Freche Teenager-Tochter

stefi
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 12.03.2007
Beiträge: 64
w-lan ab machen wir öfters, z.B. wenn sie spätabends noch drauf ist, obwohl Schlafenszeit wäre (mit dem handy ist Licht löschen eben nicht gleich entspannen und einschlafen). Manchmal versteht sie's und akzeptiert's. Wenn ich das w-lan aber abschalte, weil sie mich soeben grad ganz respektlos angemotzt hat (ja, ich kann auch trotzen!!), dann wird wie wütend und stellt es bei der nächsten Gelegenheit wieder an. Eigentlich bin ich nicht so der "Entzugs-Typ" sondern bin der Meinung, mit Verhandeln und Abmachen sollte es klappen. Schwierig wird's, wenn Abmachungen nicht klappen und man über diese Dinge dann doch wieder täglich streitet!
Abmachungen einhalten ist halt auch so etwas, was gelernt werden will.
Irma La Douce
Dabei seit: 06.09.2004
Beiträge: 1394
Wenn wir es schon Teenies haben, könnt ihr mir bitte auch einen Tipp geben?

Die Kinder meiner Schwester (Sohn 16, Tochter 14) kommen jeden Donnerstag zu uns zum Mittagessen. Diesen Donnerstag kam nur die Tochter und dies lief so ab: sie kommt rein, als erstes nimmt sie das Handy aus der Tasche und geht gleich ins Internet (ich habe ihr das Passwort für WLAN gegeben), legt sich aufs Sofa und surft im Internet bis ich zum essen rufe. Nach dem essen legt sie sich aufs Sofa und surft im Internet. Man kann mit ihr nicht reden, weil man nicht weiss, ob man sie stört und will sich ihr auch nicht aufdrängen. Dann sagt sie, ach, es ist so gemütlich bei euch. Meine zwei kleinen Kinder freuen sich immer wenn sie kommt und würden gerne auch mit ihr spielen, aber sie zeigt Null Interesse, und ich kann sie ja nicht zwingen. Aber irgendwie nervt mich dieses asoziale Verhalten. Was könnte ich machen?

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 14.09.2012 um 21:14.]
kaye
Dabei seit: 25.11.2009
Beiträge: 972
Also in dem Kampf kannst Du nicht gewinnen. Du bist dafür zuständig, die Atmsphäre im Haus trotz Pubertät im allgemeinen angenehm zu halten, und das Gemotze und Tit-for-Tat auf Ausnahmen zu bechränken. Es ist eine Kunst... und Du hast noch ein paar Jahre zum Ueben. Gewisse Dinge, und im Lauf der Jahre immer mehr, kann Deine Tochter gut selbst entscheiden. Zb. die Schlafenszeit, da hast Du nichts mehr zu melden, besonders wenn sie ja in der Schule soweit ok mitkommt. Ihr Zimmer - halte Dich raus, ist ja toll dass sie es einmal pro Woche aufräumt. Ihr Handy - da setzt Du die Limite rein finanziell, ich nehme an, Du bezahlst es. Bezahl weniger, dann ist es ihr Bier, wieviel sie es braucht, ob am Tag oder in der Nacht.
Andere Dinge betreffen die ganze Familie, da gibt es halt Regeln, zB. Puff im Bad. Konsequenzen sind vielleicht immer noch am besten direkt, dh. zB. was nicht aufgeräumt ist verschwindet. Aber wirklich nur im gemeinsamen Bereich! Und mit Humor!
Wenn sie muffelig wird, wenn Du was verlangst von ihr, frag dich, ob Du vielleicht zuviel verlangst.
Ich bin da selber (immer noch) sehr empfindlich, auf Forderungen reagiere ich selber unwillig. Umso mehr auf Kritik... das hat man einfach nicht gern. Steuere sie höchstens noch indirekt, über positive Rückmeldungen. Offenbar macht sie ja auch ganz vieles sehr gut.
Einen totale Gegenseitigkeit ist in einer Eltern-Kind-Beziehung nie vorhanden. Kinder sehen nicht ein, warum sie den Eltern genauso helfen sollen wie wir ihnen. Solange die Macht unterschiedlich verteilt ist, ist es auch die Hilfeleistung. Und Trotzen zuhause ist ein Vertrauensbeweis, ob mit 2, 4 oder 14 Jahren. Man muss Frechheit nicht hinnehmen, man darf nicht alles nicht hinnehmen, aber diese Kämpfe werden unbedingt gebraucht vom Kind!
Holzwurm
Dabei seit: 28.12.2008
Beiträge: 2952
ild, w-lan-passwort ändern!!!!

have a nice day
taraxacum
Dabei seit: 27.01.2004
Beiträge: 1317
@stefi
Ausgang: Unter der Woche gibt's bei uns keinen Ausgang. Am Wochenende ist das sporadisch und wird auch von "Fall zu Fall" zeitlich geregelt. Das Maximum ist 23.30 am Schulball, 1x im Jahr. Ansonsten bewegen sich bei uns die Nach-Hause-Komm-Zeiten zwischen 21 und 22.30 Uhr. (für die 14jährige)

Handy: Die 14jährige hat kein Internet-Abo (wurde von uns Eltern nicht erlaubt). Fact war, dass das Natel nachts nicht abgeschaltet wurde, mitten in der Nacht telefoniert und ge-sms-let wurde. Da Tochter die Handhabung nicht im Griff hatte - haben wir ab Schulbeginn im Sommer klar geäussert, dass das Natel ab sofort (wenn am nächsten Tag Schule ist) die Nacht ausserhalb des Zimmers verbringt. Sollte es nicht funktionieren, ziehen wir es für eine Weile ein. Am We darf sie es im Zimmer haben über Nacht. Natürlich hatte sie keine Freude. Hat dann das Handy jedoch murrend vor der Tür ans Ladegerät gehängt.
Fazit seit Mitte August: Tochter ist MASSIV augeglichener (wobei sich auch die schulische Situation verändert hat); Tochter ist auch tagsüber MASSIV weniger am Handy, schreibt weniger sms (vorher hat sie die 3000er-Marke regelmässig erreicht); ist erreichbarer für Gespräche und gemütliches Zusammensein.
Mir ist bewusst, dass dies nicht nur Natel-abhängig ist - und dennoch bin ich überzeugt, dass sie viel besser schläft, erholter ist und entsprechen auch mehr "erträgt".

@ild
Ich persönlich würde klar kommuniziern, was ICH will, und was ich NICHT will. In konkretem Fall könnte das heissen (kommt wohl ein bisschen drauf an, wie lange sie da ist):
vor dem Essen, Internet i.O., am Tisch und nach dem Essen ist das Natel verräumt. ....oder......
5 Min. vor und 5 Min. nach dem Essen i.O., rest verräumt

für MICH würde es heissen:
Wenn du zu mir zum Mittagessen kommst, möchte ich nicht, dass du diese Zeit am Handy hängst. Wir können plaudern, du kannst den Frust über die Lehrer loswerden oder auch einfach nichts sagen - aber dich nicht hinter das Handy zurückziehen.

(klar ist es gemütlich bei euch, da darf sie ja auch ins Internet, ohne dass jemand etwas sagt *g)



Wisse immer was du sagst, aber sage nicht immer, was du weisst.
RenaW
Dabei seit: 06.10.2005
Beiträge: 1792
Stefi, grundsätzlich denke ich ähnlich wie Du: die besprochenen Abmachungen sollten eingehalten werden, ohne Strafe oder Konsequenz.
Trotzdem muss ich auch @taraxacum recht geben: wer sich nicht an die Abmachenungen hält, muss die Konsequenzen tragen. Wenn also Deine Tochter das w-lan wieder einschaltet, dann gibt sie das Handy ab.
Natürlich wäre es der einfachere Weg einfach nach zu geben und sie machen lassen. Nur es bringt niemandem was. Denn natürlich rebelliert man mit 14, schliesslich ist man ja in der Pubertät. Dass heisst aber noch lange nicht, dass sie tun und lassen darf was sie will und sie wird auch später mal merken, dass nicht alles nach ihrem Kopf läuft.
*Plüsch*
Dabei seit: 20.04.2010
Beiträge: 247
@ Stefi: Lies dich hier mal etwas quer. Da hat es auch viele gute Tipps drunter:
http://www.wireltern.ch/forum/beitraege/erziehung/muessen-pubertaetskaempfe-sein/53/?tx_mmforum_pi1%5Bpid%5D=seite&tx_mmforum_pi1%5Bsword%5D=pubert%C3%A4tsk%C3%A4mpfe#pid2410628

Bei uns war mit 14 J. Ausgang unter der Woche nicht drin, auswärts übernachten schon gar nicht. Man war ja auch mal jung und weiss, wie spät es da wird icon_wink.gif Am Freitag und Samstag sah ich das lockerer, irgendwo rumstreifen gab es aber nicht, ich wollte wissen, wo die Damen waren. Waren sie bei Freundinnen zuhause durften sie etwas länger bleiben, Kino-Spätvorstellung gab es nicht, waren sie in der Stadt wurde festgelegt, welcher Bus spätestens zu nehmen war. Sie wussten, dass, wer sich nicht dran hält, eine Zeit lang zuhause bleibt. So hat das gut geklappt. Manchmal versuchten sie dann mit mir zu verhandeln, und bei speziellen Anlässen gab ich dann auch mal nach. Klar hiess es auch bei mir "aber alle anderen dürfen auch..." Ich bin aber nicht alle anderen icon_wink.gif Sie haben es überlebt icon_wink.gif
Noch heute (Ladies sind jetzt 16 & 18 ) will ich wissen, wo sie sind, die 16-Jährige hat fixe Zeiten, zu denen sie zuhause sein muss, die 18-jährige sagt mir immer, wann sie zuhause zu sein gedenkt, und verschiebt sich das mal, bekomme ich eine SMS. Das klappt wunderbar icon_smile.gif

WLAN; oje, auch so ein Thema. Vor der Konf hatten beide kein Handyabo und auch kein WLAN eingerichtet. Wollte jemand surfen mussten sie an den PC. Leider hatten wir uns verkalkuliert; die Kleine fand ein offenes WLAN in der Nachbarschaft und surfte so stundenlang, auch nachts, bis wir das merkten. Da blieb das Handy dann eine Zeit lang ausserhalb des Zimmers in der Nacht. Klar war die Begeisterung nicht gross, aber in gewissen Momenten bestimme ich einfach. Dafür schlief sie wieder nachts und war fiter am Morgen.

Ich glaube, manchmal muss man einfach Regeln durchsetzen, auch wenn man bei den Kindern nicht auf grosses Verständnis stösst. Sie haben zwar das Gefühl, erwachsen zu sein und alles zu wissen, dass das nicht so ist, wissen wir ja alle icon_wink.gif Für mich sind solche Regeln oft sogar zum Schutz der Pubis.
Gewisse Regeln lassen sich sicher auch diskutieren oder die Konsequenzen mit den Kindern aushandeln.

Das schönste Kompliment bekam ich übrigens von meiner Tochter, nach der Unterzeichnung ihres Praktikumsvertrages, als dritte in der Klasse hatte sie eine Stelle nach der Sek. Ich musste sie zuvor regelmässig zwingen, Telefonate zu führen und Bewerbungen zu schreiben. Oft verbot ich ihr den PC und TV, bis das Nötige getan war. Was hat die junge Dame gewettert!
Nach der Unterzeichnung des Vertrages kam sie dann mal zu mir und sagte: "Danke Mami, dass du mich gezwungen hast, so viele Bewerbungen zu schreiben und herumzutelefonieren. Sonst hätte ich noch lange keinen Vertrag!"
Lustig finde ich auch, wie sie beim Vater ihre Halbschwester zu erziehen versucht; Vieles, was sie vor zwei, drei Jahren noch absolut daneben fand, fordert sie nun von der Kleinen auch und meinte mal zu mir "naja, so daneben war doch nicht, was du für Regeln aufgestellt hattest". Tat irgendwie noch gut icon_smile.gif

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 16.09.2012 um 10:26.]
Connie72
Dabei seit: 03.06.2012
Beiträge: 145
Plüsch: du hast völlig recht, manchmal muss man die Teenis wirklich zu ihrem Glück "zwingen". Bei uns war es ähnlich wie bei Dir, sie hatte als eine der ersten eine Lehrstelle! Und reagierte genau wie deine mit ähnlichen Worten. Und wegen dem erziehen von jüngeren: das ist bei uns genau so, meine Schwester regt sich jeweils fürchterlich auf wenn meine (15 und 17) ihre beiden (7/5) erziehen wollen.....

Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag.
glimmer
Dabei seit: 24.05.2012
Beiträge: 3
Hoi zusammen
Dieses Thema kommt mir bekannt vor - auch ich bin ratlos mit meiner "frechen" Tochter (15) - hauptsächlich wenn man etwas von ihr verlangt oder sie auf das Nicht-Einhalten von Abmachungen aufmerksam macht. Leider zieht sich dann ihr freches Verhalten dann über eine Stunde hin. Ansonsten macht sie vieles toll!
Ja, vielleicht war ich zu inkonsequent in der Vergangenheit. Nun möchte ich das ändern. Mich würde interessieren, wie ihr Abmachungen durchsetzt. Beim Smartphone sind die Konsequenzen ja relativ klar, z.B. Wifi abstellen. Wenn ich sie bei Abmachungen, es handelt sich um kleine Dinge, zum x-ten Mal darauf aufmerksam mache - oft halt auch schon genervt, haben wir das Feuer im Dach. Wie setzt ihr Regeln / Ämtlis durch? Welche Konsquenzen gibt es, wenn es nicht klappt? Wie oft erinnert ihr die Teenies an die Regel/Abmachung? Wie bleibt ihr gelassen, wenn man zum x-ten Mal das gleiche sagen muss (z.B. Wir haben die Abmachung, wer keinen Salat nimmt, rüstet sich sein Gemüse selber vor dem Essen. Das klappt nie. Also sage ich: wo ist deine Rohkost? Und wir haben Krach.) Was, wenn der Frust über mich direkt an der kleinen Schwester ausgelassen wird?
Tja, viele Fragen...



RenaW
Dabei seit: 06.10.2005
Beiträge: 1792
Glimmer, wegen der Rohkost würde ich gar nicht mehr fragen. Merkt Deine Tochter während dem Essen selber, dass diese fehlt, steht sie entweder selber auf und holt noch sie noch oder sie isst Salat.
Die Ämtli sind wohl schwieriger. Meine 13jährige Tochter sollte eigentlich "nur" ihr Zimmer selber in Ordnung halten. Wie gut oder schlecht es klappt kann man sich ja vorstellen. Die Konsequenz wird sein, dass ich morgen Mittwoch wenn sie am Nami Schulfrei hat, darauf bestehen werde, dass sie aufräumt. Tja, ich seh und hör sie schonicon_rolleyes.gif Es wird ihr nicht in den Kram passen icon_mad.gif. Nur mit 13 ist ist sie alt genug um Ordnung zu halten und ich rede oft genug an eine Wand.