DOK SRF "Familienmodelle"

Scheri
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In unserer Stadt ist alles ab jem Jahr 2009 besser geworden, als sich die Stadt verpflichtete, jedem Schüler ab KiGa an x-beliebigem Tag einen Platz in der schulergänzenden Betreuung zu ermöglichen.
Scheri
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"Nuvole" schrieb:

Wir haben schon als noch kinderloses Ehepaar "nur" 140 Prozent gearbeitet. Ich machte nebenbei verschiedene Weiterbildungen, mein Mann engagierte sich politisch etc. Mit der Geburt der Kinder haben wir das nebenberufliche Engagement vorübergehend aufgegeben.

Bei der internen Rechnung in der Partnerschaft für das anpeilen der möglichst ausgeglichenen Waage, haben wir alle Schultage, welche jeweils der eine oder andere besucht hat, als Stellenprotzente aufgerechnet. In den letzten 5 Jahren sind wir insgesamt ungefähr je 100 Tage zur Schule.
Scheri
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"Nuvole" schrieb:

Ich schätze eure Offenheit gegenüber den verschiedenen Familienmodellen. Habe das in meinem Umfeld anders erlebt und oft darunter gelitten.


In der Stadt ist es sicher einfacher, sich nicht von Wertungen anderer gestört zu fühlen. Jedoch habe ich als Vater von drei Kindern als erste Reaktion gerade von Müttern auch grosses Unverständnis geerntet, wenn ich gesagt habe, ich arbeite 60%. Oder es wurde grosses Bedauern ausgedrückt, wenn sie hörten, dass meine Frau 80% arbeitet. "Das ist aber schon sehr hart..." Dabei denken solche Mütter einfach als erstes an all die Arbeiten die sie als Familienfrauen unentgeltlich zum Wohle der Familie tun und können sich daneben kein 80% Pensum vorstellen. Es braucht dann Erklärungen meinerseits, dass ich als Familienvater alle diese Erziehungsaufgaben und Haushälterischen arbeiten natürlich genauso und oft auch mehr abdecke, als meine Partnerin. Gerade beim Begleiten unserer drei Jungs (Erziehung), macht es für mich als Mann absolut Sinn, dass sie einen sehr präsenten Vater haben.
Nuvole
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@scheri
Euer Weiterbildung-Arbeitszeitberechnungsmodell ist interessant. icon_smile.gif

Ja, ich habe aufgehört, mich zu rechtfertigen. Und Erklärungen zu unserem Familienmodell gebe ich nur noch, wenn echtes Interesse dahintersteckt.

Ich finde, man kann nie 1:1 vergleichen. Wir hatten z. B. kaum Möglichkeit, unsere Eltern einzuspannen. Sie waren entweder zu jung oder zu alt. Und dennoch spürte ich immer wieder Neid. Erstens weil wir uns als kinderloses Paar nur 140 % leisten konnten, dann dass ich trotz den Geburten meine Arbeitsstelle halten konnte. Dann die zusätzlichen zwei Monate Urlaub. Dann dass mein Mann reduziert arbeiten kann etc.

Ich weiss, dass wir in dieser Beziehung privilegiert sind und schätze das auch. Und setze mich z. B. auch auf Gemeindeebene dafür ein, dass Eltern Entlastung finden. Egal wie die aussieht.

Finanziell muss sich bei uns übrigens niemand zurückgesetzt fühlen: alles Geld kommt zusammen und daraus bekommt jedes Familienmitglied einen Lohn ausbezahlt, mit dem es seine privaten Auslagen (Geschenke, Kleider, Vergnügungen...) bezahlen kann.