Wenn Mütter die Gewissenskeule schwingen

Nathalie Sassine
Dabei seit: 30.09.2015
Beiträge: 6
Liebes Universum (realisiere gerade, was das für ein cooler Nick-Name das ist!) Entschuldigen Sie, ich wollte niemandem auf den Schlips treten.. Ehrlich gesagt habe ich mir nie Gedanken gemacht, wieviele Stunden mein Haushalt beansprucht, man macht ihn halt einfach, richtig? ABER ich habe ich weder Garten noch Kochten miteingerechnet in meinem vorherigen Kommentar. Wie auch immer, jeder so, wie er kann und will. Es ging mir vor allem um den unterschwelligen Vorwurf, ich mache ja nichts wirklich 100%, ausser arbeiten... icon_wink.gif

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 04.11.2015 um 14:34.]
Blue64
Dabei seit: 20.08.2003
Beiträge: 1456
Frau Sassine, schon Ihren Beitrag vergessen "Muss Mami mitspielen"???

Zitat: "...Ich wäre nämlich zwar im Haus, sitze aber entweder im Büro und arbeite (in der Woche) oder liege im Liegestuhl und lese (am Wochenende). Denn das Mami meiner Tochter geht davon aus, dass Kinder keinen Erwachsenen brauchen, der mit ihnen bastelt/spielt/lustig ist....."

Naja, viel Zeit bleibt da ja nicht mehr - ein bisschen Haushalt muss ja sein, wobei Sie sowieso immer wieder durchscheinen lassen, dass die Männer+Väter von heute gefälligst ihre Hälfte dessen erledigen, was neben Büro und bezahltem Job anfällt!

Und offenbar lesen Sie meinen Kommentare nicht oder nicht genau: nicht die 100% Arbeit stören mich, sondern dass Sie werten und dass Sie der Meinung sind, neben 100% Arbeit kann man sich auch noch 100% um sein Kind/seine Kinder kümmern, um seinen Partner und die Beziehung und auch noch einen Haushalt führen.

Und ich vertrete die Meinung: weniger als 100% für unsere Kinder ist Pfusch!



Ich denke, also bin ich hier falsch !
Nathalie Sassine
Dabei seit: 30.09.2015
Beiträge: 6
Ach darauf spielen Sie an, liebe Blue64! Alles klar. Nur, wenn weniger als 100% für die Kinder Pfusch ist, kann ich davon ausgehen, dass Sie weder beim Haushalt (für den haben Sie ja dann keine Zeit mehr), noch für die Haushaltskasse (dafür ist dann ja wohl der Mann zuständig, alleine) beisteuern, richtig?

Womit ich wieder am Anfang stehe: Jede(r) so, wie er kann und will. Entgegen Ihrer Meinung werte ich nicht, ob Eltern beide arbeiten oder nicht. Das ist jeder Familie und ihrem Portemonnaie selber überlassen (wobei viele Familien diese Wahl gar nicht erst haben). Sie hingegen erlauben sich zu behaupten, ich sei keine 100-ige Mutter, weil ich beruflich tätig bin. Das ist wertend und erstuanlich, dass es Sie so aufregt. Schliesslich schade ich Ihnen ja nicht damit, oder?

Diese "Mommy-Wars", in denen darum gekämpft wird, wer die bessere Mutter ist - die "Karriere-Frau" oder die "Daheimgebliebene" - hindern uns Mütter daran, uns vernünftig auszutauschen und solidarisch an einem Strang zu ziehen. Schade, finde ich. Sie nicht?
bubble36
Dabei seit: 31.01.2003
Beiträge: 730
<Ich helfe dir, wenn du eine Prüfung hast, indem ich dich ermutige, zu lernen und dir anbiete, dich abzufragen.

Ich helfe dir, Ziele zu setzen und zu verstehen, was du tun kannst, wenn es nicht so gut läuft, obwohl du dann meist mir gegenüber ausflippst. Es macht mir nichts aus, denn ich will ja, dass du eine gute Ausbildung bekommst und lernst, Probleme zu lösen.>

Ich lese nicht, dass sie sich als Heldin darstellt, sie schildert einfach den normalen Wahnsinn des alltäglichen Lebens.icon_wink.gif
All diese Dinge die diese Dame erwähnt, sind absolut 100% so wie sie tagtäglich geschehen. Aber eben, aus welchem Blickwinkel wollen sie ihr Leben anschauen?

Es liegt im Auge des Blickwinkels wie wir diesen Text verstehen (wollen!).
Ich sehe im Text nämlich auch die Stellen die sie hervorhebt, wie z.Bsp.
"es macht mir nichts aus, denn ich habe ja dich..."

Auch diesen Satz haben sie uns vorenthalten, und der drückt meiner Meinung nach auch etwas aus.

"I have had the privilege and joy of having you as my son. That is my payment."

Die Frage wäre, warum regt sie dieser Text so auf, und warum sehen sie nur Negatives darin?

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 04.11.2015 um 15:15.]
Blue64
Dabei seit: 20.08.2003
Beiträge: 1456
Oh ja, Frau Sassine, wenn es um die Kinder geht, die ja die Zukunft sind, werte ich. Und zwar immer!

Nein, solidarisch - auch das hab ich schon mal in diesem Forum vor nicht allzu langer Zeit erklärt - fühle ich mich sicher nicht mit allen Müttern!
Denn Solidarität beinhaltet gleiche Werte, ist eine Gemeinschaft durch innere Verbundenheit aneinandergekettet.

Und wer zu Kindern A sagt, kann nicht auch zu 100% Job A sagen.
Wer genau liest, liest was?
Nicht DASS Frau berufstätig ist, stört mich persönlich, sondern die Tatsache, dass Frau denkt, 2 oder mehr Dinge gleichzeitig zu 100% machen zu können.

Naja, eventuell sind Sie besser als Napoleon .... könnte ja sein! *ironieoff*

Und in einem haben Sie Recht: viele Jahre war ich nicht berufstätig, bewusst, eben w e i l ich meine Kinder wirklich s e l b s t aufwachsen sehen wollte, sie erziehen wollte und sie kennen lernen wollte.
Eben w e i l es so einen kurze Zeitspanne ist, die sie wirklich auf uns Eltern angewiesen sind. Ich weiss nicht, ob wir auf mein Gehalt angewiesen gewesen wären, wir haben unser Leben einfach so gestaltet, dass das Gehalt meines Mannes gereicht hat.

Aber vor Müttern, die - z.B. weil Mann sich auf einmal selbst verwirklichen muss - allein dastehen mit den gemeinsamen Kindern, die 60%Prozent arbeiten, um alle über den Alltag zu bringen, die 100 % den Kinder geben und akzeptieren, dass der Haushalt halt unter die 40% rutschen, vor denen zieh' ich dreimal den Hut!!! Die leisten wirklich was im Leben!

Nur, Kinder werden älter, selbständiger - ihr Leben ändert sich und das der Eltern ......




Ich denke, also bin ich hier falsch !
Nathalie Sassine
Dabei seit: 30.09.2015
Beiträge: 6
Wieso mich dieser Brief so nervt, steht im Text. Hinzufügen möchte ich, dass es mir darum geht, dass dieses "ICH BIN MUTTER" Getue (was für mich ein solcher Brief darstellt) langsam etwas peinlich ist. Ich krieg ein Kind und bin deshalb Mutter. Das ist keine Errungenschaft, keine Leistung, das ist Biologie. Deshalb nervt es, wenn sich eine Mutter das so gross auf die Fahne schreibt. Das ist alles.

Zur Berufstätigkeit: Die ist also nur legitim, wenn der Mann abhaut? Und was, wenn er abhaut, BEVOR ich einen Job habe? Wie auch immer, das führt zu weit. Es ist doch auch gut, wenn nicht alle ihr Leben auf dieselbe Art leben. Dennoch glaube ich weiterhin, sowohl eine gute Unternehmerin, als auch eine leidlich gute Mutter zu sein. Sonst würde ich mein Leben anders leben.
bubble36
Dabei seit: 31.01.2003
Beiträge: 730
"Hinzufügen möchte ich, dass es mir darum geht, dass dieses "ICH BIN MUTTER" Getue (was für mich ein solcher Brief darstellt) langsam etwas peinlich ist. "
Warum peinlich?!

Ich bin sehr wohl der Meinung, dass Mutter Sein auch eine Leistung ist. Für mich auf jedenfall!
ICH habe es mir ursprünglich nämlich einfacher vorgestellt. Ich versuche eine gute (in meinen Augen) Mutter zu sein, (genau wie der Vater) versuche von Fehlern zu lernen und "bilde" mich auch gerne weiter. Sei es auf dem Spielplatz, einem Kurs oder Bücher. ich möchte Verantwortung übernehmen und mein bestmögliches geben, alles Dinge wie in jedem anderen Tätigkeitsfeld.
ich hätte nicht zwei-, oder mehrgleisig fahren können, ganz einfach aus dem Grund, weil ich es nicht geschafft hätte, ich hätte nicht die Kraft gehabt.

"Diese "Mommy-Wars", in denen darum gekämpft wird, wer die bessere Mutter ist - die "Karriere-Frau" oder die "Daheimgebliebene" - hindern uns Mütter daran, uns vernünftig auszutauschen und solidarisch an einem Strang zu ziehen. Schade, finde ich. Sie nicht?"
Diese Mutter wusste sich wohl nicht anders zu helfen, die Art mag etwas ungeschickt sein, sie ist aber einfach ehrlich. Sie aufgrund eines Artikels nun zu bewerten ist auch nicht gerade ein vernünftiger Austausch.

Mit solchen Artikeln wird das Verständnis für das was Eltern generell leisten, nicht aufgebaut, sondert die Fronten verhärtet.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 04.11.2015 um 19:15.]
dude
Dabei seit: 20.05.2003
Beiträge: 1288
Ich habe mir nun die Zeit genommen, den ganzen "Brief" auf Englisch durchzulesen.
Ich fand ihn teilweise amüsant. Klar hebt sich ihre ganze Aufregung immer wieder damit auf, dass sie sagt, dass es ja alles lohnenswert war/ist. Aber genau das macht den Brief ja aus. Sie will dem Kiddo einfach mal sagen, was Sache ist icon_cool.gif
Nun zu ihren Fragen:

Nein, es sind keine Heldentaten, aber es ist auch nicht nichts. Warum nicht so den Frust abbauen?

Der Vater? Frau Sassine, sie glauben es immer noch nicht oder, es gibt sie, die Männer die sich diese Zeit nicht nehmen können. Also in diesem Text lese ich auch nirgends heraus, dass er von ihr als "nicht vorhanden" dargestellt wird. Sie scheint damit kein Problem zu haben.

SIE Frau Sassine aber schon, und ich frage mich immer wieder warum. Wenn sie ihre ach so enorme Toleranz allen Lebensformen loben, dann lassen sie doch bitte auch die armen Männer mal in Ruhe, welche doch tatsächlich mehr als 100% arbeiten müssen um erfolgreich zu sein.

You can judge the character of a person by the way they treat those who can do nothing for them
RenaW
Dabei seit: 06.10.2005
Beiträge: 1792
@dude, stimmt, es ist tatsächlich nicht immer möglich für die Väter mehr Zeit zu nehmen für die Kinder. Es ist nicht so schwarz weiss wie Frau Sassine es gerne hätte.


@Frau Sassine, was ich penlich finde, ist Ihre Einstellung. "Mutter-sein" ist nun mal kein Getue, sondern eine Tatsache. Leider meint es die Biologie auch nicht immer mit allen Frauen gut. Unter Umständen ist es ein langer und steiniger Weg zum Mutter werden. Dafür freuen diese Frauen sich doppelt über ihr Glück.
Ich überlege mir auch grad, ob sie mit ihrer Mutterrolle so im Reinen sind?
dude
Dabei seit: 20.05.2003
Beiträge: 1288
@lp
In meiner Kindheit waren viele Väter inexistent, weniger der Arbeit wegen sondern eher der Haltung wegen. Aber heute sehen das die meisten Männer doch anders finde ich.

You can judge the character of a person by the way they treat those who can do nothing for them