Psychiater in Bern

nickiticki1
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 24.02.2009
Beiträge: 26
Hallo liebe Forumgemeinde

Nach Jahren als stille Mitleserin habe ich nun auch wieder mal ein Anliegen. Mein jüngster Sohn ist 20 Jahre alt und hat sein Jahren Depressionen. Er ist momentan im 2 Ausbildungsjahr, da seine Noten aber zu schlecht sind muss er das Jahr wiederholen oder die Ausbildung abbrechen. Er will sich diese Woche entscheiden. Seit etwa 6 Wochen ist er in Behandlung bei einer Psychiaterin, was ihm guttut. Medikamente nimmt er keine und will er auch nicht. Allerdings kifft er ziemlich viel. Er hat ein ADS ohne Hyperaktivität, das im 2. Schuljahr festgestellt wurde und jetzt aufs neue abgeklärt wird. Ich komme mit der Situation je länger je mehr nicht mehr klar und mache mich kaputt dabei. Es macht mich unendlich traurig und auch sehr wütend. Ich könnte über die letzten Jahre soviel erzählen, das würde den Rahmen aber sprengen. Ich bin jetzt auf der Suche nach Hilfe für mich, und suche im Raum Bern einen guten Psychiater, ob weiblich oder männlich ist egal, der mir helfen könnte mit der Situation klarzukommen und meinen Sohn zu unterstützen. Mein Umfeld kann das nicht, Depressionen werden immer noch als selbsverschuldet angesehen. Mir selber fällt es ja schon immens schwer nicht so zu denken, obwohl ich weiss es ist eine Krankheit! Entschuldigt mein Gestammel, bin grad wieder so wütend, enttäuscht, traurig und frustriert. Ich mag nicht mehr. Aber vielleicht kann jemand mir einen Facharzt empfehlen? Danke euch fürs Lesen.icon_cry.gif
yucca
Dabei seit: 08.02.2007
Beiträge: 3069
Vielleicht solltest du deinen Hausarzt anfragen ob er eine Empfehlung hat. Der HA kennt dich und weiss evtl. auch welcher Facharzt zu dir passt. Bei so vielen Problemen die dein Sohn hat, ist es schwierig eine gewisse Distanz aufzubauen.
An stelle vom kiffen, wäre es besser wenn er Medikamente einnehmen würde. Kiffen kann zu psychischer Labilität und Stimmungsschwankungen führen, denke aber dass du das weisst.
Wäre es eine Möglichkeit, dass dein Sohn vorübergehend in ein Lehrlingsheim ziehen würde, bis sich die Situation etwas entspannt hat?

Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
nickiticki1
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 24.02.2009
Beiträge: 26
Ich danke dir für deine Antwort. Er möchte zwar gerne ausziehen, aber nicht mit andern zusammen Und eigentlich weiss er selber auch dass er es nicht packen würde. Er ist unselbstständig, sein Zimmer sieht katastrophal aus. Ich wäre auch froh wenn er Medis nehmen würde, aber er will nicht. Er verweigert alles aus Angst dass er wieder scheitern würde.Deshalb wird er wohl auch seine Lehre nicht fortsetzen, aus Angst vor Versagen. Er kann nicht erkennen dass es für ihn eine Chance ist, er steckt wohl schon zu tief in seiner Depression. Er müsste gewisse Bedingungen erfüllen in der Lehre die ihm sehr Angst machen. Im Moment geht es ihn vordergründig eigentlich gut. Aber das täuscht einfach so sehr . Am besten wäre wohl ein Klinikaufenthalt, damit er richtig behandelt und umsorgt wird. Bin wirklich verzweifelt 😟
yucca
Dabei seit: 08.02.2007
Beiträge: 3069
Er ist Volljährig, lässt sich nicht helfen. Er möchte ausziehen, aber nich mit anderen zusammen... Die Voraussetzungen dass er es packt sind sehr klein, wenn er sich nicht helfen lässt. Er wählt den Weg des geringsten Widerstand. Irgendwann hat er keine Wahl mehr, dann werden andere über ihn bestimmen, dann nämlich wenn alle stricke reissen und er mit nichts da steht. Hol dir Hilfe z.B. beim Sozialdienst in deinem Wohnort. Als Anlaufstelle könntest du auch deinen HA aufsuchen. Du musst dich selber schützen, wenn dein Sohn jede Hilfe ausschlägt und nichts annehmen will, muss er selber da durch. Vielleicht muss er noch tiefer fallen, bis er aufwacht.
Kannst du vom Vater deines Sohnes keine Hilfe erwarten?

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 16.07.2019 um 13:23.]

Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
nickiticki1
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 24.02.2009
Beiträge: 26
Mein Mann versucht so gut er kann zu helfen. Mein Sohn ist depressiv, da nützt Logik und normales Verständnis leider nicht. Er möchte ja anders aber er kann nicht. Er will es ja auch selber versuchen, das war schon immer so. Leider habe ich das immer in der Vordergrund gestellt, ihn zu nichts zu zwingen und über seinen Kopf zu entscheiden. Vielleicht war das falsch. Ich werde ihm aber nie fallen lassen oder seinem Schicksal überlassen! Ich suche ja für mich Hilfe, ist aber nicht einfach. Er geht ja jetzt auch zu einer Psychiaterin, der er sehr vertraut. Leider ist sie in den Ferien im Moment,und er hat sie noch nicht erreicht.
Madruna
Dabei seit: 25.04.2011
Beiträge: 381
Hoi nickiticki1
Deine Worte könnten meine sein. Meiner Tochter 19 geht es ähnlich und gleich.
Ich werde begleitet durch Elterncoaching
und dies von einer Fachperson, welche Ahnung hat von der psychischen Einschränkung meiner Tochter.
Das kann ich dir sehr empfehlen, dass du jemanden suchst, der dir im Sinne einer Familienbegleitung Unterstützung bietet.
Vielleicht wären AD(H)S Fachstellen eine erste Adresse, welche dir weiterhelfen können, um eine geeignete Fachperson zu finden zu deiner Unterstützung.
Ich würde mal da nachfragen:
Z.B.: https://www.adhs-bern.ch/adhs-bern-angebot/

Viel Kraft zum Aushalten der Situation.
Hatte gerade gestern Sitzung und da sagte die Fachperson, dass man es aushalten muss mit dem „Kind“.
Es macht so traurig, betroffen, aussichtslos, man kann nicht helfen und ist wie ohnmächtig. Das Mutterherz weint.
nickiticki1
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 24.02.2009
Beiträge: 26
Vielen Dank für den interessanten Link! Ich werde mich dort melden. Meinem Sohn werde ich den Link schicken. Allerdings bremst er alles genervt ab was von meiner Seite geschieht.
nickiticki1
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 24.02.2009
Beiträge: 26

Viel Kraft zum Aushalten der Situation.
Hatte gerade gestern Sitzung und da sagte die Fachperson, dass man es aushalten muss mit dem „Kind“.
Es macht so traurig, betroffen, aussichtslos, man kann nicht helfen und ist wie ohnmächtig. Das Mutterherz weint.

Wie wahr!😢😢
yucca
Dabei seit: 08.02.2007
Beiträge: 3069
Finde es komisch dass er in Behandlung ist und der Psychiater in die Ferien geht, ohne ihm eine Notfallnummer zu hinterlassen. Habe auch jemand im Bekanntenkreis der in Behandlung ist, er hat ihre Handynummer und muss sich jeden Tag 2x melden. Nur so kann er eine Einweisung umgehen.

Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
nickiticki1
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 24.02.2009
Beiträge: 26
Die ist ja wieder da und er hat heute einen Termin bei mir. Das Problem ist eben auch, weil er zuhause wohnt merke ich eben wenn zum Beispiel zu spät erwacht oder nicht aus den Federn kommt. Und ich gehe dann und wecke ihn. Mehrmals. Das will er nicht. Wenn er aber zu spät ist fragt er mich dann schon ob ich ihn hinfahren kann.ich muss ihn in Ruhe lassen aber darf ihm dann schon helfen wenn er’s will. Er diktiert eigentlich unser Leben und weil er depressiv ist, muss man immer vorsichtig sein und tanzt um ihn herum.