Geburtsgeschichten

Yvonne
Dabei seit: 31.12.2001
Beiträge: 693
Bei mir ist's gerissen. War so und war für mich nicht weiter problematisch.
Die Geburt ging so schnell, dass die betreuenden Personen (5 Stück!)keine Chance hatten, noch viel für mich zu tun. Darum fand ich es auch als absolut aushaltbar und hatte für mich gar nichts mit Gewaltanwendung zu tun.
Gruss Yvonne
yucca
Dabei seit: 08.02.2007
Beiträge: 3069
Ich erlebte bei beiden Geburten keinerlei Gewalt. Ich entschied mich für eine Beleghebamme und war absolut zufrieden damit.
Mein erstes Kind kam per Kaiserschnitt zur Welt, weil es sich in der 37. Ss Woche in Steisslage begab und eine normale Geburt nicht möglich war. Das zweite Kind habe ich normal geboren. Es war eine sehr lange und anstrengende Geburt. Zudem hatte ich eine Ss vergiftung. Trotz allem fühlte ich mich ernst genommen und musste mit meine Hebamme auch nicht diskutieren bezgl. PDA. Nach stundenlangen Wehen, gingen wir um 19h in die Klinik, das Kind wurde um 06h geboren, die Hebamme war immer bei uns. Eine Beleghebamme war für mich die beste Entscheidung. Sie hat mich in fast während der ganzen Ss betreut, abwechslungsweise mit dem FA. so entsteht ein tolles Vertrauensverhältnis. Fragen, wie PDA, Wassergeburt usw. haben wir vorgängig besprochen.

Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
stofffuchs
Dabei seit: 29.04.2016
Beiträge: 1
Die Geburt unseres Sohnes vor bald 6 Jahren war kein schönes Erlebnis. Einleiten weil er 10 Tage über dem Termin war, 12 Stunden keine Wehen, dann heftig. Kein Geburtszimmer frei. 18 Stunden Wehen. Die erste Hebamme reagierte nicht auf meinen Wunsch nach PDA. Wartete die nächste Schicht ab. Mein Wunsch wurde erhört. Schlecht gestochen (Arzt in Ausbildung) aber nach 3 mal habe ich dann abgenickt. Immerhin eine Seite schmerzfrei. Hektik da Herztöne des Kleinen sehr schwach. Grosszügiger Dammschnitt (ich nehme an der war nötig), Saugglocke. Halb lebiges Kind bei den Neonantologen. Nach ein paar Minuten gings uns dann aber schon recht gut.
Als ich den Artikel heute gelesen habe, konnte ich doch gewisse Parallelen zu meiner Geburt entdecken.
Madruna
Dabei seit: 25.04.2011
Beiträge: 382
Ich arbeite seit über 20 Jahren als Hebamme und kann mich nicht vollumfänglich mit dem Artikel identifizieren. Sicherlich, solche geschilderten Situationen aus dem Forum kann auch ich beobachten und das tut uns Hebammen immer sehr leid. Wir respektieren zu 100%, wenn Eltern und das Neugeborene traumatisiert aus einer Geburt hervorgehen und wir leiden auch nachhaltig mit. Wir suchen die Gespräche mit allen Betroffenen und sind auch froh, wenn wir das Erlebte besprechen können. Wir fragen uns manches Mal, wie es den Betroffenen gehe, erkundigen uns beim Gynäkologen.
Wir gehen zur Arbeit im Bewusstsein, dass mit jeder Geburt der Haftpflichtprozess potentiell vor der Türe steht. Doch wir lieben unseren Beruf sehr und machen ihn aus Freude und mit bestem Wissen und Gewissen.
Aber es gibt auch in unserem Berufsstand schwarze Schafe, ja.
Wir Hebammen lernen im Studium das ganze Spektrum der Geburtshilfe. Unsere Philosophie jedoch ist das Vertrauen in die Natur, die Physiologie von Schwangerschaft und Geburt, Wochenbett und Familienwerdung. Denn wir wissen, wenn wir in die Natur eingreifen, so greift sie zurück und liefert in vielen Fällen Komplikationen.
Wir stellen uns vor das Paar, vertreten ihre Interessen -die meist auch die unseren sind- und haben daher manchmal nicht ganz so angenehme Situationen auszustehen mit anderen Beteiligten im Geburtsgeschehen.
Aber das ist der kleinere Anteil im Berufsalltag.
Für sicherlich fast jede Hebamme ist es der Leitgedanke, eine gute, normale Geburt anzustreben und zu begleiten ohne Eingriffe wie Einleitung, Wehenmittel, Dammschnitt, operative Geburtsbeendigung. Dahingehend unterstützen wir die werdenden Eltern und holen sie dort ab, wo sie stehen mit ihren Wünschen, auch wenn diese dann anders aussehen im Sinne von PDA und Wunschkaiserschnitt.
Auch wir Hebammen bedauern sehr, dass Geburten von Zwillingen und aus Beckenendlage mehrheitlich per Kaiserschnitt erfolgen.

Auch nach vielen Jahren im Beruf bin ich immer wieder zutiefst berührt vom Wunder der Natur, von dem winzigen Menschlein und der Geburtsarbeit seiner Eltern und ihrer bedingungslosen Liebe.
Wenn auch der frische Vater dann mit Tränen der Erleichterung, der Freude und des Stolzes über seine Partnerin das Kindlein willkommen heisst, so füllt es auch meine Augen mit Tränen der Rührung und Freude.


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 30.04.2016 um 16:28.]
Blue64
Dabei seit: 20.08.2003
Beiträge: 1456
Madruna, gerade solche Beiträge wie jener der Themeneröffnerin und deiner machen mich vorsichtig: es ist dieses Schwarz-Weiss-Denken, das mich erschaudern lässt!!

Meine Schulkollegin und ihre Hebamme waren auch diese "Die-Natur-nacht-alles-richtig"-Anbeterinnen, haben sich gegen den Gynäkologen gestellt und und gewartet - 18 Tage über Termin bekam sie dann, schön natürlich, ihr Kind, schwer geistig behindert, weil die Hebamme die begonnene Schwangerschaftsvergiftung nicht erkannte!

Meine Hebamme war genial: empathisch, fordernd aber sehr sehr rational und realistisch!

Mein 1.Sohn kam nach 19 Stunden Wehen, davon 5 Stunden Presswehen, mit 57cm, 4290g und einem gebrochenen Schlüsselbein natürlich auf die Welt! Aber sie war es auch, die mich dann beim Zweiten mittrug, mich bei meiner Entscheidung, mit Kaiserschnitt zu gebären, unterstützte. Und mir danach versicherte, es hätte sicher Komplikationen gegeben, bei wiederum 57cm und 4684 g!

Ich find es daneben, Frauen, die nur mit Kaiserschnitt gebären - aus welchem Hrund auch immer - abzuwerten, die natürliche Geburt so zu verherrlichen und zu heroisieren! Letzten Endes somlte bloss ein einziger Gedanke zählen: das Kond gesund in diese Welt zu holen und den Eltern, egal welchen Genders, das Gefühl zu vermitteln, bedonders zu sein, weil sie die grosse Verantwortung Kind auf sich nehmen!


Ich denke, also bin ich hier falsch !
Madruna
Dabei seit: 25.04.2011
Beiträge: 382
@Blue64
Arbeiten nach bestem Wissen und Gewissen heisst, dass 10 Tage nach errechnetem Geburtstermin eingeleitet wird. Ich würde die Verantwortung nicht tragen wollen, länger zu warten.

Hast du fünf Stunden gepresst, wenn du von fünf Stunden Presswehen schreibst oder hattest du bereits fünf Stunden vor der Geburt vorzeitigen Pressdrang?
Arbeiten nach bestem Wissen und Gewissen heisst, die Gebärende nicht zu lange aktiv pressen zu lassen, denn bei jeder aktiven Presswehe sinkt der Sauerstoffgehalt im fetalen Blut.
Arbeiten nach bestem Wissen und Gewissen heisst, die Gesundheit von Mutter und Kind jederzeit zu gewährleisten und den Wünschen der Eltern -sofern medizinisch vertretbar- nachzukommen. Auch bei Wunschkaiserschnitt (siehe oben)
In diesem Sinne bedeutet Arbeiten nach bestem Wissen und Gewissen einen guten Mittelweg zu finden.
Ich sehe mich durchaus nicht als Hebamme mit Schwarzweissdenken.
Blue64
Dabei seit: 20.08.2003
Beiträge: 1456
Oh ja, ich jab 5 Stunden gepresst, doch mein Kind schaffte es mit den Schultern nicht! Und ja, sie überwachte das ständige Auf und Ab der Herztöne meines Kindes akribisch! Wie auch die Ober- und Assistenzärztin, die Krankenschwester und der Lehrpfleger!
Und es war meine Hebamme die - als Oberärztin und Assistenzärztin und Krankenschwester hektisch begannen, einen Narkosearzt und eine Saugglocke und was weiss ich noch alles zu organisieren - mir zuraunte:" ......., bei der nächsten Wehe presse, was das Zeug hält, erspare deinem Kind die Saugglocke!"

Und sie war es auch, die mich 16 Monate später bestärkte, dass der Kaiserschnitt eine gute Alternatvie für meine Situation ist!

Aber nie und nimmer hätte sie von "der Natur dreinreden" und "die Natur schlägt zurück" geschwafelt!




Ich denke, also bin ich hier falsch !
Madruna
Dabei seit: 25.04.2011
Beiträge: 382
..und ich würde niemals eine Frau fünf Stunden aktiv pressen lassen!
Aber ich hätte dich auch ermutigt, kräftig zu pressen vor dem Eingriff. Aber der war dann ja auch nicht nötig, wenn eine einzige Wehe mit angeleitetem Pressen dann ausreichte.
Es wäre auch eine sachliche Diskussion wert, warum die Ungeborenen ein solches Geburtsgewicht erlangten.
Diese Diskussion hier bringt aber nichts mehr, denn ich schwafle nicht. Ich meinerseits habe sehr wertfrei geschrieben.
Wir lassen es gut sein.
Blue64
Dabei seit: 20.08.2003
Beiträge: 1456
Zitate:
"....es der Leitgedanke, eine gute, normale Geburt anzustreben und zu begleiten ohne Eingriffe wie Einleitung, Wehenmittel, Dammschnitt, operative Geburtsbeendigung. Dahingehend unterstützen wir die...."

"...holen sie dort ab, wo sie stehen mit ihren Wünschen, auch wenn diese dann anders aussehen im Sinne von PDA und Wunschkaiserschnitt....,."



Und das sollen wertfreie Aussagen sein???

Und lass deine dummen Unterstellungen zwischen den Zeilen - du bist genau so eine wertende, von oben herab Hebamne, vor denen ich geflüchtet bin! Sogar aus dem ersten Schwangerschaftskurs!
DU bist nicht die Weisheit und hast sie auch nicht gepachtet!

Ich denke, also bin ich hier falsch !
w-iola
Dabei seit: 02.03.2015
Beiträge: 1
"Moderatorin Hanna" schrieb:

Wie hast du die Geburt erlebt?


Ich bin sehr dankbar über den Artikel von Frau Mundlos.
Ich würde die Geburt meines Kindes nicht als schwierig oder schlimm beschreiben. Und doch war mir nach der Geburt klar, dass man mir Unrecht, vielleicht Gewalt angetan hatte. Es brauchte Zeit und vor allem Gespräche mit Frauen, die sich im Geburtsvorgang auskennen und Verständnis zeigten. Meinem Mann konnte ich nur schwer klar machen, was mit mir geschehen war.

Ich war bei einem Schichtwechsel der Hebammen (7:00) mitten in den Presswehen – bis dahin war alles ziemlich rasch und gut verlaufen. Kurz nach dem Schichtwechsel drängte jedoch der zuständige Arzt darauf, dass es schneller weitergehen müsse. (Ankunft im Spital 1:30, um 7:00 war ich erst kurz am Pressen) Meine Presswehen waren eher schwach. Er wollte erst Wehenmittel einsetzen und bevor dies in Gang kam, plötzlich die Saugglocke anwenden. Dies gegen den Willen meiner Hebamme und ohne genaue Angabe von Gründen. Mit dem Gedanken „Der Arzt muss es wissen“, haben wir schliesslich eingewillgt, eine Wahl blieb uns eigentlich nicht. An eine lokale Narkose kann ich mich nicht erinnern, ohne Aufklärung wurde ein Dammschnitt durchgeführt. Das Schmerzlichste am Ganzen war das Nähen des Dammes nachher. Ich konnte 14 Tage nicht sitzen und kaum gehen.

Es war dieses überrumpelnde Vorgehen, mangelnde Information, fehlende Vorbereitung und unpersönliche Vorgehen des Arztes, das mich verletzt hat. Wie viel gerechtfertigt war, ist mir bis heute unklar. Darf Platzmangel im Spital ein Grund sein, einer Frau – und einem Baby! – (unnötige?) Schmerzen zu zufügen?
Mein Kind hatte mehrere Tage eine Narbe am Kopf und Schmerzen auf dieser Kopfseite!

Mir einzugestehen, was mit mir gemacht wurde, half, mit der Situation umzugehen. Mit Frauen darüber reden, hat gut getan. Inzwischen kann ich die Situation abhacken. Wie’s beim Zweiten wird, weiss ich nicht...

Was mich noch interessieren würde ist Folgendes: Würde eine Frauenärztin auch so vorgehen? Oder fehlt Männern einfach das Gespür für die sensible Seite der Geburt? Weiss ein Mann überhaupt, was er tut??