Einzelkind - oder die Frage nach dem 2?

KlaraM
Dabei seit: 01.03.2013
Beiträge: 1770
"carola" schrieb:


meine güte. hört doch mal auf mit dem argument egoismus. kinder haben ist generell egoistisch, das hängt doch nicht von der anzahl ab. und keine kinder haben ist auch egoistisch. also, was soll das.



Meinst du damit mich? Ich habe nichts von egoistisch geschrieben, sondern bloss, dass es für das Kind keine Vorteile hat, Einzelkind zu sein, sofern die Eltern die Ressourcen (Energie, Zeit, Gesundheit, Geld) für weitere Kinder haben. Zu dieser Meinung stehe ich.
Natürlich gibt es glückliche Einzelkindfamilien, behauptet doch kein Mensch das Gegenteil. Die wären aber auch mit zwei oder mehr Kindern glücklich und die Kinder würden zusätzlich vom Geschwister profitieren. Jedes zusätzliche Familienmitglied ist eine Bereicherung.
plaudermaul
Dabei seit: 06.05.2013
Beiträge: 23
hi wir hatten immer vor nur eines zu bekommen!!!leider reagierte jeder wir seien egoistisch und neckten mich immer wann kommt das zweite. heute bin ich froh habe ich eines und für uns drei stimmt es!!unsere ist jetzt 10 und sie ist ein sehr soziales chind und teilt sehr gerne also nix von egoisitisch!!!
Malaga1
Dabei seit: 01.12.2007
Beiträge: 521
Ein zweites Kind hat man, weil man ein zweites Kind will und nicht, um dem erstenKind etwas gutes zu tun. Ich bineinEinzelkind und mir hat nie etwas gefehlt - auch heute nicht. Ich selber habe zwei Kinder und es ehrlich gesagt schon oft bereut, dass wir es nicht bei einem haben bewenden lassen. Vieles wird mit zwei Kindern komplizierter, gerade, was die Betreuung angeht. Auch vermisse ich es, mich voll und ganz auf ein Kind konzentrieren zu können. Das Gefühl der trauten Zweisamkeit ist mit dem zweiten weg. Unser zweiter ist zudem ein überaus anstrengendes und forderndes Kund, was die Sache nicht einfacher macht.
KlaraM
Dabei seit: 01.03.2013
Beiträge: 1770
"Malaga1" schrieb:

Ein zweites Kind hat man, weil man ein zweites Kind will und nicht, um dem erstenKind etwas gutes zu tun.


Absolut. Ich habe bloss Stellung genommen zur Aussage, dass alles Vor- und Nachteile habe. Das stimmt einfach nur für die Eltern (wofür du selber Beispiele nennst). Es ist sicher kein Vorteil, wenn das Kind die volle Aufmerksamkeit der Eltern bekommt. Oder wenn der Teenager nur in vollständiger Ruhe für die Schule lernen kann. Weitere Vorteile? Zeit und Geld? Ja, vielleicht, aber ob das letztendlich ein Vorteil ist? Vielleicht, wenn es den Zugang zu Bildung ermöglicht.

Aber soll doch jeder für sich entscheiden. Hauptsache geliebt.
elektra99
Dabei seit: 20.08.2006
Beiträge: 89
Meine beiden Kinder sind vier Jahre auseinander. Lustigerweise wurden wir selten gefragt, ob wir noch ein zweites Kind wollen, weil ich als selbständige Unternehmerin immer sehr viel arbeiten musste. Objektiv hat viel gegen ein zweites Kindchen gesprochen (wie soll das gehen, wie organisieren wir die Betreuung für zwei Kinder, da wir unregelmässig arbeiten mussten). Bei mir war es halt so, dass das Gefühl stärker war wie jegliche Vernunft oder Ratschläge aus dem Umfeld (wie wollt ihr das schaffen etc).

Wie steht es denn um Dein Bauchgefühl, wenn Du all die Vernunftsgedanken (ein zweites Kind, damit das erste nicht alleine ist etc) ausschaltest?

Ich habe ein zweites nie bereut, war aber froh um den grossen Altersunterschied. Was sofort anders war, war dies: Vorher waren wir ein Paar mit einem Kind, danach waren wir eine Familie. Das fühlte sich irgendwie anders an, besser.

Heute sind wir immer noch eine Familie, aber kein Paar mehr und die Kinder mittlerweile 5 und 9 Jahre alt.
carola
Dabei seit: 07.01.2002
Beiträge: 643
Klara, nein ich habe damit nicht explizit dich gemeint, sondern überhaupt den gedanken an sich, dass ein kind haben egoistischer sein soll, als zwei zu haben.
was du sonst schreibst ist halt einfach etwas kurzsichtig.
ich zum beispiel wär bestimmt nicht glücklicher mit einem zweiten kind. vielleicht wärs "resourcenmässig" irgendwie gegangen, aber ich hatte einfach nicht den drang danach. unter anderem auch deshalb nicht, weil ich selber zwei geschwister habe und das nie so toll gefunden habe. wenn ich da bilanz ziehe, dann fallen mir spontan leider grad mal mehr nachteile als vorteile ein.
all inclusive
Dabei seit: 03.04.2007
Beiträge: 1033
die Entscheidung für ein weiteres Kind, egal ob für das zweites, drittes etc. ist in meinen Augen immer eine egoistische Entscheidung und muss es auch sein. Ich habe drei Kinder weil WIR das so wollten und sicher nicht weil ich das Gefühl hatte, Geschwister in die Welt setzten zu müssen. Dein Kind wird sich bei euch wohl fühlen, unabhängig davon ob es noch ein Geschwisterchen bekommt oder nicht.
Und ich finde es normal, dass sich Einzelkinder Geschwister wünschen, genau so wie sich meine Kids manchmal wünschen lieber Einzelkinder zu seinicon_razz.gif
carola
Dabei seit: 07.01.2002
Beiträge: 643
bluenote
Dabei seit: 22.05.2013
Beiträge: 24
Hallo Tatarina, das Thema steht nun seit einigen Tagen still, ich möchte mich aber trotzdem noch dazu äussern. Wir haben 2 Kinder, knapp 2j. und 3 j., 15.5Mt auseinander. Als wir das erste Kind bekamen, waren wir beide 39. Dass es so "spät" wurde lag an mir (Papa), weil ich jahrelang haderte. Als wir die Kinderplanung dann anpackten war für uns von Beginn weg klar, dass wir 2 Kinder wollten. Wir beide haben auch je ein Geschwister und wir konnten uns ein Einzelkind einfach nicht vorstellen. Der finanzielle Aspekt spielte dabei keine Rolle. Wir waren und sind überzeugt, dass das einfach gehen wird und muss, mit all seinen Einschränkungen.
Unsere Ängste bezüglich SS, dass alles gut geht, hielten sich in Grenzen. Obschon meine Schwiegermutter sowie meine Schwägerin je 2 Fehlgeburten hatten, was ja eine gewisse Vorbelastung hätte sein können, gingen wir positiv ins Rennen, auch weil wir uns einfach so freuten. Wir wurden vom FA gut beraten. Beide SS verliefen komplikationsfrei. Wir machten uns nie wirklich Sorgen, aber klar unsere Gedanken. Ich weiss nicht, was gewesen wäre, wenn die 1. SS im Gesamten negativ verlaufen wäre. Wegen unserem Alter "hängten" wir das 2. Kind an, rechneten aber eigentlich eher mit einer längeren Übungsphase, aber dann schlug es ziemlich rasch ein. Nun haben wir 2 gesunde Kinder und wir lassen es bei diesen. Zu gross ist der Respekt davor, das Schicksal noch ein drittes mal herauszufordern. Im Nachhinein bereue ich, so lange gewartet zu haben. Denn ich hätte zwischen den beiden einen grösseren Abstand, ca. 2 J. gewünscht. Wegen dem geringen Altersunterschied fällt viel Arbeit gleich doppelt an, die Belastung ist gut doppelt so hoch. Auch wenn sich die Herausforderungen ändern, so gehe ich davon aus, dass sie die nächsten 16 Jahre auf hohem Niveau bleiben. Das hängt sicher auch mit unserem Alter zusammen, vieles ginge mit 30-35 ringer als mit 42, man spürt das Alter. Ob die Belastungen weniger hoch wären, wenn die Kinder mehr auseinander sind, weiss ich nicht, ich stelle es mir so vor. Wissen kann man es ja nicht.
Ich wage jetzt mal zu behaupten, dass ein Einzelkind weniger zu tun gibt als 2 Kinder. Nichtsdestotrotz würde ich wieder 2 Kinder wollen. Man wächst mit den Kindern und mit den Aufgaben. Dass es kein Pappenstiel ist, weiss man ja. Und dass dann alles anders kommt eigentlich ja auch 😉
Wirbelsturm
Dabei seit: 10.08.2013
Beiträge: 0
Mal eine andere Sichtweise, als Kind dachte ich auch wenige male es wäre schöner keine Geschwister zu haben als gleich zwei. Doch je älter ich wurde und jetzt gerade mit einer eigenen Familie wurde das Band zwischen uns Geschwister Intensiver und stärker. Jetzt bin ich dankbar das ich Geschwister haben darf. Auch jetzt wo unsere Eltern älter werden und vieles nicht mehr so einfach ist mit ihnen, Pflegebedürftiger, vergesslicher dies bei unserem Vater, Mutter ist noch mehr oder weniger Fit, je nach Tagesform, so bin ich doch froh, das ich Geschwister habe mit denen ich mich austauschen und die "Last" der Eltern teilen kann, statt diese alleine meistern zu müssen.
Auch der Austausch so nach dem Motto, weisst Du noch damals als wir...
und in Erinnerungen schwelgen und die verschiedene Sichtweisen von uns dreien, ist sehr schön dies miteinander zu Leben als alleine. Mir würde glaube ich jetzt etwas fehlen wenn ich keine Geschwister hätte, als Kind wäre mir das eher egal gewesen ob ich allein oder mit Geschwistern aufgewachsen wäre
Wir haben selber drei Kinder und dies hat sich mehr oder weniger von selbst ergeben, ohne grosse Diskussion zwischen meinem Mann und mir und wir fühlen uns so wohl und können uns nicht mehr vorstellen nur ein Kind zu haben.


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 14.08.2013 um 10:37.]

Mir egal ob ich in den Himmel oder in die Hölle komme, ich hab auf beiden Seiten Freunde.

Menschen glauben oft der Mehrheit und nicht der Wahrheit.

Einige Menschen sind nicht Dumm, die haben einfach nur Pech beim Nachdenken