Sek übertritt

Trilline
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 25.01.2020
Beiträge: 8
Guten Tag,
Da ich noch nicht wirklich in der CH Schulsystem durchblicke wäre ich froh wenn ich Antwort bekäme auf folgende Frage:

Meine Tochter (Hochbegabt, Asperger) wird voraussichtlich mit Franz und Deutsch in die Sek eingeteilt, mit Deutsch in die Real. Also gilt sie insgesamt zwar als Sek-Schülerin aber wird Mathe auf Realstufe lernen (also weniger Stoff?)

Hat sie danach überhaupt eine Chance ins Gymi reinzukommen wenn sie 3 Jahre lang Math auf Realstufe lernt? Ist es so zu schaffen? Laut LP ist es eigentlich fast unmöglich von RealStufe in die Sek zu wechseln icon_frown.gif
Sie möchte unbedingt studieren macht sich aber ehrlich gesagt auch nicht wirklich gross über den Übertritt Gedanken...

Wir haben bis jetzt kein Nachteilsausgleich beantragt, die Diagnose ist ganz frisch. Ausserdem hat sie letztes Jahr viel aus der Schule gefehlt wegen einem Unfall, sie hat aber alles aufgeholt.
Sie hat 0 Probleme in Mathe, eher das Gegenteil (sehr kreative eigene Lösungswege) nur ist sie sehr langsam und schafft deshalb in den Tests nicht alles.

Wir überlegen jetzt die Nachteilsausgleich zu beantragen und die Kontrollprüfung zu machen.

Bin froh um jede Antwort, eventuell hat jemand Erfahrung mit ähnlichen Situation?
Ich entschuldige mich für die Fehler, Deutsch ist nicht meine Muttersprache.

Danke!

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 25.01.2020 um 15:01.]
Globi
Dabei seit: 30.07.2008
Beiträge: 2816
Nachteilsausgleich????? Bei uns hier noch nie gehört! In welchem Land gibt es das denn?

Und du musst zuerst mal schreiben, von welchem Kanton du schreibst. Die Oberstufe ist in jedem Kanton anders. Teils noch nicht mal gleich in jedem Kanton.

Und in der Schweiz ist es aber grundsätzlich so: Man kann immer irgendwie die Matura machen oder nachmachen. Fragt sich nur über welchen weg icon_wink.gif
Trilline
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 25.01.2020
Beiträge: 8
Danke für die Antwort.
Rede ist von Kanton BE und klar, das mit unterschiedlichen Wegen wird uns sicher nächste Woche auch erzählt nur verliert sie 3 Jahre gute Lernjahre.
Nachteilsausgleich gibt es hier in Stadt Bern für Menschen mit Benachteiligungen (Legasthenie, Dyskalkulie oder zB Asperger...).


MfG

[Dieser Beitrag wurde 3mal bearbeitet, zuletzt am 25.01.2020 um 16:21.]
Globi
Dabei seit: 30.07.2008
Beiträge: 2816
Sie verliert nicht drei Jahre, sie gewinnt drei Jahre icon_biggrin.gif

Nur weil man ruck zuck in möglichst kurzer Schulzeit alles abschliesst, heisst das nicht, dass man dabei auch immer die richtige Entscheidung trifft. Manchmal ist ein Umweg der bessere Weg icon_biggrin.gif
mercedes
Dabei seit: 14.02.2002
Beiträge: 457
Im Gymnasium ist Mathematik ein Schwerpunktfach. Wenn bereits jetzt Defizite bestehen, wird das wohl eher schwierig mit einem Ūbertritt. Auf Maturitätsstufe gibt es bei uns z.B. kein Nachteilausgleich. Gilt im Kanton Schwyz nur für die Berufslehre. In welchem Bereich ist deine Tochter hochbegabt?

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 25.01.2020 um 19:26.]
Trilline
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 25.01.2020
Beiträge: 8
Danke für die Nachricht, mercedes

Sie schafft jeden Test fehlerfrei, nur manchmal ist nach der Hälfte die Zeit um.
Sie ist im gesamten Spektrum hochbegabt (teilweise knapp unter 150) insbesondere auch im logischen Denken. Nur die Verarbeitungsgeschwindigkeit ist relativ tief.

Mit freundlichen Grüßen
sunnestrau
Dabei seit: 01.12.2008
Beiträge: 187
Guten Tag

Gerne teile ich einige Gedanken, die ich mir beim Lesen deines Themas gemacht habe:

- Die wichtigste Frage: Welche Einteilung entspricht meinem Kind am Meisten, so dass es am Besten gefördert ist?
Wenn das Kind vom Tempo her nicht mithalten kann (sei dies auch nur das Verarbeitungstempo), wäre dies für mich klar die Real. Das Lern- und Arbeitstempo ist in der Real langsamer (dadurch wird halt in den drei Jahren dann auch weniger Stoff vermittelt).

- Das Aufsteigen im Kanton Bern ist möglich - findet auch immer wieder statt (zumindest in unserem Dorf), wenn die Leistung entsprechend ist.

- Den Nachteilsausgleich verstehe ich vor alle so, dass er zusätzliche Unterstützungsmöglichkeiten ermöglicht (z.B. Stunden für integrierte Förderung). Ob dies tatsächlich geltend gemacht werden könnte für den Unterricht auf Sekundarschulniveau zu besuchen, frage ich mich.

- Wenn du das Kind zur Kontrollprüfung anmeldest, hat es ja dann vermutlich auch nicht genügend Zeit bei der Prüfung. Daher dürfte es kaum ein anderes Resultat ergeben. Der Zeitfaktor ist für den Sekundarstufe halt auch ein massgebender Faktor.

- Zudem besteht durch die Kontrollprüfung die Gefahr, dass dann auch andere Fächer plötzlich nicht reichen... (schlechter Tag erwischt, Nervosität,...) Es werden aber immer alle drei Fächer geprüft und es zählen überall die Prüfungsresultate, egal was vorher war.

Dies meine Anmerkungen.
Liebe Grüsse Sunnestrau


Trilline
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 25.01.2020
Beiträge: 8
Guten morgen sunnestrau
Und danke für die Antwort.
Es ist gut zu hören, dass Aufsteigen doch möglich ist.
Nachteilsausgleich gibt es laut Gesetz für alle Stufen und hiesse in unserem Fall mehr Zeit für die Tests. Es wurde auch mehrfach uns nahegelegt. Aber eben dafür muss man erstmal die Diagnose öffentlich machen, was wir bisher nicht für Nötig erhielten da es wirklich nur leicht bei ihr ist.
Das heisst, sie würde auch für die Kontrollprüfung mehr Zeit bekommen.

Verstehe ich richtig: um die Gymiempfehlung zu bekommen muss sie aus der Real in die Sek wechseln.
Aber man darf im Prinzip auch direkt aus der Realschule kommen und die Gymiprüfung machen?

Insgesamt sollte ich mich entspannen, es wird sowieso alles gut icon_smile.gif
Nur die Gedanken kreisen...


MfG

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 26.01.2020 um 10:24.]
kaye
Dabei seit: 25.11.2009
Beiträge: 977
Nachteilsausgleich gibt es übrigens sogar an der Uni.
Ich finde es vor allem wichtig, dass es ihr wohl ist in der Schule, auch in der Mathe. Es ist schwierig zu sagen, ob das bei einfacherem, langsameren Vorgehen wie in der Real besser ist, oder ob sie wirklich alles schnell begreift und sich im Mathe-Sek-Unterricht wohlfühlt. Im letzten Fall wäre eine Zeitverlängerung bei Prüfungen sicher sinnvoll. Zudem wird das besser, je höher man im Schulstoff kommt, da es in der Mathe dann immer mehr aufs Verständnis ankommt und weniger aufs Rechnen.
Falls sie in Mathe dann doch in Real eingestuft wird, würde ich den Sekstoff privat vermitteln (allenfalls mit Nachhilfelehrer) und die Prüfungen der Sek auch machen lassen zuhause, einfach mit mehr Zeit. Das bei uns (ZH) verwendetet Mathebuch enthält zB alle Schwierigkeitsstufen.
Via
Dabei seit: 06.05.2009
Beiträge: 143
Hallo Zusammen

Ich habe auch einen Asperger-Autist zu Hause icon_wink.gif.

Nachteilsausgleich gibt es in der Schweiz in jedem Kanton. Er wird für jedes Kind individuell ausgestellt. Ganz auf die Bedürfnisse!

Bei uns ist die Oberstufe in Niveau A, B und C eingeteilt. Er hat für sich den Weg gewählt, dass er alle Fächer im Niveau A macht (er wollte nicht auf das Gymnasium bzw. Kantonsschule).
Er wird im Sommer in die Lehre kommen und kann nun mit seinem Notendurchschnitt prüfungsfrei in die Berufsmatura einsteigen. Nach der Lehre mit Maturaabschluss kann er studieren!

Es könnte schwierig werden, wenn deine Tochter in gewissen Fächern im Niveau C bzw. Real einsteigt. Der Übertritt nach oben ist nicht einfach. Natürlich kann man jederzeit die Prüfung für den Übertritt ins Gymnasium machen oder auch für die Berufsmatura. Aber im Niveau C bzw. Real lernst du weniger schnell und weniger tief. Das heisst, dass die Vorbereitung auf die Prüfungen sehr schwierig sind und sie wird einiges an Stoff aufholen müssen!

Wieso geht sie nicht direkt ins Gymnasium / Kantonsschule? Wenn dies das Ziel ist, muss sie doch gar nicht an die Sek / Real? Du schreibst ja, dass sie hochbegabt ist! Wieso soll sie in Mathe in Real eingeteilt werden?

Es Grüessli
Via