Will ich überhaupt Kinder?

Herbstwetter
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 26.10.2015
Beiträge: 2
Hallo liebes Forum

Ich bin neu hier und würde mich über einen Austausch sehr freuen!

Zu mir:
Mein Mann und ich sind bereits weit über 10 Jahre ein Paar, verheiratet sind wird seit gut 2 Jahren. Ich bin vor kurzem 31ig geworden.
Für mich war bis vor ca. 2 Jahren eigentlich immer klar, dass ich gerne Kinder haben möchte!

Nur bin ich mir jetzt nicht mehr so sicher..... Viele unserer Freunde haben bereits kleine Kinder und so erfahre ich natürlich immer brandaktuell, wie das Leben mit Kindern ist.... Von "es ist traumhaft schön" bis zum Tipp, ja keine Kinder zu bekommen habe ich alles gehört... Schlaflose Nächte, finanzielle Nöte, Nerven am Abgrund... Probleme in der Beziehung.....teileweise habe ich echt das Gefühl, vielfach nur Negatives zu hören! Und je länger ich dies höre, desto mehr schleicht sich der Gedanke ein, keine Kinder zu haben.


Warum habt Ihr Kinder? War für euch immer klar, dass ihr gerne Kinder haben würdet? Habt ihr teilweise auch gezweifelt?

Ich freue mich auf eure Antworten icon_biggrin.gif

second2
Dabei seit: 01.06.2012
Beiträge: 815
Unsere Situation war ähnlich, seit 8 Jahren ein Paar, seit 7 Jahren verheiratet bevor wir Eltern wurden.

Ich hatte beim 1. Kind meine Zweifel, mein Mann beim 2.

Doch zum Glück haben wir uns beide Male "überredet"!!

Heute sind unsere 2 Kinder 15 und 13. Klar gab es anstrengende Zeiten, doch ich habe nie etwas bereut, ganz sicher nicht.

Und als Schlussfrage: wären wir immer noch zusammen, wenn wir keine Kinder gehabt hätten? Wer weiss ...

-
Vilu
Dabei seit: 18.07.2002
Beiträge: 2027
Hallo Herbstwetter
Ich finde es gut, dass du das Thema "Kinder kriegen" kritisch hinterfragst. Nein, es ist nicht immer nur schön, Kinder zu haben. Manchmal nerven sie, sie sind anstrengend, werden krank, halten einem wach... ABER mit Kindern lernt man Gefühle kennen, die man sich vorher nicht vorstellen konnte. Noch nie zuvor habe ich jemanden so bedingungslos und tief geliebt - es ist auch nicht mit der Liebe zum Partner zu vergleichen. Noch nie habe ich mich um jemanden so gesorgt und noch nie habe ich mich so für jemanden gefreut. Ich war auch noch nie zuvor so stolz auf jemanden wie auf meinen Sohn.

Mein Mann und ich waren auch lange zusammen, bevor wir beschlossen, eine Familie zu gründen. Ich war mir auch nicht sicher, auch weil bei mir das gesundheitliche Risiko (für das Kind) erhöht war. Trotzdem wollten wir dieses Wunder zumindest einmal erleben. Unser Sohn ist jetzt fast 15, an der Schwelle vom Kind zum Mann, und er ist ein ganz toller Mensch. Nie im Leben möchte ich ihn missen. Mami sein ist einfach etwas ganz Einzigartiges und kann mit nichts anderem verglichen werden.

Hört auf euer Bauchgefühl und lasst euch nicht von anderen Menschen dreinreden. Es ist auch völlig ok, keine Kinder zu haben. Überlege, was dir wirklich wichtig ist im Leben. Wenn dies Freiheit und Unabhängigkeit sind, wird es eine Weile eher schwierig. Aber auch diese Zeit geht vorbei - und zwar unglaublich schnell. Alles Gute!

Leben und leben lassen
Herbstwetter
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 26.10.2015
Beiträge: 2
Liebe Vilu, liebe Second2

Herzlichen Dank für eure Antworten, ich habe mich sehr gefreut!
Grundsätzlich - und tief in meinem Herzen -weiss ich schon, dass ich mir Kinder wünsche!
Und trotzdem mache ich mir da meine Gedanken. Traue ich mir überhaupt zu, ein Kind grosszuziehen? Reicht unser Einkommen? Will ich überhaupt Kinder in die heutige Welt schicken? Vermisse ich es nicht, ein Wochenende nur im Trainer auf dem Sofa zu verbringen? icon_lol.gif etc. etc. Manchmal mache ich mich mit meinen Sorgen schier wahnsinnig banghead.gif

Ich will immer alles zu sehr geplant haben.... Hinterfrage immer alles....Aber Schlussendlich ist das Glück, schwanger zu werden und ein Kinder geschenkt zu erhalten, nun mal nicht planbar! icon_biggrin.gif



Scheri
Dabei seit: 22.12.2014
Beiträge: 399
Kinder bekommen und bis zu ihrer Sebständigkeit zu begleiten ist ein Teil vom natürlichsten Lebensplan. Natürlich können wir es uns auch ohne ungutes Gefühl leisten, gewisse naturgegebene Prozesse zu umgehen. Das ist aus meiner Sicht auch ok (wenn man sich nicht gleichzeitig lauthals über Einwanderung empört) icon_smile.gif.

Für mich gibt es einige Punkte, die ich an meiner Familie wertvoll finde:
-Verbindliche Beziehungen eingehen, für die es einem wichtig erscheint, das ganze Leben durch verbunden zu bleiben.
-Eine Sinngebung (natürlich findet man auch ohne Kinder Sinn im Leben), Investition in die Zukunft, ins Fortbestehen.
-Tolle Übung, sein eigenes Ego weniger wichtig zu nehmen. Ausrichtung auf das Wohl aller Familienmitglieder.
-Im günstigeren Fall, Liebe die wächst, da Schwierigkeiten gemeinsam überwunden werden und man gestärkt weitergeht. Herausforderungen, die einen wachsen lassen (ist natürlich auch ohne Kinder möglich).

Geldsorgen:
Obwohl wir immer zu den Familien gehörten, die mit wenig Geld auskamen, habe ich mich nie arm oder eingeschränkt gefühlt. Ich behaupte mal, wenn man sich seinen Möglichkeiten entsprechend sinvoll einrichtet, ist es auch finanziell immer möglich, ein ausgeglichenes Leben zu führen. Das Thema Geld ist meiner Meinung nach in der Schweiz kein Grund um keine Kinder oder weniger Kinder zu haben als man möchte (ausser das eigene Ego ist so gross, dass man sich persönlich nicht einschränken möchte).
Ich habe diesbezüglich den Vorteil, auch schon vor den Kindern immer mit wenig Geld ausgekommen zu sein. Inzwischen haben wir drei Jungs (9, 11 und 14 Jahre). Aus meiner Sicht bekommen sie alles, um sich in unserer Wohlstandsgesellschaft als "normal" erleben zu können.
Wenn die Kinder grösser werden, werden auch die Verdienstmöglichkeiten der Eltern grösser, das merken wir aktuell stark und nun träumen wir auch schon von einer grösseren Wohnung.
bubble36
Dabei seit: 31.01.2003
Beiträge: 730
Ich wusste einfach dass ich Kinder will, das war so klar, dass ich meinen Partner nach 11 Jahren Beziehung vor die Wahl gestellt habe. Wenn er sich das nicht vorstellen kann, würde ich die Beziehung beenden.
Für mich war auch klar, dass Erziehung und das Baby dann easy zu handhaben seien. Schliesslich sah man genug bei befreundeten Paaren und hatte den Plan wie es anders geht.....icon_cool.gif
Zum Glück war ich der Meinung, dass die anderen es einfach nicht im Griff haben, und so bekam auch ich 2 Kinder. icon_wink.gif
Ja, es ist streng, aber ich hätte wohl nie soviel über mich selbst und meine Dynamik/Muster gelernt.
Ja es gibt schlaflose Nächte, das ist aber eine verhältnismässig kurze Zeitspanne.
Ja die Liebe wird manchmal strapaziert.... aber da es deine Kinder sind bist du vielleicht auch eher bereit dich den Herausforderungen, die doch genauso eintreten können ohne dass du Kinder hast, zu stellen. Denn diese Liebe zu den eigenen Kindern ist einzigartig, und ermöglicht so viel Wertvolles.
Alles hat seine Zeit, jede Zeit hat seine Qualität, und ich bin wieder in der Qualitäts-Zeit wo ich im Trainer rumgammeln kann icon_lol.gif
goodie
Dabei seit: 12.11.2011
Beiträge: 3341
Ganz ehrlich, das hab ich mir damals gar nicht wirklich gefragt ob ich Kinder möchte, sie sind einfach gekommen. Auch bei uns gab es Situationen wo ich mich gefragt habe, warum ich mir das angetan habe, aber bei den ganzen Problemen oder Nöten die Kinder mit sich bringen, überwiegen die schönen Momente. Meine sind jetzt in einem Alter wo sie schon sehr selbstständig und vernünftig sind, allerdings fressen sie einem fast die Haare vom Kopf.... Ich dachte immer kleine Kinder sind teuer, aber jetzt merk ich erst dass Teenies noch viel teurer sind. icon_rolleyes.gif

Scheri hats eigentlich super beschrieben.

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi
Universum
Dabei seit: 13.05.2013
Beiträge: 1515
Schon als Teenager wusste ich, dass ich auf jeden Fall Kinder möchte. Ich bin dann auch jung Mutter geworden. Hätte es mit eigenen Kindern nicht geklappt, hätten wir auch Kinder adoptiert.
Als die lieben Kinderlein dann da waren, war ich froh, hat mir niemand zuvor gesagt, was es auch bedeuten kann. Dass nämlich nicht alle Babys schön rosig in ihren Körbchen durchschlafen, trinken und die Windeln gewechselt bekommen wollen. Nein, dass es auch solche gibt, die ausschliesslich getragen werden wollen und auch in der Nacht die Nähe der Eltern einfordern. Dass sich die Zähne schon früh und mit viel Schmerz und Getöse ankündigen. Gefolgt von einer ausgeprägten Trotzphase die an die Substanz geht. Und dass es halt auch Kinder gibt, die nicht so funktionieren, wie es in Ratgebern und Richtlinien beschrieben wird und einem im Säuglingskurs vermittelt wird. Und sogar der erfahrenen, altgediente Mütterberaterin Rätsel aufgeben icon_wink.gifJa, damals habe ich mich oft wie 80 gefühlt und hätte ich es gewusst was auf mich zukommt, bin ich mir nicht sicher, ob ich michfür Kinder entschieden hätte. Aber zum Glück habe ich es nicht gewusst.
Heute sind sie erwachsen und die schwierigen Zeiten schon längst vorbei und im Nachhinein auch nicht mehr so aufreibend in Erinnerung wie wir uns damals oft gefühlt haben.
Hör auf dein Herz und deinen Bauch und geh es nicht zu sehr mit dem Verstand an.


I


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 26.10.2015 um 17:29.]

Versprich nichts, wenn Du glücklich bist.
Antworte nicht, wenn Du wütend bist
und triff keine Entscheidungen wenn Du traurig bist.

Autor unbekannt.
kaye
Dabei seit: 25.11.2009
Beiträge: 982
Ich würde mir nicht zuviele Gedanken machen. Kinder haben weckt Instinkte und Gefühle, die Du sonst nie kennenlernst. Es ist für mich wie eine zusätzliche Dimension des Lebens. Wenn man keine hat, geht es auch, denn man weiss ja nicht wirklich, was einem entgeht. Und es gibt ja Haustiere. Aber jedenfalls gibt es fast keine Menschen, die es bereuen, Kinder zu haben, während ziemlich viele es bedauern, keine bekommen zu haben. Es ist auch keine gute Entscheidungshilfe, die Kinder von anderen Leuten zu betrachten und ihr Gejammer anzuhören. Ein eigenes Kind ist etwas qualitativ ganz anderes, da Du nur zum eigenen eine so starke Beziehung hast.
(PS: ein Kind zu adoptieren oder zu pflegen ergibt vermutlich die gleiche enge Beziehung, das ist für mich durchaus eine gute Alternative)
GabrielaA
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 5615
Auch für mich war schon immer klar, dass ich Kind/er möchte. Schon immer mochte ich Kinder und war gerne mit ihnen zusammen. Zum Glück musste ich auch nicht lange warten, bis ich beide male schwanger wurde.

Doch den Zeitpunkt dafür haben wir sehr wohl geplant. Das heisst, wir lebten erst einige Jahre zusammen, sparten Geld, kauften ein Haus, gingen viel reisen. Ich wünschte mir auch eine Hochzeit in der Kirche, in Weiss. Wäre ich früher schwanger geworden, wäre eine Heirat nur wegen des Kindes nicht in Frage gekommen.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir es kaum erwarten konnten, bis das Kind dann endlich auf der Welt war. Wir stellten uns vor, wie unser Leben sein wird mit dem Baby.

Obwohl unser erstes Kind recht pflegeleicht war, war es trotzallem auch stressig. Nach gut 2 Jahren kam dann Kind Nr. 2 auf die Welt. Beide schliefen sehr lange nicht durch. Der Jüngere kam sogar jahrelang nachts zu uns ins Bett. Mit der Zeit konnte er so unbemerkt zu uns rein schleichen, dass wir es meistens erst gegen Morgen merkten.

Heute sind die Kinder 15 + 17 Jahre alt. Gerade der Ältere begleitet uns nicht mehr oft auf Wochenendausflügen oder sonstigen Ausflügen. Er blieb im Sommer 10 Tage alleine zu Hause, was glaub ich doch etwas lange war.

Wir geniessen es, wegzugehen, ohne an eine Betreuung für die Kinder zu denken. Ich muss nicht zur Zeit zu Hause sein, weil sie von Kindergarten/Schule heim kommen.

Es gab nie einen Moment, wo ich es bereute, dass wir Kinder haben. Zeitpunkt und Altersabstand waren auch gut.