Kinder umerziehen?

Yuri18
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 15.04.2018
Beiträge: 2
Hallo Zusammen
Unsere Kinder sind 15/12 und 8 Jahre alt. Ich war in der Erziehung immer sehr inkonsequent und trage jetzt die Quittung. Unsere Grossen Beiden sind zwar tolle Kinder geworden. Sind überall gerne gesehen, hilfsbereit, gut integriert, immer sehr höflich und freundlich. Zuhause sind sie normale Teenager.

Sie sind aber Zuhause total unselbständig. Lassen üüüüberall alles liegen. Gerade der Junge und auch sein kleiner Bruder sind ständig am Gamen. Wenn ich es verbiete, was durchaus vorkommt, streiten sie. Sie wussten sich von klein auf nicht selbst zu beschäftigen, was extrem anstrengend ist. Um nicht selbst in ein Burnout zu laufen hab ich Ihnen oft ihren Willen gelassen. Ich kann einfach nicht mehr, es ist mir zuviel, der Haushalt, die Hobbys der Kinder, Hausaufgaben, Therapien und Sorgen mit dem Kleinsten, Arbeit.... ich hab oft keine Kraft und auch keine Lust Grosse Unternehmungen zu machen, der Kleine boikotiert auch vieles und ich hab nicht tagtäglich die Kraft mich immer und immer wieder durchzusetzen.
Ich weis nicht warum ich das schreibe. Es kommt mir so vor als entgleite mir langsam alles. Ich hab das Gefühl das andere ihre Kinder so toll erziehen, ihre Prinzipien haben und durchziehen. Ich scheine nichts richtig auf die Reihe zu bekommen. Ich bin selber total unzufrieden und auch überfordert denke ich.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 15.04.2018 um 10:59.]
yucca
Dabei seit: 08.02.2007
Beiträge: 2889
Und der Vater deiner Kinder?

Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
Yuri18
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 15.04.2018
Beiträge: 2
Er beteiligt sich nicht so sehr. Mit den Kindern macht er praktisch nichts.
yucca
Dabei seit: 08.02.2007
Beiträge: 2889
Dann musst du ihn mehr in die Pflicht nehmen. Die Kinder spühren deine Erschöpfung ganz genau und erweitern ihre „Freiheit“ immer mehr.

Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
kaye
Dabei seit: 25.11.2009
Beiträge: 981
aber vielleicht ist es noch anstrengender, den Partner "umzuerziehen"... mich erinnert das an ein Burnout, und ich würde zu einem Arzt gehen und konkrete Hilfe verlangen. Vielleicht rüttelt es die Familie auch auf, wenn die Mutter einmal komplett ausfällt und in die Erholungskur geht.
Ich glaube, it ein paar Ratschlägen ist es nicht getan, weil es sich schon so lange eingespielt hat. Aber wichtig wäre meiner Meinung nach, für Dich selbst ganz klar zu werden, was Dir wichtig ist und Dir Freude macht. Am besten nur wenige Dinge, ein Highlight pro Tag. Das sollte etwas Positives sein, als nicht "heute weniger gamen erlauben", sondern "heute nehme ich ein gemütliches Schaumbad" oder so ähnlich.
Das kann für Dich sein, oder mit einem, zwei oder allen Kindern, oder als Paar. Darauf konzentrierst Du Dich, und lässt den Rest sein, ohne Dich zu ärgern. Die meisten Teenager sind unordentlich und gamen gerne, das wächst sich aus.
fluff
Dabei seit: 19.04.2018
Beiträge: 15
Der Begriff umerziehen gefällt mir nicht, muss ich sagen, aber ich kann dein Problem nachvollziehen. Ich würde es eher so sagen, dass die Kinder mehr Selbständigkeit lernen sollen.

Je nach Alter kannst du ihnen vielleicht gewisse Aufgaben übertragen, für die sie sich dann Taschengeld verdienen können. Oder Freizeitaktivitäten aussuchen. Auf jeden Fall würde ich sie in die Organisation des Alltags mit einbinden. Spülmaschine einräumen, Wäsche zusammenlegen, mal eine Kleinigkeit kochen, das Bad putzen, Saugen etc. War während meiner Kindheit ganz normal, dass jeder seinen Teil beigetragen hat.

In der Familie meiner Tante war Samstag Haushaltstag für alle, inklusive Kinder. Erst, wenn alles erledigt war, gab es Taschengeld.