Umgang mit Alimenten - wie?

Looking
ThemenerstellerIn
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Mein Exmann und ich haben ein ziemlich schlechtes Verhältnis und bei Uneinigkeiten gibt es selten konstruktive Gespräche und Lösungen. Speziell das Thema Geld ist ein heikles. Er betreut das Kind jedes zweite Wochenende und einen Tag plus eine Nacht jede Woche. In den Ferien die obligaten 3 Wochen. Er arbeitet 80%, ich kann aus gesundheitlichen Gründen (und auch weil ich die ganze Organisation rund ums Kind trage (Finanzen, Schule/Ausbildung, Gesundheit, Kleider und Ausrüstung usw) nur etwa 30-40% arbeiten.


Aktuelle Meinungsverschiedenheit: der Vater ist der Meinung, ich müsste dem Teenie einfach so ein (bezahlbares) Handy bezahlen weil er ja Alimente bezahlt wo sowas inkl. ist und ein Handy Grundbedarf ist. Ich hingegen habe aus pädagogischen Gründen dem Kind welches ein neues Fairphone will, gesagt, es müsse das selber sparen und sich noch von Leuten Geld zu Weihnachten wünschen. Ich selber werd ihm natürlich auch etwas dranzahlen als Weihnachtsgeschenk. Mir ist es wichtig, dass das Kind lernt, dass sowas nicht vom Himmel fällt. Dass er auch mal warten und sparen kann. Etwas selber „verdienen“. Der Vater ist nun der Meinung, ich schenke mit „seinem“ Geld Weihnachtsgeschenke und das sei nicht in Ordnung. Dasselbe als ich dem Kind letztes Jahr zu Weihnachten und Geburtstag zusammen ein (wirklich!) teures Mountainbike geschenkt habe. Dieses Geld sei ja in den Alimenten budgetiert (stimmt in etwa, wenn auch etwas weniger geplant war) und deshalb könne ich das nicht als mein Geschenk deklarieren. Er hat auch dem Kind nun erzählt, was er mir überweist und welche Budgetposten dem Teenie zustehen sollten. Und nun will er dem Kind auch erzählen, dass meine Geschenke ja aus seinem Geld bezahlt sind. Nicht erzählt hat er natürlich, wieso er Alimente bezahlen muss und warum das nicht per se unfair ist.

Ich finde das alles sehr absurd. Und bin der Meinung, dass ich (geneinsame Sorge, Obhut bei mir) sowas durchaus selber entscheiden darf und was ich genau wann wie ausgebe mein Ding ist. Ich denke auch nicht, dass es dem Kind hilft, wenn es einfach so teures Zeug bekommt weil Grundausstattung und zu Weihnachten dann noch unnötiges obendrauf aus Prinzip.

Auch sowas wie Jugendlohn steht im Raum. Ich bin nicht abgeneigt sowas einzuführen. Aber mein Ex ist der Meinung, da mitbestimmen zu dürfen. Ist das so? Obwohl ich seit Jahren alle Finanzen vom Kind regle? Meiner Meinung nach ist das eine Alltagsentscheidung. Und da Gespräche mit dem Ex sehr anstrengend, wenig sinnvoll und für mich auch sehr belastend sind, versuche ich möglichst wenig gemeinsam auszudiskutieren. Ich hab nir das zwar mal alles ganz anders vorgestellt (getrennt aber ein Team und gute Freunde), aber wir haben es nicht hingekriegt und beide warten auf den Tag wo wir nichts mehr besprechen müssen.

Daneben sind wir halt ganz anders. Ich bekomme aus verschiedenen Quellen Geld (Arbeit, Alimente, Kinderzulagen…). Das kommt auf ein Konto und davon zahl ich halt was anfällt und nötig ist. Fertig. Er wäre der Typ Excelltabelle und verschiedene Konti und wüsste gebau was er wann genau für wen ausgegeben hat. Er hat auch lange eine Excelltabelle geführt wo er jede Stunde eintrug in welcher er das Kind betreute.

Sorry für den Roman. Wie seht ihr das Ganze?

goodie
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Das ist sehr komplex, hast du dir mal überlegt professionelle Hilfe zu holen? Wäre ich in deiner Lage würde ich wohl einem Anwalt kontaktieren wegen der Finanziellen Seite und/oder ob er dir was vorschreiben darf?
Dann evt noch eine Mediation für Euch beide? Damit ihr besser kommunizieren könnt? Ist ja obermühsam das ganze.

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi
Looking
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 01.12.2021
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Danke dir. Ich hatte damals bei der Scheidung schon meine Anwältin gefragt was genau alles zu den alltäglichen Dingen gehört die man selber entscheiden darf, aber sie war sehr wenig konkret und anscheinend ist das auch nicht fix festgelegt und hat Interpretationsspielraum. Nicht selber entscheiden darf ich Finge die einen schwerwiegenden Einfluss auf das Kind haben: Schulwechsel, medizinische Behandlung im nicht Akutfall, Ausbildung, Wegzug, Religion. Müsste also mal gucken, ob ich eine andere Anwältin finde die da genauer Auskunft gäbe.

Mediation: wollte ich die ganzen Jahre - er hat sich geweigert. Die Scheidungsmediation ist gescheitert. Einmal hat er da Dinge an die Wand neben mich geworfen. Es war echt ne Belastung. Vor zwei Jahren sagte er, er sei erst wieder bereit für Mediation, wenn ich in Vorleistung gehe, sprich beweise, dass das Sinn macht und „ich das wert bin“. Darauf hin hab ich ihm natürlich den Vogel gezeigt. Beim letzten Telefonat hat er nun durchblicken lassen, dass er vielleicht doch bereit wäre mit Drittperson. Ich muss aber sagen, nach 10 Jahren in welchen alles immer nur schlimmer wurde, bin ich sehr unsicher ob ich das noch kann. Diese Beziehung ist für mich zum echten Alptraum geworden. Die Strategie von mir war nun einfach: so wenig Kontakt wie irgend möglich und übergriffiges Verhalten klar abblocken.

Da er mir nun eh eröffnet hat, dass er zum Zeitpunkt vom Lehrbeginn wieder vor Gericht will um die Alimente kürzen zu lassen… ist mein Traum von Ruhe wohl eh dahin.
goodie
Dabei seit: 12.11.2011
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Oje das ist wahrlich keine leichte Situation für Euch. Wahrscheinlich machst du mit deiner Strategie bereits schon alles richtig. Ich würd auch den Kontakt so weit es geht auf ein minimum beschränken. Wenn dein Sohn dann in die Lehre geht hast du es ja dann eh geschafft und du musst dich nicht mehr mit deinem Ex rumplagen. Ab 18 bekommt dein Sohn die Alimente dann direkt bis Ende Ausbildung.

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi
Mirandajane
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derekM
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