Psychiater in Bern

Madruna
Dabei seit: 25.04.2011
Beiträge: 374
Oh nickiticki1, ich kann dir nachfühlen.
Bei meiner Tochter ist es auch so: Mühe mit aufstehen, zu spät zur Arbeit,... nicht immer. Am Morgen ist sie nicht ansprechbar, wecken eine Katastrophe.
Sie ist gut eingegliedert im Arbeitsmarkt und finanziell. Aber sie tut sich schwer mit dem Leben, Arbeiten, möchte auch am liebsten alles abbrechen.
Wenn sie das tut, weiss sie, dass sie ausziehen muss. Ich war mit ihr schon auf dem Sozialamt, um ihr vorrechnen zu lassen, was sie bekäme und was sie arbeiten müsste.
Ihr Leidensweg dauert jetzt fünf Jahre, die ganze Familie wird involviert, manchmal tyrannisiert.
Ich kann sie moralisch unterstützen, solange sie einer Tagesstruktur nachgeht (wenn sie die Ausbildung abbricht, kann sie auch sonst etwas arbeiten/ Grossverteiler, Tankstelle), aber eine Tagesstruktur muss sie haben und ihr nachgehen. Ich kann es nicht mehr ertragen, wenn sie zu Hause nur rumhängt und abends in den Ausgang gehen will.
Wenn sie das tun würde, müsste sie eben ausziehen und ich würde eine Gefährdungsmeldung bei der KESB machen. Ich habe schon eine gemacht, als sie minderjährig war. Ich habe nur gute Erfahrungen gemacht.

nickiticki1
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 24.02.2009
Beiträge: 26
Guten Morgen
Es ist echt sehr schwer. An schwersten ist es auszuhalten, wenn man sieht wie das Kind in die von uns aus gesehene falsche Richtung prescht. Gestern hatten wir kurz einen Lichtblick, mein Sohn erklärte uns, er wolle wohl doch weitermachen, seine Psychiaterin wolle mit uns und auch seinem Lehrmeister reden damit er gut unterstützt wird. Das tönte herrlich für mich und innerlich jubelte ich schon. 2 Stunden später tauchte er wieder auf und sagte, er könne sich einfach nicht dazu bringen das Formular zu unterschreiben zum Weitermachen. Er könne an nichts anderes mehr denken. Er wolle nochmals zu seiner Psychiaterin. Also ist er heute wieder nicht zur Arbeit weil es ihm schlecht geht. 😟 ich für mich nehme zur Zeit Temesta, weil ich das auf und ab nicht mehr aushalte.

Er macht sich immer Zuviel Gedanken und hat Angst vor Konsequenzen. Ich bin aber sehr froh dass er jetzt endlich in einer Therapie ist. ADS wird wohl bestätigt, da wird er vielleicht auch medis nehmen und hoffentlich erkennen, wie gut er eigentlich ist. Er wollte und will immer alles alleine schaffen, das ist einfach zu schwer für ihn

Liebe madruna ich wollte dir eine pn schicken, hab aber wohl etwas falsch gemacht, hat glaube ich nicht geklappt
glitzerfee2
Dabei seit: 26.03.2004
Beiträge: 311
Ihr Lieben, ich kenne die Schwierigkeiten mit einem psychisch kranken Kind sehr gut, seit über fünf Jahren begleiten wir unsere Tochter in ihrer Magersucht. Ich habe nach x Jahren Psychotherapie gelernt, dass wir nur begleiten können und dass es wichtig ist, in die Distanz zu gehen. Mein Mann und ich und auch unser 2. Kind wären sonst zerbrochen. Die Balance zwischen begleiten und Distanz zu halten ist sehr sehr schwierig und gelingt uns auch nicht immer. Man möchte das Kind unterstützen und es wenigstens durch eine Erstausbildung bringen... Was mir geholfen hat: unser Kind ist krank und sie muss ihr Leben mit dieser Krankheit leben. Will heissen, wenn sie Diabetes hätte, müsste sie sich um das Essen, Insulin usw. kümmern, da würde ich auch nicht hintendran stehen und sie bemuttern. Ich habe gelernt, ihr die Verantwortung für ihr Leben zu übergeben.

@Madruna: deine klare Kommunikation und Haltung hilft deiner Tochter sicher sehr, Hut ab, dass dir das gelingt
@nickiticki1: such Hilfe für dich, es hilft ungemein, wenn man seine Situation mit einer externen Person durchleuchten kann. Auf alle Fälle schicke ich dir ganz viel Kraft und Energie!!

Madruna
Dabei seit: 25.04.2011
Beiträge: 374
@glitzerfee
Deine Worte nehme ich mit, dass wir die Kinder bei einer anderen, chronischen Krankheit auch nicht bemuttern würden. Das hilft mir sehr. Danke
Dieser Spagat zwischen Mitleiden und Grenzen und Rahmen bieten ist sehr schwierig zu machen. Du schreibst es gut, es geht auch um die anderen Familienangehörigen, die Geschwister, und um einen selbst.
Ja, wir sind nicht die Therapeuten unserer Kinder.

@nickiticki1
Ich habe dir eine Nachricht geschickt, die eine hatte ich erhalten.
Paard
Dabei seit: 13.06.2019
Beiträge: 2
In Bern gibt es einen sehr guten Ort wo die Leute interdisziplinär arbeiten und wo Du weitere Adressen erhalten kannst.

Interdisziplinäres Zentrum für psychische Gesundheit" Sollievo net"
Länggassstrasse 84
3012 Bern

Es ist ein sehr guter Ort wo du weitere Infos erhalten kannst. Die Leute kennen sich auch speziell gut aus bei Traumafolgestörungen und Aengste aber auch alles anderen "Störungsbilder" werden behandelt.

Alles Gute
nickiticki1
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 24.02.2009
Beiträge: 26
Vielen Dank für den Tipp, ich muss mich jetzt schnell behandeln lassen weil ich nun auch in einer Depression bin durch diesen Zustand 😢
deb1
Dabei seit: 23.06.2007
Beiträge: 201
@ nickiticki, habe dir PN geschrieben