Lehrlingslohn, Alimente und Kostgeld

Franzie
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 01.01.2002
Beiträge: 106
Hello,
meine Tochter fängt jetzt ihre Lehre an. Meinem Sohn ist im 3te Lehrjahr. Beide haben aber ab jetzt den gleichen Lehrlingslohn von 1000.-
Ab 18J bekommen sie ja die Alimente (je 650.-) direkt vom Vater. Bei meinem Sohn war es so geregelt dass er sie mir zurück bezahlt und dafür nicht abgeben muss, da er ein relativ kleines Lohn hatte
Nächstes Jahr wird Tochter 18J. Da sie wie gesagt jetzt schon soviel verdient wie der Sohn im 3te wird sie etwas an Kostgeld abgeben müssen und er jetzt neu auch, damit beiden gleichgestellt sind.
Aber ich finde nirgends Infos wieviel man von einen Lehrling verlangen kann der noch Alimente bekommt. Soll ich einfach die Beträge zusammen zählen und dann anhand vor der Liste von Budgetberatung gehen?
Was ich noch hinzufügen möchte ist dass wir alle 3 beim Krankenkasse und beim Handyanbieter kollektiv-Rabatt haben dank meinem Arbeitgeber und es deswegen weiterhin über mich laufen wird
Wer hat Erfahrungen damit?

Das wichtigste ist nicht nie umzufallen, sondern immer wieder aufzustehen
Scheri
Dabei seit: 22.12.2014
Beiträge: 399
Bei jungen Erwachsenen mit 1650.- Einkommen würde ich ev. schon eine Vollkostenrechnung aufstellen:
Z.B. Wohnanteil 500.-
Essen/Haushalt 300.-
KK 250.-

Dann würden noch 600.- bleiben, was aus meiner Sicht gut reicht für TG, Kleider usw.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 02.08.2016 um 23:14.]
Universum
Dabei seit: 13.05.2013
Beiträge: 1515
Das ist viel zu viel!
Unsere mussten in der Ausbildung nie etwas abgeben, das wird erst jetzt aktuell, wo sie verdienen. Aber auch da, wir möchten nur einen symbolischen Beitrag von 200-300.-. Schliesslich sollen sie kräftig sparen können, sonst bringt es die heutige Jugend zu nichts mehr- Wohneigentum z.b.

Versprich nichts, wenn Du glücklich bist.
Antworte nicht, wenn Du wütend bist
und triff keine Entscheidungen wenn Du traurig bist.

Autor unbekannt.
GabrielaA
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 5638
Wir sind in einer ganz ähnlichen Situation. Sohn 1 kommt nun ins 3. Lj. Im 1. Lj. verdiente er etwa 800 Fr. Da gab er glaub ich 120 Fr. ab. KK zahlten wir, Handy zahlten wir glaub 10 oder 20 Fr. - ist nicht so ein teures Abo. Kleider, etc. zahlte er eigentlich hauptsächlich selber. im 2. Lj. verdiente er ca. 1100 Fr. und gab 200 Fr. ab. Im dritten müssen wir nochmals überprüfen. Er gibt uns aber monatlich einen relativ hohen Betrag zum Sparen ab.

Der Jüngere beginnt im Sommer mit einem TZ-Praktikum und verdient brutto 400 Fr. monatlich. Davon gehen 350 Fr. auf ein Sparkonto, wo nur wir darüber verfügen können. 50 Fr. darf er als Taschengeld behalten. Er muss sich aber weder Kleider noch sonst was kaufen. Da er nicht mit Geld umgehen kann, haben wir diese Lösung gewählt.
Yvonne
Dabei seit: 31.12.2001
Beiträge: 711
Hatte eine ähnliche Situation, Praktikumslohn plus Alimente ca. 2000 Franken.
Da er alles selber bezahlt (inkl. Auto und Benzin), hat er sich selber ein Budget erstellt und mir angeboten, sich mit 500 Franken an den Haushaltskosten zu beteiligen (Essen, Miete etc.).

Als die Alimente dann gestrichen wurden, wollte ich auf die 500 Franken verzichten, was er auf keinen Fall wollte. Nun hat er sich "durchgeschlagen" bis Ende Juli, ab August gibt's nun endlich "grosses Gehalt", in erster Linie für ihn, aber auch für mich gibt's ein bisschen mehr.
Gruss Yvonne
fraulein
Dabei seit: 26.10.2003
Beiträge: 1633
Was du verlangen könntest, dafür gibt es die Budgetberatungsblätter.

Was du verlangen willst, ist das andere.
Essen die Kinder die Hauptmahlzeit auswärts? Dann sollen sie diese selber bezahlen. Dafür sparst du ja umgekehrt Haushaltgeld, weil ein einfaches Abendessen (in meinen Augen) nicht so ins Gewicht fällt.

Fall KK: ab 19 bezahlen sie den Tarif für junge Erwachsene und der haut meist ganz schön rein. Da überlege selber, ob du einen Anteil übernehmen willst oder ob sie den ganzen Betrag selber übernehmen müssen, sprich: dir abgeben.

Meine mussten in der Lehre nichts abgeben, dafür sparen. Den Betrag haben wir in Absprache miteinander abgemacht. Da bisher jedes ausser Haus war nach Ende Lehre, habe ich danach auch nie Kostgeld verlangt. Hätte dies aber nach Lohn und Preis eines eigenen kleinen Haushalts angesiedelt bzw. noch etwas drunter geblieben.
Wäre dann aber auch abhängig davon, wieviel mir daheim noch geholfen wird.
GabrielaA
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 5638
Der jüngere isst 4x die Woche auswärts. Davon 2x obligatorisch in der Schule, was wir bezahlen müssen.

Der Ältere nimmt jeweils etwas von zu Hause mit zum Mittagessen. Entweder er kocht sich am Abend selber etwas, oder er nimmt Resten von uns mit. "Normales" Essen zahle ich ja. Es kommt aber immer mal wieder vor, dass er selber einkaufen geht und zahlt dies auch, freiwillig.

Wir nehmen das nicht so genau, das es für uns als Eltern finanziell keine Rolle spielt. Aber persönliche Anschaffungen muss er selber zahlen. Er ist stolz, dass er selber mit Geld umgehen kann und die Möglichkeit hat, dass er sogar immer stolz seinen Beitrag abgibt oder direkt überweist.

Bei AE Müttern oder wenn das Budget eh schon knapp ist, finde ich es verständlich, dass der verdienende Lehrling etwas zur Haushaltskasse beiträgt.

Ich kannte auch Kanti-Schüler, die neben der Kanti noch jobbten, damit sie die AE Mutter unterstützen konnten.
Scheri
Dabei seit: 22.12.2014
Beiträge: 399
"Universum" schrieb:

Das ist viel zu viel!
Unsere mussten in der Ausbildung nie etwas abgeben, das wird erst jetzt aktuell, wo sie verdienen. Aber auch da, wir möchten nur einen symbolischen Beitrag von 200-300.-. Schliesslich sollen sie kräftig sparen können, sonst bringt es die heutige Jugend zu nichts mehr- Wohneigentum z.b.


Aus meiner Sicht dürfen junge Erwachsene durchaus langsam spüren, was Erwachsen sein bedeutet, nämlich fähig sein, für sich selbst aufkommen zu können. Das ist schlussendlich auch ein bekräftigendes Gefühl und sie bekommen eine Ahnung, was ihr Leben kostet, wenn sie ausziehen wollen.
Natürlich wird dieses Thema in jeder Familie wieder anders angegangen, was natürlich und richtig ist.
Wir, meine Partnerin und ich zahlen uns bis heute je nur 600.- aus, was unser persönlicher finanzieller Freiraum bedeutet (sehr viele Jahre waren es 500.-). Und wir leben nach unserem empfinden gut. Weshalb sollten also unsere Kinder einen grösseren finanziellen Freiraum haben, solange sie noch auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind ?
goodie
Dabei seit: 12.11.2011
Beiträge: 3377
Ich find das auch ein bisschen viel, aber schlussendlich musst du das mit deinem Kind abmachen. Die Kinderalimente sind ja nicht zum verpulvern sondern das beinhaltet ja auch Wohnanteil und Essensanteil. Wohnt und isst das Kind immer noch bei dir, kannst du natürlich diesen Teil zurückfordern vom Kind. Schliesslich muss ja jeder etwas beitragen.

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi