Abstimmung Embryotest vor Implantation

Frau
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 11.04.2014
Beiträge: 43
In der Schweiz wird nun ja eine Volksabstimmung durchgeführt, ob Embryos auf Defekte untersucht werden sollten vor der Implantation oder ob das verboten sein sollte.
Persönlich finde ich, dies sollte verboten werden aus dem einfachen Grund, dass Paare, die auf dem Weg der Implantation ein Kind bekommen, deutlich weniger Risiken eingehen, dass irgend etwas schief läuft, weil Problemembryos gar nicht verwendet werden. Bei Paaren, die auf 'herkömmlichem' Weg ein Kind zeugen, wird die Frau erst schwanger und muss sich dann einem Abbruch unterziehen, wenn das Paar ein Kind mit Defekten ablehnt (Bei Trisomie z.B. in etwa 90% der Fälle). Was hält ihr von dieser Ungleichheit bzw. Ungerechtigkeit?
Universum
Dabei seit: 13.05.2013
Beiträge: 1515
Ich werde nein stimmen. Und zwar nicht wegen irgendwelcher "Ungleichheit bzw. Ungerechtigkeit", sondern weil ich finde, dass wir nicht das Recht haben zu entscheiden, was lebenswert ist und was nicht.

Versprich nichts, wenn Du glücklich bist.
Antworte nicht, wenn Du wütend bist
und triff keine Entscheidungen wenn Du traurig bist.

Autor unbekannt.
nanny72
Dabei seit: 21.05.2006
Beiträge: 1019
Universum
das stimmt, das ist ein grund um nein zu stimmen, aber dann müssten die tests während der Schwangerschaft auch verboten werden, denn die entscheiden (zummindestens teilweise) auch über leben und Tod.
bin der ansicht, wer ein behindertes nicht annehmen kann, der sollte eigentlich auch keine hielfe bekommen, um schwanger zu werden, andererseits, wenn eine frau sich entscheidet, das sie ein behindertes Kind abtreibt, auch wenn sie nur dank künstlicher befruchtung schanger wird, dann ist es wahrscheindlich sinnvoller, den test schon im Vorfeld zu machen und es gar nicht zu eine ss kommen zu lassen.
wiso ich eigentlich eher dafür bin, ist das die Überlebenschancen bei vielen Trisomien (trisomi 21 ausgeschlossen), sehr gering oder ganz ausgeschlossen ist und das Frauen, die immer wieder eine Fehlgeburt haben, die Möglichkeit haben sollten, zu testen, ob es sich um eine Trisomie handelt und es deswegen immer wieder zu Fehlgeburten kommt.
Universum
Dabei seit: 13.05.2013
Beiträge: 1515
Wir sind einem derartigen Machbarkeitswahn verfallen, dass wir vergessen haben, dass ein Kind vor allem ein Geschenk der Natur ist. Ein Recht auf ein "gesundes" Kind gibt es nicht.
Ob und wie gesund es ist, die Natur zu überlisten und auszutricksen, das werden wir eines Tages vielleicht erfahren.

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Autor unbekannt.
Blue64
Dabei seit: 20.08.2003
Beiträge: 1456
So einfach kann und will ich mir diese Frage nicht beantworten!

Z.B. eine Frau, Trägerin des Morbus Huntington Gen, sollte die Möglichkeit haben zu wissen, ob sie die Krankheit weiter vererbt hat oder nicht!

Ich bin davon überzeugt, würde man versprechen, durch diese Untersuchung sofort ein Impfmittel zu finden, hätte niemand was dagegen!

Und nein, die "Natur" ist schon lang nicht mehr das Mass aller Dinge, schon gar nicht, solang niemand auch dem Hormonwahnsinm bei der Tierfütterung Grenzen setzt, der Hormon"therapien" der Menschen, etc. etc.. Da ist schon seit Jahrzehnten nichts mehr Natur und unser Erbmaterial hat dich im Lauf der Jahrhunderte verändert!





Ich denke, also bin ich hier falsch !
barbarar
Dabei seit: 12.04.2014
Beiträge: 48
Ich stimme überzeugt JA. In meinen Augen ist jeder Test sinnvoll, der die Geburt eines behinderten Kindes verhindert. Für Paare, die ohne fremde Hilfe Kinder zeugen können, empfiehlt sich der neue Bluttest, dann kann auch die Indikationslösung angewandt werden nach Woche 12. Sicher ist sicher. Zwar ist der Bluttest nicht ganz billig und muss selber berappt werden. Das ist schade.
GabrielaA
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 5618
Was tun den Paare, die laut Test ein gesundes, perfektes Kind zur Welt bringen, schlussendlich aber eben doch kein gesundes Kind haben?

Sei es, weil die Tests ungenau bzw. falsch waren, sei es, weil das Kind während der Geburt, oder später, Sauerstoffmangel erlitt und daher einen irreparablen Hirnschaden davon trägt? Oder durch einen Unfall körperlich/geistig behindert wird?

Ich stimme Nein, weil ich finde, schlussendlich lesen Paare im Katalog ihr Kind aus:
Augenfarbe, Haarfarbe, Hautfarbe, voraussehbare Grösse, IQ, Talente, und und und
linlar*
Dabei seit: 01.11.2007
Beiträge: 982
"Universum" schrieb:

Ich werde nein stimmen. Und zwar nicht wegen irgendwelcher "Ungleichheit bzw. Ungerechtigkeit", sondern weil ich finde, dass wir nicht das Recht haben zu entscheiden, was lebenswert ist und was nicht.


Genau meine Meinung!

Leben und leben lassen
robine1
Dabei seit: 23.08.2012
Beiträge: 225
ich bin dafür, dass man diese Tests machen kann. Ein Paar welches nur durch künstliche Befruchtung ein Kind bekommen kann, macht schon genug durch. Warum sollte man da nicht testen können, ob das Kind gesund ist?
Es geht nicht um ein Designer-Baby, es geht darum unnötige Aborte zu verhindern.
Ausserdem wir es verboten sein, das Kind zB nach der Haarfarbe auszuwählen.. das ist total überspitzt... heute ist es zB beim Praena-Test auch verboten, das Geschlecht mitzuteilen, obwohl man das mit dem Test feststellen kann. Genau um SS-Abbrüche aufgrund des Geschlechts zu verhindern.


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 18.05.2015 um 14:48.]
GabrielaA
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 5618
@robine1: Du schreibst, dass kinderlose Paare schon genug durchmachen, die brauchen kein behindertes Kind. was ist denn, wenn eben dieses Kind doch nicht gesund ist? Wenn es ein Defizit hat, welches durch keine Tests ersichtlich war? Wenn es sich nicht richtig entwickelt?
Nie laufen, sprechen, sitzen, etc. kann?

Das ist meine Frage an Befürworter mit solchen Argumenten. Ist es dann einfach Schicksal? Wieso ist es dann nicht auch einfach Schicksal, wenn die Tests nicht gemacht werden und das Kind behindert ist?