Rechenschwäche, Dyskalkulie?

Doggie
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 15.04.2006
Beiträge: 98
Wer hat Erfahrungen mit Dyskalkulie? Unsere Tochter is 9 Jahre alt und ich bin total verzweifelt...alles lernen nützt nichts! Sie wurde vor einem Jahr beim SPD abgeklärt in Empfehlung der Lehrerin. Gemäss SPD wurde aber nichts bestätigt. Ich möchte gerne mit jemanden darüber schreiben/reden...Wo bekommt man gute Hilfe? Oder wo kann es korrekt abgeklärt werden ohne das alles über die Schule läuft?
Bienli47
Dabei seit: 14.06.2013
Beiträge: 7
Hallo Doggie,

ich bin Dyskalkulie- und Legasthenietrainerin. Wenn Du möchtest, kannst Du mir eine PN schicken und die Probleme Deiner Tochter genauer beschreiben. Der SPD ist leider häufig nicht in der Lage, eine Dyskalkulie oder Legasthenie zu erkennen und entsprechende Hilfe anzubieten.
Du musst nicht verzweifeln, es braucht etwas Geduld, aber es gibt sehr gute Möglichkeiten, das Problem zu überwinden.

Liebe Grüsse
Bienli
nanibu
Dabei seit: 30.05.2012
Beiträge: 49
Hallo zusammen
unsere Tochter ist auch 9 Jahre alt und wir haben die gleichen Probleme.

Abklärung beim SPD hatte zur Folge, dass sie in eine Kleinklasse gesteckt wurde, womit wir überhaubt nicht zufrieden sind.

Aber an den Problemen hat sich nur wenig geändert.

Ich wäre auch froh um Tipps, wie man die Situation besser in den Griff bekommen kann.
deb1
Dabei seit: 23.06.2007
Beiträge: 207
Wir haben das Jahrelang auch gehabt mit unserem inzwischen 14 Jährigen. Die Abklärungen bei der SPD sind für nix.
Wir haben sehr gute Erfahrung mit der Schulberatung Interlink in Bern gemacht. Die Abklärung ist sauteuer und auch die Therapie, wobei die dann bei uns nach langem Hickhack über die EB über die Sprachheilschule lief.
Unser Sohn ging/geht gerne hin und hat so vieles gelernt.
Bienli47
Dabei seit: 14.06.2013
Beiträge: 7
@nanibu

Eine Kleinklasse bringt bei einer Dyskalkulie/Rechenschwäche gar nichts. Es braucht eine Einzelförderung, die bei den Problemen im grundlegenden mathematischen Verständnis des Kindes ansetzt. Dazu haben viele Kinder mit Dyskalkulie abweichende Wahrnehmungsleistungen und eine gestörte Aufmerksamkeit beim Rechnen, beides muss dann zusätzlich zum Rechenbereich gefördert werden. Ich würde Euch raten, einen Therapeuten in Eurer Nähe zu suchen, der auf Dyskalkulie spezialisiert ist.
speedy-luna
Dabei seit: 01.11.2007
Beiträge: 52
Unsere Tochter hat vor gut 3 Jahren die Diagnose Diskal. erhalten.
Für uns war die Diagnose eine sehr grosse Erleichterung und wir werden seit diesem Tag sehr gut betreut.Übrigens unsere Tochter besucht ganz normal die Sekundarschule.
Du kannst mir gerne eine PN schicken
Franz Josef Neffe
Dabei seit: 17.11.2006
Beiträge: 1040
Eine RechenSCHWÄCHE ist nur der Indikator, dass es den Rechentalenten = der RechenSTÄRKE schlecht geht.

Wenn die wichtigsten Bezugspersonen ganz verzweifelt sind, macht das nicht die Atmosphäre, von der Talente ruhig und konzentriert, stark und frei und an ihrer guten Zukunft interessiert sind.
Solche Atmosphärenvorgabe lässt Talente unsicher werden und den Rückzug antreten.

Wenn wir dann "wissenschaftlich testen" und keine Talente mehr entdecken, kommt die Pädagogik schnell zu der Fehleinschätzung, es gäbe diese Talente gar nicht oder sie seien defekt oder krank oder sonst etwas Skuriles.

In der neuen Ich-kann-Schule sehe ich das anders und gehe anders an das Problem heran.
Ich bringe erst einmal mich selbst in einen Zustand, mit dem man zu arbeiten beginnen kann: gestärkt, zuversichtlich, erwartungsfroh, sanft und respektvoll den Talenten gegenüber und hoch interessiert an ihrer guten Entwicklung.
Damit schaffe ich erst mal ein Klima, in dem sich Talente wieder raus trauen.

Dann sehe ich die Lösung des Problems in MEINER Verantwortlichkeit und nicht in der des Kindes; schließlich bin ich ihm an Lebenserfahrung einiges voraus und dann habe ich ja nebenbei auch noch Pädagogik studiert, das ist aber nicht das Entscheidende.

Einen Bericht aus der SZH zum Thema "Mit der Dyskalkulie hat sich die Pädagogik verkalkuliert" mit drei praktischen Beispieln konkreter Problemlösung kann man dort http://www.schulen-der-zukunft.org/bibliothek/berichte-interviews/ nachlesen.

Probleme erSCHEINen - wie die sog. Dyskalklulie - zwar als SACHproblemen; sie SIND aber immer PERSÖNLICHE Probleme.
Wer eine echte Lösung will, muss nicht das SCHEINproblem lösen sondern das SEINSproblem.

Wenn ich geschwächte, frustrierte, verschreckte, gekränkte Talente noch mehr üben lasse, mach ich sie damit matt und platt und sie ziehen sich noch mehr zurück.

Wenn ich sie aber als (in diesem Falle Rechen-)PERSÖNLICHKEIT achte, anerkenne, aufrichte, bestätige, stärke usw., dann WACHSEN sie und werden ihren Aufgaben GEWACHSEN.
Nur wer wächst, wird dem Leben gewachsen.
In der neuen Ich-kann-Schule geht es deshalb immer zuerst und grundlegend um Wachstum.

Und wenn ich mir die verzweifelte Mama als geknickte, geschrumpfte PERSÖNLICHKEIT anschaue, wird doch deutlich, dass auch sie WACHSTUM braucht.
Wachstum, damit sie das Leben bewältigt.

Und unsere Kinder brauchen uns nicht als Vorbild für "Ich verzweifle wegen Dir" oder "Ich arbeite mich für Dich auf".
Unsere Kinder brauchen uns als Vorbild für "Ich bewältige mein Leben".

Also, liebe Eltern und Kollegen, lernt selber so rechnen, dass man Eure Freude und Begeisterung dafür spüren kann, dann wird es interessant, Euch nachzustreben!
Ich freue mich auf Euren Erfolg.

Franz Josef Nerffe

"Wenn ich Sie in dem Irrtum lasse, dass ich es bin, der Sie gesund macht, dann mindere ich Ihre Persönlichkeit!" Émile Coué
route66
Dabei seit: 02.12.2013
Beiträge: 2
Meinem Kind hat die Software von Calcularis geholfen. Das ist kein Lern- oder Übungs-App wo das Kind einfach nur Rechnungen lösen soll, sondern ein speziell entwickeltes Programm, welches das Verständnis für die Zahlen fördert.

Offenbar hat sogar einer der führenden Dyskalkulie-Forscher bei der Entwicklung mitgeholfen. Wurde auch schon mehrfach seitens der Medien darüber berichtet.

Bei uns fand der Sohn tatsächlich nach wenigen Monaten wieder den Anschluss an die Klassenkameraden. Es hat eindeutig etwas bewirkt bei ihm.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 02.12.2013 um 13:17.]
neues vom fuchs
Dabei seit: 28.11.2019
Beiträge: 2
Hallo liebe Eltern

Wir sind drei Studenten und haben einen Blog für euch erstellt. Wir haben einen spannenden Blogbeitrag über Dyskalkulie verfasst.

Schaut doch vorbei, es würde uns freuen icon_smile.gif


https://neuesvomfuchs.ch/mein-kind-hat-eine-rechenschwaeche-was-kann-ich-tun/
Franz Josef Neffe
Dabei seit: 17.11.2006
Beiträge: 1040
Rechenschwäche hat nur eine einzige Aufgabe: zu zeigen, dass es der RECHENSTÄRKE schlecht geht.
Wenn wir aus Rechenschwäche eine Krankheit konstruieren, schaffen wir sie erst und lenken die Energie in sie hinein und hängen am Problem.
Wenn wir uns der geschwächten oder noch schwachen Rechenstärke zuwenden und sie stärken, wachsen wir über uns und das Problem hinaus.
Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe

"Wenn ich Sie in dem Irrtum lasse, dass ich es bin, der Sie gesund macht, dann mindere ich Ihre Persönlichkeit!" Émile Coué