KIrchenaustritt der Kinder

fraulein
Dabei seit: 26.10.2003
Beiträge: 1545
Bei jeder Diskussion (oder z.B. Abstimmung) setzt man sich mit pro und kontra auseinander. Wenn viele Eltern aus der Kirche austreten (wiei oft hat das auch mit dem Sparen der Kirchensteuer zu tun?), erleben Kinder daheim automatisch das Kontra durch die Eltern. Wo finden sie dann das Pro, damit sie wirklich eine Entscheidung treffen können?

Für mich würde das klar heissen, dass die Kinder den Unterricht besuchen, abschliessen und dann den Weg gehen, den sie gehen wollen. Man schwänzt auch nicht einfach Algebra, nur weil man den Sinn von Zahlen und Buchstaben in der Mathematik nicht einsieht.

Bei mir (katholisch) haben alle Kinder den regulären Unterricht besucht. Firmung ist heute nicht mehr "automatisch" sondern erst ab 16 Jahren mit speziellen Unterricht. D.h. ein Jugendlicher entscheidet sich dann, ob er sein Taufgelübde wiederholen will (Firmung ist da nix anderes) oder nicht. Also nicht wie die Konfirmation der Evangelischen, der im Unterricht der Abschluss ist. Kann man evtl. auch ablehnen, das weiss ich nicht.

Von meinen 4 Kindern sind in der Zwischenzeit 2 gefirmt und 2 nicht.
Mein Enkel wurde getauft, obwohl seine Eltern beide gar keine oder seltene Kirchgänger sind. Sie hatten sich lange Gedanken gemacht, ob sie taufen lassen sollen, haben sich aber dafür entschieden, weil sie auch der Meinung sind, dass das Kind später selber entscheiden soll, was es möchte. Bis dahin es aber mind. durch den Religionsunterricht kirchliche Erziehung erfährt.

In der 3. Oberstufe gibt es bei uns zwei Möglichkeiten: entweder den Religionsunterricht oder alternativ das Fach "Ethik/Gemeinschaft" zu besuchen. Auch dort erfährt man vieles über (verschiedene) Glaubensformen. Also eine weitere Möglichkeit, neue Einsichten zu gewinnen.

Ich gehe selten in eine Kirche, am liebsten dann, wenn sie leer ist. Was ich aber immer spüre, wenn ich an einem Gottesdienst teilnehme, dann ist das die Energie, die Kraft, die die verbindet, die glauben. Dass manche Dinge in den Kirchen alter Zopf sind, das bestreitet niemand. Aber das Glauben auch verbindet, kann auch niemand abstreiten.

@NCY
Feierst du Weihnachten?

Quest
Dabei seit: 05.11.2002
Beiträge: 935
@fraulein

Ich finde die Frage ob jemand der nicht in der Kirche ist Weihnachten oder Ostern "feiert" so was von daneben.

Das hat absolut nichts mit der Religion zu tun. Und was heisst schon "feiern".

Ich bin auch schon seit Jahren aus der Kirche ausgetreten. Und ja wir "feiern" Weihnachten.
Das heisst, wir laden meine Eltern und meinen Onkel ein, kochen was feines und haben einen gemütlichen Abend. Geschenke haben wir schon vor Jahren abgeschafft. Ausser Sohnemann, er bekommt von Grosi noch Geschenke. Und ja ich habe einen Baum, mit Lichter. Weil ich es so schön heimelig finde, wenn er leuchtet. Und ich habe auch meine Wohnung dekoriert inkl. Krippe. Weil ich finde, in dieser düsteren Zeit, macht es mein Zu Hause gemütlicher.

Wir leben in einer christlichen Welt, mit Werten und allem Drum und drann. Denkst Du denn, das jemand der aus der Kirche ausgetreten ist, keine christlichen Werte mehr hat. Das er anfängt zu stehlen und betrügen etc. Nein genauso wenig, hört man auf die Festtage zu "feiern". Halt anders, ohne das Tam-Tam der Kirche...

Und nicht jeder mag Kirchen. Mir z.B. wird es schlecht, wenn ich in eine Kirche muss. Wahrscheinlich Psychosomatisch, aber so ist es. Ich mag das düstere nicht und ich mag all die Vorschriften nicht. Und Nein ich finde nicht, das Glaube verbindet.

Mein Sohn hat die Kommunion noch gemacht und danach meinte er das reiche und ich habe ihn abgemeldet. Und ja du hast recht, er hat nie ein Pro bekommen zu Hause. Aber anscheinend, hat man das aber auch während der Zeit in der er im Religionsunterricht war auch nicht geschafft.

Aber wer weiss, vielleicht kommt das ja noch.

NYC
Dabei seit: 20.11.2015
Beiträge: 79
Weihnachten wird so halb gefeiert bei uns mit Essen und Zusammensein, manchmal steht ein Weihnachtsbaum in der Stube, manchmal leuchtet irgendwo ein Stern, manchmal aber auch nicht.
Ich bin allerdings selten wirklich an einem Weihnachtsfest dabei, da ich an diesen Tagen meistens arbeite. Ich überlasse diesen Freitag sehr gerne den Personen, denen er auch wichtig ist!
Konsequent genug @fraulein?

Bei uns ist es im Fall so, dass mein Mann katholisch ist und auch oft die Kirche besucht. Ist es nicht auch die Aufgabe von Katecheten, den Kindern bei Sinnfragen Pro-Argumente zu liefern?
Gerade unser Sohn hat bei seinen Eltern direkt PRO und CONTRA und sich zwar gegen Unterricht, allerdings nicht ganz gegen die Kirche entschieden.
Deinen Vergleich mit Algebra finde ich dann eher spassig....
Erstens sind bei einem "Nichtbesuch" des kirchlichen Unterrichts einige Gespräche nötig, die man nicht einfach "Ich habe keine Lust" begründen kann und zweitens ist Algebra eine begründete Wissenschaft mit klaren Beweisen, während die Religion eher auf Erzählungen basiert.
Ansonsten würde ich sofort darauf pochen, dass mein Kind die Kirche des fliegenden Spaghettimonsters besuchen sollte...
https://de.wikipedia.org/wiki/Fliegendes_Spaghettimonster

Universum
Dabei seit: 13.05.2013
Beiträge: 1474
Mein Mann ist katholisch, ich bin konfessionslos- allerdings habe ich mit drei Monaten die ref. Taufe empfangen.
Geheiratet haben wir katholisch und unsere Kinder sind kath. getauft und haben 1.Kommunion gefeiert. In den Religionsunterricht sind sie immer gerne gegangen. Bei uns wird erst mit 18 gefirmt. Das hingegen wollten sie nicht und wir haben das so akzeptiert. Ab und zu haben sie schon geäussert, aus der Kirche austreten zu wollen. Einer zweifelt in der Zwischenzeit an der Existenz von Gott und einem sagt es zur Zeit nicht viel.
Ich habe ihnen empfohlen, nicht auszutreten. Warum? Falls sie mal eine Partnerin heiraten der eine kirchliche Trauung wichtig ist, gibt es keine unnötigen Umstände.
Zudem leisten die Kirchen wichtige caritative Arbeit und sind daher um jeden Steuerfranken froh.

Versprich nichts, wenn Du glücklich bist.
Antworte nicht, wenn Du wütend bist
und triff keine Entscheidungen wenn Du traurig bist.

Autor unbekannt.
GabrielaA
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 5515
Ich bin katholisch, mein Mann reformiert. Er selber geht nie freiwillig zur Kirche. Geheiratet haben wir katholisch und die Kinder auch so getauft.

Den Religionsunterricht besuchte der ältere Sohn die ersten 3 Jahre in der Primarschule. 4 und 5 nahmen wir ihn raus. Das wegen einer ungeheuerlichen und absoluten Behauptung und Unterstellung der Katachetin. Nur weil sie selbst so verbort und konservativ war banghead.gif.

Ab der 6. war jeweils an einem Samstag Blockunterricht.

Firmung ist hier erst ab 18. Er hat letztes Jahr die Firmung gemacht.

Der Jüngere besuchte auswärts die Schule und ging in der Primarschule nur ab und zu in den Rel.Unti. In der OSTSEE ging er regelmässig zum Blockunterricht und nahm auch an den tollen Freizeitaktivitäten teil, wie Alltag, Fimabend etc.

Er wird sich nächstes Jahr firmen lassen.

Ich hasste als Kind den Religionsunterricht. Aber wieder mir noch meinen Eltern wäre es in den Sinn gekommen, weshalb auch gleich zur Kirche auszutreten.

Leider ist heute die Kirche nicht mehr "in". Früher trafen sich die Leute einfach am Sonntag in der Kirche.

Ich fühle mich übrigens nicht besonders wohl in der Kirche. Dies, weil es Leute gibt, die mit Argus Augen jede Bewegung von mir beobachten und keine Gelegenheit aussen lassen, das Maul über andere zu zerreissen.

Lieber besuche ich den Gottesdienst in der grossen Kirche, wo ich anonym bin.

Meine Kinder mussten dafür nie zur Beichte. Mit 9 oder 10 Jahren zur Beichte zu gehen- müssen - finde ich total daneben.
Marianne354
Dabei seit: 10.10.2017
Beiträge: 4
Hallo!
Ich finde das Religion überbewertet wird. Halte es für wichtiger ethisch korrekt zu sein bzw. eine Erziehung in Ethik zu erhalten.

Harlekin
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 15.10.2002
Beiträge: 5
Hallo zusammen.
Danke erst mal für Eure Antworten. Natürlich ist der Kirchenaustritt und Religion ein Thema,das polarisiert. Ich war nie ein Religiöser Mensch und werde das wohl auch nie werden.

Meine Kinder werden das ganze wohl durchstehen müssen, denn meine Ex-frau lässt in diesem Punkt nicht mit sich reden. Weder mit mir noch mit den Kindern. Was ich persönlich schade finde, aber so ist Sie halt. Vermutlich wird Sie Ihre Meinung ändern,wenn der Konfirmationsunterricht ansteht und die Kinder nicht gehen wollen. Ich denke nämlich nicht,dass Sie mit den Vertretern der Kirche diese Diskussion führen möchte....

Sic vis pacem parabellum
*Fanta*
Dabei seit: 22.01.2006
Beiträge: 981
"Harlekin" schrieb:

Vermutlich wird Sie Ihre Meinung ändern,wenn der Konfirmationsunterricht ansteht und die Kinder nicht gehen wollen. Ich denke nämlich nicht,dass Sie mit den Vertretern der Kirche diese Diskussion führen möchte....


der Konfirmationsunterricht ist jedoch gar nicht obligatorisch, also wird dann deine Frau gar keine Diskussion führen müssen!