant finde ich die Konsequenzen welche aus dieser Macht hervorgehen definitiv nicht. Ob Kriege, Unterdrückung und das Lenken ganzer Staaten und Völker. All dies sind oftmals, wenn nicht zum größten Teil, Resultate aus wirren Ansichten/Vorstellungen einzelner Personen. Ob diese nun wahrhaftig daran glauben oder diese Ansichten lediglich als Vorwand nehmen um andere Menschen dazu zu bewegen Ihnen beim Aufbau und Erhalt ihrer Macht behilflich zu sein ist letztendlich egal.
Unser Sohn soll keinem Wesen dienen (Gottesdienst) welches in den Köpfen anderer Menschen existiert. Selbstverständlich wird er die verschiedensten Lebensansichten in seinem Werdegang kennen lernen und das ist auch sehr gut so. Nur sind Menschen in diesem Alter äußerst aufnahmefähig und -willig und wenn sie in einem dieser imposanten Kirchen sitzt und von einem dieser selbsternannten Diener eines nicht existenten Wesens mitgeteilt bekommt dass er nur mit der Hilfe eben dieses Wesens und der dazugehörigen Gesellschaft dahinter seine schulischen, familiären und alle weiteren Laufbahnen und Hindernisse überwinden kann, dann ist das ein heranzüchten von Konsumenten welche dem Unternehmen Kirche die nächsten 80 Jahre Macht sichern.
MfG Ray
Universum
Dabei seit: 13.05.2013
Beiträge: 1500
WAS für ein Rundumschlag...


Versprich nichts, wenn Du glücklich bist.
Antworte nicht, wenn Du wütend bist
und triff keine Entscheidungen wenn Du traurig bist.

Autor unbekannt.
goodie
Dabei seit: 12.11.2011
Beiträge: 3190
Früher war die Kirche/Religion an der Macht und heute regiert halt einfach das Geld und der Egoismus. Ob das besser ist?


„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi