Zytomegalie/CMV

papaver
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 20.04.2009
Beiträge: 44
Hallo zusammen

unerwartet bin ich mit 40 nochmals schwanger geworden, trotz Verhütung. Bei der ersten Schwangerschaftskontrolle hat die Aerztin Blut genommen für die Tests - einige Tage später rief sie mich an, um mich zu informieren, dass sie mich auf Zytomegalie getestet habe und dass ich positiv sei.
Das Blut wurde in der 9. SSW genommen, der Infekt muss ca 3 Monate vorher gewesen sein, also vermutlich haarscharf an der Schwangerschaft vorbei.

Ich wurde nun zu einer Pränataldiagnostikerin überwiesen, damit sie ein genaues Screening in der 12. SSW macht und dann das Risiko mit uns abschätzt.

Was mich erstaunt: in der Schweiz scheint niemand so wirklich was über Zytomegalie zu wissen, sowohl meine Hausärztin als auch die Kinderärztin wissen nichts genaues und auch die Frauenärztin kann mir zB nicht sagen, ob ich jetzt bis Ende Schwangerschaft das Virus aufs Ungeborene übertragen kann oder nicht.

In Deutschland scheint der Test sehr viel öfter gemacht, es gilt auch ein Berufsverbot für Frauen im Gesundheits/Kleinkindbereich, wenn sie negativ getestet wurden. Auf Schweizer Homepages und in Schweizer Foren finde ich kaum etwas dazu.
In Deutschland wird nach Entdecken einer Infektion oft eine Immunisierungstherapie für Mutter und Kind (via Nabelschnur) gemacht, auf anderen Seiten lese ich, dass nichts gemacht werden kann..

Hat jemand von Euch diesen Test gemacht? Jemand eine Erstinfektion in der Schwangerschaft erlebt? Ich fühle mich grad ziemlich allein mit dieser Erfahrung und bin ratlos..

Gruss, papaver
Blue64
Dabei seit: 20.08.2003
Beiträge: 1456
"papaver" schrieb:

Hallo zusammen

.. und dass ich positiv sei.


.....also vermutlich haarscharf an der Schwangerschaft vorbei.



In Deutschland scheint der Test sehr viel öfter gemacht, es gilt auch ein Berufsverbot für Frauen im Gesundheits/Kleinkindbereich, wenn sie negativ getestet wurden.




Also was gilt jetzt bei dir, weil du hast da scheint's was verwechselt: wenn du "positiv" bist, dann hast du das Virus! Wenn du "negativ" bist, nicht!

Deshalb gilt das Berufsverbot, wenn die Frau "positiv" ist, nicht negativ!

Und noch was: solltest du tatsächlich gleich 3 dermassen ungebildete Ärzte erwischt haben, geh in die nächste Uni-Klinik ... bloss, ich glaub's dir nicht. Jeder Frauenarzt weiss über diesen Virus samt seinen Auswirkungen Bescheid und wenn nicht, hat er unter Garantie die richtigen Bücher, um nachzuschlagen.

Und für dich halbwegs verständlich ein Artikel aus dem Beobachter (Schweiz!):
http://www.beobachter.ch/gesundheit/krankheit/krankheit/zytomegalie/ueberblick-bff2c83f5a/




Ich denke, also bin ich hier falsch !
carola
Dabei seit: 07.01.2002
Beiträge: 643
Manchmal wär's gut, man würde die Links zuerst auch selber lesen, die man hier postet.

http://www.beobachter.ch/gesundheit/krankheit/krankheit/zytomegalie/vorbeugen-93b7395b35/
Blue64
Dabei seit: 20.08.2003
Beiträge: 1456
Carola, und was passt dir an dem Link nicht?

Ich denke, also bin ich hier falsch !
goodie
Dabei seit: 12.11.2011
Beiträge: 3237
So ein Test wurde bei mir glaub nicht durchgeführt ich kann mich nur an den Toxoplasmose Test erinnern.
Der Link ist doch okey von Blue64.

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi
carola
Dabei seit: 07.01.2002
Beiträge: 643
Ja, der Link ist ok. Aber wenn man weiterliest bis zum Thema vorbeugen, dann steht da unter anderem glasklar folgendes:

"...Werdende Mütter, die noch nicht mit CMV infiziert sind, dürfen zudem nicht mehr als Erzieherinnen arbeiten, sofern sie während ihrer Arbeit Kinder wickeln müssen – denn dabei ist die Infektionsgefahr besonders hoch."

Betonung auf NOCH NICHT INFIZIERT.

Da stimmt folgende Aussage von Blue halt nun wirklich nicht:

"Deshalb gilt das Berufsverbot, wenn die Frau "positiv" ist, nicht negativ!"


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 27.05.2015 um 13:15.]
papaver
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 20.04.2009
Beiträge: 44
@blue: laut Frauenärztin bin ich positiv, dh. ich hatte einen akuten Infekt. Allerdings kann sie mir dazu nur sagen, dass er (Anhand der Antikörper gemessen) mindestens 3 Monate her sein muss.
Sie kann mir aber nicht sagen, wie lange ich jetzt für das Ungeborene noch ansteckend bin, was im Bezug auf die weitere Schwangerschaft doch sehr wichtig wäre. Diese Frage konnten mir auch die Hausärztin und Kinderärztin meiner Kinder nicht beantworten.
Eine Weiterweisung an die Spezialistin habe ich schon, der Termin ist nächste Woche.

Berufsverbot: siehe Hinweis von Carola: Frauen, die negativ getestet sind, dürfen in D der SS nicht mehr arbeiten, wenn sie einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind.
Deutsche Schwangerschaftsforen sind voll von Frauen, die Angst haben, sich beim erstgeborenen Kind anzustecken, weil sie eben negativ getestet wurden etc..

Mir ist das mit dem Berufsverbot persönlich egal, ich erwähnte dieses Thema nur, um zu betonen, dass das Thema in D anscheinend sehr viel präsenter ist, als in der Schweiz, es sogar eine gesetzliche Regelung dazu gibt.


Ich bin halt verwirrt, keine der Frauen um mich herum hat je von diesem Test gehört, geschweige denn selber einen gemacht, ich fühle mich halt grad ziemlich allein damit.

Gruss, papaver

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 28.05.2015 um 14:06.]
sax19
Dabei seit: 01.06.2015
Beiträge: 1
Hallo Papaver,
das tut mir sehr leid, dass bei Dir CMV festgestellt wurde.

Als ich vor 11 Jahren mit meinem zweiten Kind schwanger wurde, wurde ich ebenfalls getestet und war positiv auf CMV. Vorher hatte ich noch nie davon gehört.

Meine Frauenärztin sagte mir, dass ich die Möglichkeit hätte eine Fruchtwasseruntersuchung zu machen, die zeigen würde ob das Baby den Virus auch hat oder nicht.
Falls es den Virus hätte, könne aber nicht vorausgesagt werden ob und wie stark das Kind behindert sein würde. Es könne von schwerstbehindert bis auch komplett gesund sein....

Der Schock war gross, vorallem nachdem ich gegoogelt hatte und auch via einer Selbsthilfegruppe in Deutschland (in der CH gabs keine) telefonischen Kontakt zu einer Frau hatte, die aufgrund dieses Virus ein schwerstbehindertes Kind hat.

Wir haben uns gegen eine Untersuchung entschieden, weil das Kind ja auch trotz Virus gesund hätte sein können.
Die Schwangerschaft verlief köperlich problemlos aber die Diagnose hat uns sehr stark belastet. Ich hab mich verrückt gemacht mit meinen Recherchen im Internet!

Lange Rede, kurzer Sinn:
unser Sohn kam etwas verspätet aber augenscheinlich gesund zur Welt. Er wurde sofort auf CMV getestet, was positiv anzeigte, d.h. er HATTE den Virus!
Daraufhin wurde ein Ultraschall des Gehirns gemacht und abzuklären ob er Verkalkungen im Gehin hat. Dabei wurde festgestellt, dass er wohl eine Zyste im Gehirn hatte. Diese war dann beim 2. US ein paar Wochen später aber verschwunden.
Als er ein paar Monate alt war, wurde ein Augentest und ein Hörtest gemacht, der zum Glück zeigte, dass er auch dort keine Schädigungen hat.

Fazit: Wir durften zum Glück einen kerngesunden Sohn bekommen, der heute schon 10 Jahre alt ist. Er ist sehr sportlich, aussergewönlich gut in der Schule, ein Wildfang, einfach ein ganz normaler, liebenswerter Junge. icon_biggrin.gificon_cool.gif

Ich wünsche Dir gaaanz fest, dass auch bei Euch alles gut kommt und wünsche Dir viel Kraft für die nächsten Monate!
Wenn Du möchtest, kannst Du mich gerne persönlich kontaktieren (PN, Tel, Mail).
Liebe Grüsse und alles Gute
sax
prometheus83
Dabei seit: 19.06.2015
Beiträge: 2
Hallo zusammen.
Ich bin neu in diesem Forum würde aber ebenfalls gerne meine Erfahrung einbringen.
Kurz vorweg, mein Kind hat CMV und ist stark mehrfach-behindert. Somit hab ich mich die letzten Jahre intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt.

Als allererste, ist die Mutter positiv auf CMV getestet, besteht für sie kein zusätzliches Risiko im Kontakt mit Kindern!!! Eine berufliche Freistellung ist nicht notwendig, da sie bereits Antikörper besitzt!!!

Bezüglich Papaver: Wenn du vor der Schwangerschaft eine CMV Infektion hattest, musst du dir keine Sorgen machen. Dies ist etwas gutes. Sorgen muss man sich machen wenn an CMV negativ ist und dann während der Schwangerschaft einen Kontakt zu dem Virus hat. Dies kann dann zu einer Übertragung zum Kind kommen, inklusive möglicher Entwicklungsstörungen des zentralen Nervensystems.
Da du aber vor der Schwangerschaft diese Infektion hattest, hast du Antikörper entwickelt, die dich und auch dein Kind schützen.
Also mach dir bitte keine Sorgen.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 19.06.2015 um 16:18.]
prometheus83
Dabei seit: 19.06.2015
Beiträge: 2
Hab dies mit den Antikörpern noch einmal nachgeschaut und hier ist die genaue Antwort.
Die Laborwerte sollten anzeigen, dass eine Immunität gegen CMV entwickelt wurde (dann sind die IgG-Antikörper positiv) und die aktuelle CMV-Infektion überstanden ist (dann sind die IgM-Antikörper nicht mehr nachweisbar).
Schau mal in den Laborbefund.

Übrigens ich stimme Papaver insofern zu, dass das allgemeine Wissen über CMV sehr gering ausgeprägt ist. In der Öffentlichkeit und leider auch bei Ärzten.

Unsere Frauenärztin hat meine Frau im Anfang der Schwangerschaft als CMV negativ getestet - mit dem Wissen, dass sie mit Kleinkindern arbeitet - und trotzdem kein Wort dazu gesagt.
Absolut nichts!!! Kein meiden sie den Kontakt mit Kleinkindern, keine Aufklärung was dies bedeutet etc.
Wir haben dies dann mühsam im Nachhinein, nach der Diagnose unseres Sohnes und den Vergleichen der Blutbilder, alles mit Hilfe der Neurologin entschlüsselt. banghead.gif





[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 19.06.2015 um 16:49.]