Immer wieder Differenzen bezgl. Kostgeld

yucca
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 08.02.2007
Beiträge: 3028
Unsere Tochter hat die Lehre beendet, wohnt zuhause und arbeitet 80%. Die Wäsche wird gemacht, sie kann zuhause essen und nimmt meistens auch das Mittagessen von hier mit. Sie putzt an ihrem freien Tag öfter die Wohnung, oder kocht auch mal, für alle, wenn sie Lust hat. Putzen und kochen siend freiwillig.

Sie hat einen Freund der oft auch 1-2x bei uns schläft und isst.
Sie schläft und isst auch bei ihm.
Sie gibt Fr.550.- Kostgeld ab, ohne KK. Letztes Wochenende war sie mir einem Verein weg und hat sich anerboten, ein Dessert zu spenden. Sie hat 3 Kuchen gebacken, 2 für den Verein und 1 fürs Geschäft. Sie hat alle Zutaten von uns genommen. Ich bat sie wenigsten die Eier und die Schokolade zu ersetzten. Sie ist jedoch der Meinung, dass sie schliesslich über Fr. 500.- abgebe und das inbegriffen sei. Auch wenn sie bei Freunden eingeladen sind, backt sie Kuchen und nimmt selbstverständlich alle Zutaten von uns.
Ein weiteres Beispiel: Sie macht für ihren Freund einen Adventskalender und nimmt, ohne zu fragen, 8 farbige Karten und Couvert, die ich speziell zum gestalten von Geburtstag/Weihnacht-oder Trauerkarten kaufe. Wenn ich sage dass ich das nicht will, und ich der Meinung bin dass sie diese selber kaufen kann, wird sie sauer. Ich komme mir manchmal vor wie ein Selbstbedienungsladen, vor allem wenn sie für dritte backt oder bastelt, fühle ich mich nicht verpflichtet, Sponsor zu spielen.
Sie spart jeden Monat zwischen Fr.1000 und 1500.-.
Sparen ja, aber nicht auf unsere Kosten.
Wie seht ihr das, ticke ich nicht richtig?


Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
kaye
Dabei seit: 25.11.2009
Beiträge: 982
Ja, ich finde Du machst da ein Problem aus etwas, was eigentlich eine schöne Situation ist. Deine Tochter ist arbeitsam, sparsam, grosszügig, häuslich, sauber, hilfsbereit, hat einen Freund, was willst Du noch mehr?
Jeden Franken abrechnen? Das ist doch Familie, dass man das eben nicht macht. Oder bist Du denn sehr knapp dran, musst jeden Rappen umdrehen und kannst die Schokolade nicht bezahlen, ohne auf die Guetsli zu verzichten? Dann wäre es was anderes, es tönt mir aber nicht danach.
Ich hatte zum Glück sehr grosszügige Eltern. Und jetzt, wo sie alt sind, helfe ich dafür auch, ohne auf den Franken oder die Stunde zu achten.
Wenn sie jetzt das eigene Geld verschleudern würde, könnte ich noch verstehen, dass Du neidisch wirst. Aber es ist doch sinnvoll, zu sparen, um einmal einen eigenen Haushalt zu gründen.
Co-71
Dabei seit: 29.05.2012
Beiträge: 168
Wenn Du so fragst....ja Du tickst nicht richtig. Wenn Du die Sachen nicht zur Verfügung stellen möchtest, dann macht einen höheren Betrag Kostgeld ab. Aber solche Diskusionen sind doch unnötig.
Mmmocca
Dabei seit: 11.09.2013
Beiträge: 127
Mehrere Kuchen zu backen und Karten ohne zu fragen zu nehmen und die genommenen Dinge dann nicht zu ersetzen wäre für mich nicht in Ordnung. Das Zusammenleben muss für alle stimmen. Ich würde meiner erwachsenen, 80% arbeitenden Tochter die Wäsche nicht machen.
yucca
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 08.02.2007
Beiträge: 3028
Es geht nicht darum ob ich mir die Schoggi leisten kann oder nicht. Es geht mir darum dass sie nimmt ohne zu fragen und ohne die Lebensmittel zu ersetzten, u.a. 12 Eier und 6 T. Schokolade. Ich stelle mir das zusammenleben eher vor wie in einer WG.

Das mir der Wäsche ist so eine Sache. Sie hat ihre Wäsche vorher auch selber gemacht, hat es dann aber übertrieben, wegen 2 Hosen und 2 Pullover die Maschine laufen gelassen. Seither waschen wir ihre Wäsche wieder selber.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.11.2017 um 21:41.]

Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
Universum
Dabei seit: 13.05.2013
Beiträge: 1515
Ich sehe es wie kaye und Co-71.
Wer bei uns ein 100% Lohn verdient, beteiligt sich mit 690.- am Haushalt( Minimalbetrag gem. Budgetberatung.ch) Da ist alles inbegriffen und es muss dafür auch keine Hausarbeit geleistet werden. Das ist mein Job.
Wir ermöglichen es unseren Kindern so, dass sie viel sparen können um möglichst bald auf einen grünen Zweig zu kommen.
Eines Tages werden sie uns ja eh beerben- mit warmen Händen geben zu können ist doch so viel schöner.


Versprich nichts, wenn Du glücklich bist.
Antworte nicht, wenn Du wütend bist
und triff keine Entscheidungen wenn Du traurig bist.

Autor unbekannt.
KlaraM
Dabei seit: 01.03.2013
Beiträge: 1770
Ihr müsst herausfinden, was für euch stimmt. Wenn es immer wieder Differenzen gibt deswegen, ist es Zeit, euch hinzusetzen und diese Bereiche genauer zu definieren.

Da finde ich durchaus ok, wenn du definierst, dass es für dich dazu gehört, dass sie Lebensmittel im üblichen Bereich konsumiert, d. h. auch mal einen Kuchen backt zum Mitnehmen, aber wenn es darüber hinaus geht (mehrere Kuchen), entweder die Hauptzutaten selber besorgt oder das mit dir abspricht, ob sie etwas daran zahlen soll. Ich würde das jetzt aber grundsätzlich abmachen, dann ist das in Zukunft klarer und führt nicht zu Konflikten.

Mit anderen vergleichen lässt sich das schlecht, weil es auch darum geht, was sich in eurer Familie über die Jahre wie eingespielt hat. Mich würden die Lebensmittel nicht stören (ausser sie sind dann ganz leer und ich weiss nichts davon), dafür darf sich bei mir niemand ungefragt an meinen Papeterie-Artikeln und meinem Büromaterial-Vorrat bedienen. Briefmarken, Couverts, Klebstreifen und Druckerpapier schon, aber für den Rest müssen sie fragen. Da geht es mir aber auch einfach um die Ordnung. Ich will nicht, dass jeder einfach so in meinen Sachen rumwühlt. Umgekehrt mache ich das ja auch nicht. Aber wie gesagt: So hat jede Familie, jede Person ihre Spielregeln.

Mir fällt aber etwas anderes auf, Yucca. Du kochst und backst doch so gern und gut und offenbar hat deine Tochter das übernommen, wenn sie anderen gern Kuchen mitbringt als Geschenk. Das ist doch schön, wenn sie in dir ein Vorbild sieht. So sieht Mama-Wertschätzung aus! icon_smile.gif
bubble36
Dabei seit: 31.01.2003
Beiträge: 730
"kaye" schrieb:

Ja, ich finde Du machst da ein Problem aus etwas, was eigentlich eine schöne Situation ist. Deine Tochter ist arbeitsam, sparsam, grosszügig, häuslich, sauber, hilfsbereit, hat einen Freund, was willst Du noch mehr?
Jeden Franken abrechnen? Das ist doch Familie, dass man das eben nicht macht. Oder bist Du denn sehr knapp dran, musst jeden Rappen umdrehen und kannst die Schokolade nicht bezahlen, ohne auf die Guetsli zu verzichten? Dann wäre es was anderes, es tönt mir aber nicht danach.
Ich hatte zum Glück sehr grosszügige Eltern. Und jetzt, wo sie alt sind, helfe ich dafür auch, ohne auf den Franken oder die Stunde zu achten.
Wenn sie jetzt das eigene Geld verschleudern würde, könnte ich noch verstehen, dass Du neidisch wirst. Aber es ist doch sinnvoll, zu sparen, um einmal einen eigenen Haushalt zu gründen.


Es hat nichts damit zu tun ob sie freiwillig mithilft, einen Freund hat und Yucca vielleicht keine allzu grossen Sorgen bereitet.
Auch wenn sie Kostgeld bezahlt, ist es nicht selbstverständlich, dass Mutti alles zur Verfügung stellt und man sich bedienen kann.
Schliesslich muss Yucca auch einkaufen, planen etc..

Yucca geht es vielleicht eher um Respekt, ich denke nicht, dass sie kleinlich ist. In einer solchen Situation würde ich mir auch wünschen, das meine Kinder mich fragen ob es ok ist, oder sich anbieten die Eier später wieder zu kaufen, oder fragen ob sie die Karten ausräumen dürfen.
Es geht nicht um kleinlich sein, sondern um einen respektvollen Umgang im Zusammenleben und das Bewusstsein, dass die Eier und die Schoggi ja auch irgendwie in die Schränke reinkommen müssen bevor man sie brauchen kann.



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 11.11.2017 um 16:14.]
yucca
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 08.02.2007
Beiträge: 3028
"KlaraM" schrieb:

Ihr müsst herausfinden, was für euch stimmt. Wenn es immer wieder Differenzen gibt deswegen, ist es Zeit, euch hinzusetzen und diese Bereiche genauer zu definieren.

Da finde ich durchaus ok, wenn du definierst, dass es für dich dazu gehört, dass sie Lebensmittel im üblichen Bereich konsumiert, d. h. auch mal einen Kuchen backt zum Mitnehmen, aber wenn es darüber hinaus geht (mehrere Kuchen), entweder die Hauptzutaten selber besorgt oder das mit dir abspricht, ob sie etwas daran zahlen soll. Ich würde das jetzt aber grundsätzlich abmachen, dann ist das in Zukunft klarer und führt nicht zu Konflikten.

Mit anderen vergleichen lässt sich das schlecht, weil es auch darum geht, was sich in eurer Familie über die Jahre wie eingespielt hat. Mich würden die Lebensmittel nicht stören (ausser sie sind dann ganz leer und ich weiss nichts davon),
Mir fällt aber etwas anderes auf, Yucca. Du kochst und backst doch so gern und gut und offenbar hat deine Tochter das übernommen, wenn sie anderen gern Kuchen mitbringt als Geschenk. Das ist doch schön, wenn sie in dir ein Vorbild sieht. So sieht Mama-Wertschätzung aus! icon_smile.gif


Wir sind nicht kleinlich, ganz im Gegenteil. Sie hat während ihrer ganzen Lehrzeit mind. 1x im Monat Kuchen oder Cake gebacken fürs Geschäft. Wir haben nie etwas dagegen gehabt. Alle Lebensmittel haben immer wir gekauft.

Ich habe Tage zuvor die Schoggi-Reserve aufgefüllt, da wie du weisst auch ich gerne backe. Eier haben wir immer genügend, so auch an diesem Tag. Sie kommunizierte zwar mit mir, dass sie sich anerboten hat, für das Vereinsweekend einen Kuchen backen, was für mich völlig okay war. Ich nahm sogar die Margarine aus den Gefrierschrank.
Als ich am Abend nach hause kam, waren alle Eier, die ganze Schokolade und mehr als das doppelte an Margarine, von dem was ich bereit gestellt habe, weg. Sie hat für das Vereinsweekend 2 und fürs Geschäft auch noch einen Kuchen gebacken. Ich habe wieder Schoggi und Eier gekauft und sie gebeten, diese zu bezahlen. Da wurde sie wütend und sagte, dass sie 550 Franken abgeben müsse und das würde ja wohl reichen um Kuchen zu backen.
Ich finde dass es so zu weit geht, backen ja aber mit Mass. Ich denke nicht dass sie so grosszügig backen würde, wenn sie die Zutaten selber kaufen müsste.
Und ja, ich finde es schön dass sie gerne backt und kocht und freiwillig im Haushalt hilft...aber das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
Auch bezgl. der farbigen Karten, sie hat nicht gefragt, sondern hat sich einfach bedient.

kaye, Co-71 u. Universum
Wenn mich diese Vorkommnisse stören, hat das nichts mit kleinlich oder geizig zu tun.

bubble36, genau so ist es...



Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
fraulein
Dabei seit: 26.10.2003
Beiträge: 1633
Ich habe es auch erlebt, dass es schwierig sein kann, wenn ein erwachsenes Kind daheim lebt. Auch ich hatte den Gedanken, dass dann eine Art WG-Situation entsteht. Mit entsprechenden Rechten und Pflichten.

Auf budgetberatung.ch finden sich Beispielzahlen, die man durchaus als Grundlage für eine Diskussion benutzen kann. Erklärt auch, was Kostgeld für euch beeinhaltet, welche Kosten dafür gedeckt werden. Da geht es nicht nur um Eier und Brot, sondern Anteil an Miete, Strom, Wasser, Abgaben, Müll.....

Wünsche, Erwartungen, worüber man sich nervt, Wertschätzung, Respekt: alles mal ansprechen.

Aber kleinlich bist auf keinen Fall.