Wann entwickeln sie Trotz und testen die Eltern

Jackyxx
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 12.06.2016
Beiträge: 2
Hallo liebe Mami's und Papi's

ich bin neu hier und melde mich auf Ratschlag meiner Tante an. Wir sind seit Ende 2014 glückliche Eltern. Wir durften einen grossen, kräftigen Jungen begrüssen und sind bis heute sehr sehr glückliche Eltern.

Ich bin eine junge Mutter (bin vor kurzem 25 geworden) fühle mich aber in der Regel sehr sicher im Umgang mit unserem Sohn. Wir haben auch nie grössere Probleme im Sinne von viel schreien, toben etc. Bei mir ist er sehr pflegeleicht. Ich kann ihn morgens in seiner Spielwiese im Wohnzimmer lassen und die Wohnung putzen. Ich kann kochen oder auch mal andere Arbeiten erledigen. Er spielt für sich, schaut mir zu und döst. Pünktlich gegen Nachmittag hält er sein MIttagsschläfchen. Jedoch nicht immer. An manchen Tagen lässt er keinen Mittagsschlaf zu, spielt aber ruhig. Wir gehen soweit das Wetter es zulässt oft raus. Ansonsten hat er sein eigenes Kinderzimmer, wo wir dann zusammen spielen. Das sind diverse Spiele, von Verstecken bishin zu Trommeln, Kitzeln oder einfach mit den SPielautos rumrasen icon_smile.gif Abends konnten wir ihn immer so gegen 19 Uhr ins Bettchen legen, seine Milch oder Saft dazu, etwas Musik laufen lassen oder er hat sein Plüschtierchen das singt auf knopfdruck und wir kuscheln noch. Dann sagen wir gute Nacht, immer alle beide und gehen raus. Er spielt friedlich ein paar Minuten und schliesslich schläft er.

Bei meinem Partnet ist er schon etwas aktiver und lauter. Ich muss sagen, ich glaube es liegt etwas an der Ausstrahlung. Ich bin eine sehr ruhige Persönlichkeit die sehr auf die Ausstrahlung achtet. Ich achte sehr auf eine ruhige Atmosphäre ohne Unruhen, oder viel Lautstärke (klar spielen wir auch mal lauter, aber es gibt kein "schimpfen" mit viel Lautstärke oder lautes Schreien beim spielen etc.) Mein Partner ist ein gelassener aber emotionaler Mensch. Er kommt manchmal an seine Grenzen und es fällt ihm dann schwer ruhig zu bleiben. Nicht im Sinne von, dass er je etwas antun würde. Aber er weist ihn auch mal zurück oder wenn der Kleine beispiel das Glas vom Tisch nehmen will sagt er auch mal bestimmt nein. DIe Unruhe die ich meine liegt vorallem in seiner Ausstrahlung, man sieht es ihm dann an, die Bewegungen werden hektisch, er verzweifelt etc. Deshalb ist er bei ihm wahrscheinlich auch unruhiger als bei mir. Mein Partner kann zum Beispiel nicht mal die Wohnung putzen und das Essen vorbereiten. Kaum geht er aus dem Wohnzimmer schreit der Kleine schon.

Mit ein paar Tricks und Tipps von mir und mit mehr Beachtung auf seine Auswirkung auf andere läufts viel besser.

Nun, unser Sohn bekam schon früh die Zähne. Mittlerweile sind die vorderen Zähne oben und unten da. Backenzähne auf jeder Seite eins oben und unten. Als er die Zähne bekam war er nicht auffällig. Er nahm auch nie einen Beissring an, egal ob gekühlt oder nicht. Aber wir hatten auch nicht das Gefühl, dass er es braucht. Er war weder mehr am Schreien noch quengeliger als sonst.

Sein Schlafrhytmus ist: Er geht so jenachdem zwischen 18.00 und 20.00 ins Bett. Dann wird er gegen 00 Uhr geweckt zum wickeln. DIe Windel ist dann immer sehr voll und würde auslaufen, sollten wir sie bis zum Morgen nicht auswechseln. Er trinkt tagsüber sehr viel, am liebsten Wasser. Was wir sehr begrüssen. Auf jedenfall schläft er da weiter. Im Bettchen hat er immer ein Schoppen mit Wasser, sollte er mal wachwerden und durst haben. Er schläft dann bis 9 Uhr durch. So gegen Mittag schläft er nochmal 1-2 Stunden. Vormittags ist er sehr ruhig, er hat eine längere Phase um wach zu werden und hört dann Musik und spielt mit seinem Spielzeug während er sich immer wieder mal kurz hinlegt. Ich mache in der Regel dann den Haushalt und das Essen. Morgens gibts immer eine Frucht zum Frühstück und ein Schoppen mit Milch. Mittags dann etwas mit Gemüse. Abends abwechselnd wieder Früchte oder Brötchen mit Aufschnitt oder dergleichen. Abend und Frühstück kann auch mal wechseln, jenachdem wie er hunger hat.

In letzter Zeit beginnt er jedoch vermehrt zu kreischen. Das ist sehr ohrenbetäubend. Wenn wir kurz uns i-wo hinsetzen, weg von ihm macht er es. Und wenn er müde wird, er reibt sich immer die Augen, Augen fallen zu und er gähnt. Er lässt sich dann auch immer wieder fallen und bleibt kurz sitzen/liegen. Das ist soweit normal nur beginnt er dann bei der kleinsten Anzeichen ihn zum schlafen zu animieren, ins Bettchen zu bringen oder sonst einfach zu lassen zu schreien. Er steht auf, springt, schmeisst mit allem was er nehmen kann um sich und kreischt, tobt und schreit. Er weint herzzerreisend usw. Wir nehmen ihn hoch, singen was vor, sitzen bei ihm, geben ihm zu trinken, beschäftigen ihn etc. Es hilft einfach nichts. Er schreit und schreit und wenn er sich dann endlich mal hinlegt darfst du nicht mal den Kopf drehen ohne dass er hochschiesst und weiter macht. Heute haben wir ihn nach 2 Stunden und etlichen Versuchen (bei uns lassen, nochmal spielen lassen dass er sich auspauert, im Bettchen zu ihm liegen usw.) in sein Bettchen gelegt, die Türen geschlossen und schreien lassen. 1 STunde hat er geschrien, gekreischt, gesprungen, gegen das Bett treten, gegen die Wand mit Schoppen schlagen etc. nun schläft er ruhig und friedlich.

Ich wollte wissen, wer kennt das? Wie geht ihr damit um? Ich fühle mich auf der einen Seite schlecht. Ich finde den Gedanken schlimm, unseren Sohn mit weinen und schreien einschlafen zu lassen. Andererseits sind wir einfach auch müde geworden, das zerrt so an einem, man versucht was man kann und es geht nicht. Irgendwann konnten wir nicht mehr und haben es so versucht. Ich höre diverse Meinungen und mich würde einfach interessieren, wie andere Mütter/Eltern das machen, wie sie damit umgehen, was für Tipps gibt es?

Ich danke euch schonmal zum Vorraus icon_smile.gif
RenaW
Dabei seit: 06.10.2005
Beiträge: 1792
In dem Alter eine Stunde bei geschlossener Zimmertür schreien lassen, ist schon grad sehr krass.
Auszeiten sind schon gut, aber mit begrenzter Dauer (ein paar Minuten). Dann sollte die Türe wieder geöffnet werden. Weil in dem Alter können Kinder noch keine Zusammenhänge erkennen, erst recht nicht wenn sie gerade einen Trotzanfall haben. Das wird noch eine Weile dauern, bis er verstehen wird, warum die Türe zu gemacht wird wenn er tobt.
Die Trotzanfälle muss man aushalten lernen. Aus Erfahrung weiss ich wie schwer das sein kann. Meine jüngere Tochter ist inzwischen 11 Jahre alt und tickt hin und wieder immer noch aus. Es ist schon besser geworden, es kann aber gut sein, das irgendwann wieder so eine Phase kommt wo es wieder zu nimmt (was auch mit der (Vor-)Purbertät zusammen hängen kann).

Wenn er müde ist und anfängt herum zu schreien vor lauter Müdigkeit, dann ist es nicht gut wenn ihr singt, ablenkt und beschäftigt. Dann ist es besser wenn ihr euch ruhig mit ihm wohin setzt wo es still und nicht zu hell ist und einfach wartet bis er schläft. Meine Töchter sind lange so eingeschlafen und dann konnte ich sie in ihr Bett tragen. Oder wenn s geht legt ihr euch zu ihm in sein Bett. Wenn gar nichts hilft, halt schauen, dass er bei euch im Zimmer schlafen kann (das Kinderbett oder ein Reisebettchen neben euer Bett, wenn ihr ihn nicht in eurem Bett wollt). Das wichtigste ist einfach Ruhe rein bringen zum einschlafen.
RenaW
Dabei seit: 06.10.2005
Beiträge: 1792
Im übrigen habe ich den Eindruck, dass er sehr viel schläft. Meine beiden Mädels habe ich jeweils auch so um 20h +/- Abndes ins Bett gebracht, dann waren sie aber irgendwann zwischen 6 und 8h morgens wach, wenn nicht dann waren sie bestimmt krank. Mittagsschlaf haben sie auch so um die 2 Stunden gemacht.
Ich kann mir vorstellen, dass sich das Schlafbedürfniss von Deinem Sohn verändert. Versuch mal heraus zu finden, ob es besser ist, ihn erst um 20h ins Bett zu bringen.
lirumlarum122
Dabei seit: 18.09.2013
Beiträge: 202
Bitte nicht alleine schreien lassen. Ist euch ja selber nicht wohl dabei. Die sogenannten "Trotzphasen" können wir nicht stoppen oder verkürzen. Ist etwa so wie bei einem Gewitter. Geht vorüber. Wir können aber dafür sorgen, dass das Gewitter möglichst wenig Schaden anrichtet. Allein schreien lassen sagt dem Kind: Du bist verkehrt. Wir wollen nichts mit dir zu tun haben.
Franz Josef Neffe
Dabei seit: 17.11.2006
Beiträge: 1032
Trotzen allein geht nicht. Es braucht immer einen Zweiten, der dagegen trotzt - und wenn es ein Pädagoge ist.
Trotz ist Druck, der Druck provoziert.
Wer dem Trotzenden auf den Leim geht und in die Konfrontation geht, hat schon verloren - auch wenn er gewinnt.
Konfrontation blockiert und verschleißt die Kräfte.
Für echte Problemlösung muss man die Kräfte im Menschen lenken, und das geht nur mit SOG-WIRKUNG.
SOG ist das Grundprinzip der neuen Ich-kann-Schule.
Wenn wir uns was einfallen lassen, was ZIEHT, werden wir für die Kräfte interessant. Sie fühlen sich BESSER behandelt und folgen uns dann lieber als ihrem besetzer, der mit ihnen noch nicht so gut umgehen kann.
Limmer der, der zuerst LERNT.
Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe

"Wenn ich Sie in dem Irrtum lasse, dass ich es bin, der Sie gesund macht, dann mindere ich Ihre Persönlichkeit!" Émile Coué
goodie
Dabei seit: 12.11.2011
Beiträge: 3330
Also meine Tochter wollte glaub bereits ab 1.5 Jährig schon kein Mittagsschlaf mehr machen. Ich dachte mir okey, wenn du das aushältst. Ich hab sie abends so ca um 19.00 Uhr dann schlafen gelegt und NICHT mehr geweckt, egal ob Windel voll war oder nicht. Wenn sie mal stress gemacht hat am Abend hat mir jemand glaub hier aus dem Forum geraten nach dem Zu-Bett-geh-Ritual kein Trara mehr machen, kein Liedchen singen oder Licht machen. Ich habe sie ins Bett gelegt und bin raus gegangen, hab höchstens gesagt, jetzt ist Schlafenszeit. Schreien gelassen hab ich sie nicht, höchstens ein paar Minuten und wenn nichts geholfen hat bin ich mit einem Stuhl neben das Bettchen gesessen, hab aber nur gesessen und gewartet und gesagt dass sie jetzt schlafen soll.
Hatte nämlich bei meiner 1. Tochter genau diesen Fehler gemacht und geweckt für Schoppen oder Windel wechseln und das Ergebnis war dann dass sie 16 Mt. alle 2 Std wach war und ich völlig fix und fertig. Heute (mit 16) ist sie zwar eine Schlafmütze aber damals war das mein Horrorerlebnis.

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi