Einzelkind - oder die Frage nach dem 2?

Tatarina
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 12.01.2013
Beiträge: 104
Im Mama-Blog der BZ habe ich folgenden Beitrag gefunden:

http://blog.bernerzeitung.ch/mamablog/index.php/32967/«und-wann-kommt-nummer-zwei»/

Was sagt ihr zu dem Thema? Erfahrungen?

Ich bin im Moment auf Messers Schneide, nochmals mit Üben beginnen mit 38 oder zufrieden u glücklich mit einem? (2jährig). Ich bin eher contra, finde, das Leben ist gut eingerichtet, mein Mann eher pro.

ist es egoistisch, dem (Einzel)kind gegenüber?

Möchte gerne mit Gleichgesinnten aber auch Kritischen gegenüber der Ein-Kind-Familie austauschen.

Herzlich
silvi
Dabei seit: 13.08.2009
Beiträge: 95
ich bin als Einzelkind aufgewachsen. Während dem normalen Alltag hat es mich nicht gross gestört, es waren genügend Kinder um mich herum zum spielen. Aber, an den Wochenenden oder in den Ferien war es doch ziemlich langweilig, da habe ich mir doch einen Bruder oder eine Schwester gewünscht. Auch als Teenager wäre ein Geschwister toll gewesen um über die Eltern zu lästern (geht mit Freunden zwar auch, ist aber nicht das selbe, wenn diese nämlich über deine Eltern herziehen ist man dann doch sauer). Jetzt als Erwachsene vermisse ich ein Geschwister umso mehr, die eigenen Eltern werden langsam älter und es wäre toll, wenn man sich mit dem Bruder oder der Schwester die Sorgen und den Frust teilen könnte.
Ich habe mit 38 Jahren noch einen Nachzügler bekommen, der Abstand zu seinen grossen Geschwister beträgt 9 bzw. 12 Jahre. Manchmal tut mir der Kleine leid, weil die Grossen einfach keine Lust oder auch Zeit haben mit ihm zu spielen und er vieles alleine oder mit mir und meinen Mann spielen muss. Aber wenn er erwachsen ist, hat er doch seine Brüder um sich mit ihnen auszutauschen.
anna_stesia
Dabei seit: 25.10.2007
Beiträge: 2623
du wirst sicher beides hören, zu mehr oder weniger gleichen teilen.

ich selber bin PRO mehr als ein kind.
wir haben zwei kinder und sie spielen seit 2 stunden zusammen cowboy (mädchen & junge 6 & knapp 9 jahre). mein mann liest sonntagszeitung, ich nüschele was für mich herum ...

ein richtig schöner, gemütlicher sonntag.

es kann sein, dass ein einzelkind sich auch gut über mehrere stunden selber beschäftigen kann. vermutlich lernt es das auch. aber ich finde es einfach mega schön die beiden im hintergrund spielen, reden und lachen zu hören.

natürlich, es ist nicht immer so friedlich wie jetzt .... aber auch bei geschwisterkonflikten lernen sie viel.

oder gestern waren wir an einem fest mit nur erwachsenen und viel kleineren kindern. unsere beiden waren trotzdem nicht alleine und haben sich zusammen beschäftigt. oder in den ferien wo wir gerade 2 wochen waren, sie haben immer ein gspänli. zusammen um die wette in den pool springen, um die luftmatratze kämpfen etc. macht doch irgendwie mehr spass zu zweit als alleine.

aber es gibt mit sicherheit genau so viele argumente für ein einzelkind.

doof bleibt doof, da helfen keine pillen.
GabrielaA
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 5615
Meine Jungs sind 2 Jahre auseinander und spielen nicht (mehr) viel miteinander. Der Jüngere kann auch lange für sich alleine spielen, er sagt, dann kann er spielen was und wie er will. Als sie jünger waren, spielten sie oft miteinander.

Nicht alle Geschwister verstehen sich so gut, dass sie quasi die besten Spielkameraden sind. Es gibt auch Neid, Missgunst, Eifersucht, Streit

Gegen Aussen halten meine zusammen wie Pech und Schwefel
steffaniee
Dabei seit: 07.08.2013
Beiträge: 63
Ich weiß was du meinst.Ich bin auch in der 30gern.Habe mich aber jetzt doch für das Zweite entschieden.Ich kann einfach nicht anders icon_biggrin.gif
KlaraM
Dabei seit: 01.03.2013
Beiträge: 1770
Wenn die Grundvoraussetzungen für ein weiteres Kind stimmen (Beziehung, Gesundheit, Finanzen), sind zwei Kinder die bessere Variante. Aber natürlich kann auch ein Einzelkind eine glückliche Kindheit haben; die Geschwisterfrage ist dabei nicht zentral.
Vorteile sehe ich dabei aber einzig für die Eltern: weniger Betreuungsarbeit, einfachere Organisation bei Berufstätigkeit beider Eltern, keine weitere Schwangerschaft, tiefere Kosten, ruhigere Zeiten. Fürs Kind sehe ich null Vorteile, nur Nachteile. Also geht es am Ende darum, wessen Interessen mehr gewichtet werden. SOFERN die Grundvoraussetzungen stimmen.
Tatarina
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 12.01.2013
Beiträge: 104
Danke für eure Antworten
Herzlichen Dank für eure Beiträge und Gedankenanstösse; super!

Ja, ich sehe und verstehe, dass es wirklich irgendwie egoistisch ist, ein gewolltes Einzelkind.

Bei uns ist es halt so, dass wir sehr lange keine Kinder hatten wegen Ausbildungen und dem Finanziellen. Nun stimmt das alles, aber ich muss schon sagen, bereits vor und während der SS habe ich eigentlich immer gesagt, ich sei danach zu alt für ein 2. Ich bin nicht ängstlicher Natur, habe aber schon sehr Bedenken, ein Kind könnte nicht gesund zur Welt kommen. Kennt jemand diese Sorgen?
Und dann auch eine Mutter, die die Grossmutter sein könnte, wenn sie ins Teeniealter kommen, ob das cool ist??

Ich habe keine gesundheitlichen Probleme, aber fühle mich definitiv viel viel weniger energetisch als noch vor / zu Beginn der 1. SS vor 3 Jahren.

Was bei uns auch ist, ich arbeite zur Zeit 100% während mein Mann zu Hause ist und teilweise selbständig arbeitet. So habe ich manchmal als "Ernährer" der Familie auch Angst, zuviel Druck zu bekommen. Eine Teilzeitstelle ist für mich schwierig bis unmöglich; mein Mann könnte sicher Voll- oder Teilzeit arbeiten und er meint, das seien die kleinsten Sorgen, die wir uns machen müssten.

Gibt es auch ganz glückliche Einzelkindfamilien, würde gerne noch darüber hören.
nessi76
Dabei seit: 26.09.2007
Beiträge: 1075
"Tatarina" schrieb:


Gibt es auch ganz glückliche Einzelkindfamilien, würde gerne noch darüber hören.


wir sind eine glückliche einzelkindfamilie. für uns stimmt es und das ist das wichtigste.
ich muss/darf teilzeit arbeiten und somit ist auch die betreuung für nur 1 kind einfacher als wenn man mehrere hat. ein zweites wäre für uns nicht in frage gekommen auch wenn es finanziell gegangen wäre.
ich schaue drauf das wir viel mit anderen müttern abmachen damit der kleine (5jährig) jemanden zum spielen hat. auch kann er sich gut uns gerne einen ganzen morgen selber beschäftigen wenn ich zb mal putzen muss oder so....

ich bin auch sehr darauf bedacht das er nicht verwöhnt wird...viele kinder meiner freunde haben mehr spielsachen wie er. teilen kann er sehr gut vorallem wen ihm die person auch sympatisch ist. falls nicht dann kann und will er auch nicht teilen aber das ist ja bei uns erwachsenen genau so.
einzig was ich merke, aber da bin ich mir nicht sicher ob es wegen dem einzelkind ist, er kann sich weniger gut durchsetzen und er lässt beim anstehen immer andere vor und kommt somit selber nicht immer gleich dran. das fehlt ihm aber ich denke das wird er jetzt im kindi schon noch lernen.



carola
Dabei seit: 07.01.2002
Beiträge: 643
fragt doch mal die einzelkinder, wie sie sich entschieden hätten, wenn sie die wahl gehabt hätten, entweder als einzelkind auf die welt zu kommen, oder gar nicht...

meine güte. hört doch mal auf mit dem argument egoismus. kinder haben ist generell egoistisch, das hängt doch nicht von der anzahl ab. und keine kinder haben ist auch egoistisch. also, was soll das.

und das mit dem teilen ist genau so ein schrottargument, ich kanns nicht mehr hören. man kanns auch anders ausdrücken: kinder mit geschwistern lernen einfach schneller, um das grösste stück der torte zu streiten.

bei uns sind die verhältnisse wohl ähnlich, wie bei nessi76 und wir haben bei unserer tochter früher (sie ist mittlerweile 14) ähnliche beobachtungen gemacht: wenn's im kindergarten hiess, jedes kind schnappt sich nun einen ballon in seiner lieblingsfarbe, dann war sie diejenige, die den letzten ballon nahm...

heute ist sie ein teenie, wie andere auch, hat viele freunde und von klein auf zwei freundinnen in der unmittelbaren nachbarschaft, die wie schwestern sind. sie ist sehr selbständig für ihr alter, findet schnell kontakt und geht offen auf andere zu. mit 12 war sie z.b allein für zwei wochen in einem reitlager, wo sie niemanden kannte - null problem.
bei elterngesprächen wird von den lehrern immer ihre sozialkompetenz gelobt.

früher gab's mal zeiten, da wünschte sie sich eine grosse schwester (den wunsch konnte ich beim besten willen nicht erfüllen!), aber heute ist sie froh, dass sie keine geschwister hat, vorallem keine kleineren. in der schule ist's recht streng und sie hat gerne ihre ruhe.
Tatarina
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 12.01.2013
Beiträge: 104
Carola; ich weiss, das ist schon wieder egoistischicon_redface.gif; aber: danke, dein Beitrag tut mir gut icon_evil.gif
Nessi, auch dir danke für deine Schilderungen.

Absorbiere einfach im Moment alle Informationen zu dem Thema wie ein Schwamm. Irgendwann werde ich ausscheiden müssen.