Jobsuche mit Kind als Akademikerin

Moderatorin Hanna
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 11.05.2015
Beiträge: 0
Die Rückkehr an einen Arbeitsplatz ist für qualifizierte Frauen nach der Mutterschaft oft schwierig:

http://www.wireltern.ch/artikel/akademikerinnen-0916

Was haben Sie als Mutter oder Vater im Arbeitsmarkt erlebt?
kaye
Dabei seit: 25.11.2009
Beiträge: 982
Als Wissenschaftlerin müsste ich international mobil sein. Da ich dies aus familiären Gründen nicht will und kann, ist meine wissenschaftliche Karriere zu Ende. Aber einen Job habe ich trotzdem gefunden, mit Glück.
Ich sehe oft, dass Mütter 60% angestellt sind und 80% für den Job arbeiten, engagierte Väter jedoch 100% angestellt sind und auch nur 80% für den Job arbeiten. Auch gibt es eine biologische Falle: männliche Wissenschaftler sind meistens ca. 40-45 und haben schon eine Professur, wenn sie Vater werden. Frauen, die zwischen 30 und 40 eine Familie gründen, haben ziemlich schlechte Chancen auf eine unbefristete Professur, da dies genau die entscheidenden Jahre sind.
Die meisten Vorurteile sind implizit. Es zählt ja nur "Exzellenz". Dass eine Frau als "nicht ganz so herausragend" wahrgenommen wird, hat viele Hintergründe. Wir können uns oft weniger gut verkaufen. Allerdings wird zuviel Selbstvertrauen und gloriose Versprechungen bei einer Frau auch nicht positiv bewertet...
fraulein
Dabei seit: 26.10.2003
Beiträge: 1608
Als erstes möchte ich anfügen, dass auch Frauen mit "nur" einer Berufslehre durchaus qualifiziert sind.

Zum zweiten: viele Frauen, ob mit Studium oder ohne, die jahrelang beruflich erfolgreich waren und nach der Mutterschaftspause wieder einsteigen wollen, haben damit zu kämpfen, dass sie Vorurteilen begegnen.
Der Unterschied mag sein, dass viele Frauen mit "nur" Berufslehre eher bereit sind, sich auf einen "unterqualifizierten" Job einzulassen, damit sie entweder etwas zur Familienkasse beisteuern können (weil sie müssen) oder weil sie einfach ein wenig zusätzliches Taschengeld verdienen wollen.

Meine Erfahrung ist, dass ich oft nach der Zahl meiner Kinder beurteilt wurde und auch schon mal deutlich abgespeist wurde mit der Erklärung: "bei so vielen Kindern ist ständig eins krank und Sie fehlen dann." Die Kinderpause viel oftmals viel weniger ins Gewicht.

Und noch nebenbei erwähnt: stört sich niemand am Begriff "Tolggen" in dem Artikel? icon_smile.gif
RenaW
Dabei seit: 06.10.2005
Beiträge: 1792
fraulein, absolut super geschrieben, trifft genau den Punkt. Und ja, Tolggen ist ein doofer Ausdruck, sind doch die Kinder die nächste Generation Arbeitenehmer/-geber oder wie man dem sagen will.

Ich finde die Diskussion um arbeitende Mütter oder Vollzeitmütter eh so was von daneben. Ich mag mich nicht ständig rechtfertigen müssen weil ich Vollzeitmutter bin, ich bin es halt eben.
Genauso wenig geht es mich eben nichts an, ob die Mutter von nebenan arbeitet.
Je nach Situation der Familie ist es vielleicht mehr oder weniger nachvollziehbar, warum die Mutter ganz zu Hause bleibt oder auswärts arbeitet, jedoch geht es (wie bereits erwähnt) niemanden was an, man "muss" sich also auch nicht dazu äussern oder nach dem warum fragen.
Die Frage, wann ich den wieder arbeiten gehen möchte, geht mir so was auf den Senkel. Werd mir wohl ein paar Sprüche einfallen lassen.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 30.09.2016 um 09:00.]
kate71
Dabei seit: 07.08.2012
Beiträge: 238
"RenaW" schrieb:



Ich finde die Diskussion um arbeitende Mütter oder Vollzeitmütter eh so was von daneben. Ich mag mich nicht ständig rechtfertigen müssen weil ich Vollzeitmutter bin, ich bin es halt eben.
Genauso wenig geht es mich eben nichts an, ob die Mutter von nebenan arbeitet.

Rena,
ja, ich wünschte mir auch weniger Diskussionen und mehr Solidarität/Verständnis... Das ist doch das Schöne an unserem System! Wir wählen wie es für uns und unsere Familie am besten passt icon_smile.gif und das ist nun halt mal nicht überall gleich!
kate71
Dabei seit: 07.08.2012
Beiträge: 238
Zur Frage:

Ich hab darum gar nie aufgehört zu arbeiten und bin jeweils nach dem Mutterschaftsurlaub wieder angetreten.
(Arbeitspensum zwischen 60-80%)

lgc
kate71
Dabei seit: 07.08.2012
Beiträge: 238
und noch was...

hoch qualifiziert mit Akademikerinnen gleich zu stellen gehört auch ins letzte Jahrhundert icon_smile.gificon_smile.gificon_smile.gif

Diese Fragen um den Wiedereinstieg müssen sich viele Frauen stellen lassen...
*eineFremde*
Dabei seit: 12.06.2012
Beiträge: 199
Ich bin auch, in der Zeit in der ich ausser Haus arbeite , Mutter. Also trotz Job eine Vollzeitmutter.
RenaW
Dabei seit: 06.10.2005
Beiträge: 1792
eine Fremde, da hast Du ja schon recht, nur weisst Du auch was ich gemeint habe mit diesem Ausdruck. Verteidigen musst Du Dich ja auch nicht.
*eineFremde*
Dabei seit: 12.06.2012
Beiträge: 199
Es war eine Feststellung