Abschied nach Besuch

Grossmutti
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 05.03.2013
Beiträge: 2
Seit wir unsere beiden Grosskinder (4 1/2 + 3) regelmässiger bei uns haben, d.h. jedes zweite Wochenende für ein bis zwei Tage, will der Ältere jeweils nicht mehr nach Hause. Wird ca. 30 Min. vor dem nach Hause bringen das Thema erstmals angesprochen, wird der Junge ganz still und traurig. Beim Starten und beim aus dem Auto steigen wird er wütend und es fliessen dann immer Tränen (und mir zerreisst dabei beinahe das Herz). Die Kleine hingegen geht fröhlich nach Hause.

Wer kann mir Tips geben, wie ich den Abschied für den Jungen angenehmer und weniger traurig gestalten kann?
giba11
Dabei seit: 06.08.2008
Beiträge: 809
Kann er sagen, was ihn so wütend macht?

Ich würde mit ihm irgend ein Ritual vereinbaren.
Und ihm vielleicht etwas mitgeben, dass ihm den Abschied leichter macht.
Irgend etwas, dass er für Dich "aufheben" soll bis zum nächsten Mal.
Oder irgendwie ein Blatt, wo er abkreuzen kann, wann er wieder zu Euch kommen darf.

Versuche doch mit ihm selber das nächste Mal heraus zu finden, unter welchen "Bedingungen" er Heim gehen möchte.
Dass er Heim geht ist klar, aber er kann mitbestimmen "Wie" er Heim gehen will.

Wie ist dann der Übergang bei ihm zu Hause? Vielleicht würde es ihm helfen, wenn Du mit ihm etwas abmachst, was Du mit ihn noch bei ihm zu Hause machst. Ein Spiel, ein Büechli anschauen.....

Nùme Muet, aus chùnnt guet!
kaye
Dabei seit: 25.11.2009
Beiträge: 963
Warum zerreisst es Dir das Herz? hast Du das Gefühl, er habe es bei Euch besser als zuhause?
Denn falls dies nicht der Fall ist, ist es ein gutes Zeichen, dass er auch bei Dir eine solche heftige Trotzreaktion zeigt. Damit haben ja Eltern im Alltag gerade bei Vierjährigen häufig genug zu kämpfen. Es gehört fast dazu, dass das Kind irgendetwas konstant NICHT will. Manchmal zB. in der Kindergarten gehen, und es gibt Tränen etc., was nicht heissen will, das das Kind dann im Kindsgi nicht ganz fröhlich mitmacht.
Du brauchst dann einfach Nerven, und eben ein Ritual oder so wie empfohlen von Giba.

Falls aber die Lage zuhause wirklich schwierig ist, weiss ich nicht, was Du tun kannst. Du könntest ihm ein Stück von Dir mitgeben, zB. ein Schal mit Geruch, denn zwei Wochen sind in dem Alter noch unüberschaubar lang. Oder er darf Dich anrufen jeden Abend. Auf jeden Fall sollte es Dich trösten, dass er immerhin in Dir eine wirklich wichtige Bezugsperson hat, einen sicheren Hafen. Das kann für ein Kind in schwierigen Verhältnissen schon die Rettung bedeuten.
fraulein
Dabei seit: 26.10.2003
Beiträge: 1602
Diverses wäre möglich:

Als erstes die Eltern fragen, wie sich der Junge anschliessend benimmt. Dieses Trennungsverhalten kennen doch viele bei der Spielgruppe/Kindergarten und es sind doch eher die Eltern (hier Grosseltern) die leiden icon_smile.gif Möglicherweise schliesst sich dann die Türe hinter dem Jungen und er ist wieder fröhlich. Möglicherweise spürt er einfach, dass du ihn ungern ziehen lässt und reagiert darauf?

Ansonsten: die Kinder bei den Eltern abholen und die Eltern holen die Kinder ab.

Wenn es sein muss, kann man ja nen kleinen Kalender basteln, auf dem das Kind sieht, wann es wieder bei euch ist.

Aber ganz ehrlich: Ich würde das gar nicht so stark thematisieren.

Partner, 4 Kinder mit teilweise Schwiegerkindern, aktuell 2 Enkel :-)
Stricken, Lesen und immer wieder an meinem Lieblingsplatz sitzen und den Bäumen zuhören.
dude
Dabei seit: 20.05.2003
Beiträge: 1275
Ich kenne das - aber aus der Sicht der Eltern. Das tut weh, auch wenn man - resp. ich nicht so doof sein sollte dies persönlich zu nehmen. icon_biggrin.gif

Ich finde dies je nach Kind ganz normal. Bei den Grosseltern werden die Kinder verwöhnt- was doch genau auch schön ist, man ist ja schliesslich nicht mehr Eltern - das sollen die Kinder auch geniessen dürfen. Abschied nehmen ist schwer. Meine Kinder haben beide immer geweint wie verrückt, wenn ich mal weg musste und die Grosseltern gehütet haben. Wiederum haben sie auch weinen müssen, wenn sie nach ein paar Tagen Ferien bei den Grosseltern wieder nach Hause mussten. Ich würde dem nicht zu stark Beachtung schenken. Meine Kinder sind jetzt 8 und 11 und wenn die Grosseltern kommen, ist es nicht mehr das Selbe, das Interesse schwindet, also geniesst diese Zeit, hat ja auch was schönes, es gefällt ihm bei euch!!

You can judge the character of a person by the way they treat those who can do nothing for them
Grossmutti
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 05.03.2013
Beiträge: 2
Ooops, ich habe erst jetzt gemerkt, dass ich meine Frage unter einem total falschen Thema deponiert hatte. icon_rolleyes.gif
Ich danke euch allen für all die guten Tips. Es tut gut, wenn man hören/lesen kann, wie andere darüber denken und damit umgehen. Einiges werde ich sicher auch ausprobieren und mit den Eltern besprechen. Man verbeisst sich eben rasch mal in seine eigenen Gedanken und Bedenken und klammert dabei Vieles aus.
Als Mutter hatte ich immer auch andere Mütter um mich herum (in Familie, Bekanntenkreis und Nachbarschaft) um auszutauschen; aber nun, als junge Grossmutter, ist es ganz anders. Alle diese Frauen haben noch nicht das Glück, Grossmutter zu sein, und auf der Arbeit bin ich auch auf weiter Flur nur von jüngeren Frauen umgeben. 😉
Bin nun gespannt aufs kommende Wochenende, wie wir beide (der Junge und ich) damit klar kommen.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.03.2013 um 18:19.]

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.03.2013 um 18:19.]
Marrus
Dabei seit: 25.10.2007
Beiträge: 372
Hallo Grossmutti
warum beginst du darüber 30 minuten vorher.
Kinder haben bekanntlich kein Zeitgefühl.
Er weiss schon, aha, irgendwann kommt es, ich muss
heimgehen. Und steigert sich total rein.
5' vorher reicht völlig, und denn nicht in Minuten
aber nach Ritual. wc und denn gehen wir in Garten
und nachher kommen Eltern. zB.
Verabschieden würde ich kurz aber kräftig.
nichts mit lange trösten und versprechen was
nächste Mal kommt oder so.
Wünsche dir alles Gute und glückliche Zeiten
mit deinen Enkeln.

doe maar normaal, dan doe je al gek genoeg!