Auszeit - hat jemand Erfahrung damit

kleine hexe5
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 07.10.2006
Beiträge: 255
Hat jemand von Euch oder Euer Partner Erfahrung damit? Danke. D.h., ob eine Ehe nach einer Auszeit (Dauer 1-6 Monate???) noch funktionieren kann. Und wie hat der "Zurückgelassene" überlebt. Wie überlebt man generell eine Auszeit, eine Trennung?
Danke
GabrielaA
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 5446
Ich persönlich habe keine Erfahrung damit. Finde es aber eine sehr gute Sache. Das gibt beiden Seiten Zeit, zu erkennen, wieviel ihm der andere bedeutet und ob/wie sehr er /sie ihm/ihr fehlt.

Ich kenne eine Familie sehr gut, die sich für ein paar Wochen getrennt hatten. Nach einer Weile wollte er wieder zurückkehren. Wie es scheint, war das für beide eine sehr hilfreiche und lehrreiche Erfahrung. Seither geht es ihrer Beziehung viel besser.

Das ist natürlich keine Garantie, dass es nachher besser geht. Es gibt auch Paare, die sich trennen und nicht mehr zusammen finden. Doch so eine Auszeit macht man ja nur, wenn es nicht mehr stimmt.

Es soll auch gut überlegt und geplant sein. Abmachungen treffen, wie lange, wenn Kinder da sind, wie werden die Kinder miteinbezogen, trifft sich das Paar während der Trennphase, etc.
Blue64
Dabei seit: 20.08.2003
Beiträge: 1456
Bei einer Auszeit sollte es keinen Zurückgelassenen geben!

Wenn, dann funktioniert sie nur, wenn beide damit einverstanden sind, beide als positives Mittel ansehen, die Beziehung retten zu wollen und beide gemeinsam Regeln aufstellen über die Auszeit, die Dauer, die Regelung bezüglich der Kinder etc..

Ich denke, also bin ich hier falsch !
Universum
Dabei seit: 13.05.2013
Beiträge: 1515
Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass eine Auszeit sehr hilfreich sein kann. Oft ist es ja so, dass man erst merkt was man an jemandem hatte, wenn man es eben nicht mehr hat. Eine Auszeit schafft Raum um sich Gedanken zu machen.

Versprich nichts, wenn Du glücklich bist.
Antworte nicht, wenn Du wütend bist
und triff keine Entscheidungen wenn Du traurig bist.

Autor unbekannt.
taraxacum
Dabei seit: 27.01.2004
Beiträge: 1317
Wir standen vor einer Auszeit, vor einer "Ehe-Pause". Zustande kam sie aufgrund einer Drittbeziehung.

Ich wollte die Pause (räumliche Trennung) nicht, konnte mir nicht vorstellen, wie es danach weiter gehen sollte. Mein Mann wollte, er wünschte Abstand. Obwohl alles organisiert war, kam es schlussendlich nicht dazu. Keine räumliche Trennung - emotional jedoch viele Verletzungen und das Bedürfnis für Raum für sich alleine.

Nach wie vor bin ich überzeugt, hätte die räumliche Trennung stattgefunden, wären wir heute kein Ehepaar mehr. Dadurch, dass wir uns gezwungenermassen miteinander auseinandersetzten mussten, gelang ein "Neuanfang".

Wisse immer was du sagst, aber sage nicht immer, was du weisst.
kleine hexe5
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 07.10.2006
Beiträge: 255
Danke für Eure Antworten. Paar Details: Mein Mann wollte diese Auszeit, die nun schon 5 Wochen dauert. Leider kam er dort nicht so zur Ruhe wie erhofft und möchte sich nun eine eigene kleine Wohnung suchen. Immer noch laufend unter "Auszeit". Seit er ausgezogen ist, treffen wir uns 1x die Woche und reden reden reden. Er kann die Kinder (Teenie Alter) sehen, telefonieren und treffen, wann er will. Wir unternehmen auch mal was zusammen.

Ich habe solche Angst, dass diese Ehe nun in die Brüche geht, weil wir uns eigentlich immer mehr voneinander entfernen. Durch diese räumlich Trennung. Obwohl wir so gut reden wie nie zuvor. Andrerseits ist es evtl. unsere letzte Chance. Ich weiss nicht mehr wie weiter und habe gehofft, diese Auszeit ist kürzer. Er weiss nicht, was er will.

Hiiiiiiiiilffffffffffffffeeeeeeeeeeeee. Merci
taraxacum
Dabei seit: 27.01.2004
Beiträge: 1317
@kleine Hexe

Wir liessen uns professionell begleiten - einzeln und getrennt. So konnte jeder für SICH erkennen, was er will und was nicht. Der Weg war nicht einfach, viele Tränen sind geflossen, viele Ängste ausgestanden. Ich fühlte mich oft alleine, verlassen und im Stich gelassen. Erst als ich begann, mein Leben in meine Hand zu nehmen (und ich nicht nur auf meinen Mann wartete und hoffte) war es möglich, dass sich unsere Wege wieder annäherten.

Meinem Mann wurde durch die Begleitung und Auseinandersetzung bewusst, dass er seine (unsere) Familie möchte. Mir wurde bewusst, dass ich mich selber wichtig nehmen muss. Es folgten Jobwechsel, Studium, intensivere gemeinsame Zeiten, vermehrt "Single-Zeiten".

Wisse immer was du sagst, aber sage nicht immer, was du weisst.
kleine hexe5
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 07.10.2006
Beiträge: 255
@tara...
PN
lenon
Dabei seit: 07.11.2013
Beiträge: 43
Ich denke mir eben immer, dass, wenn es schon soweit ist, dass man vom anderen eine Auszeit braucht, dass es dann ja generell nicht so ganz gut laufen kann und es solche Situationen in der Zukunft bestimmt öfter nochmal
geben wird.
Wenn die Auszeit dazu da ist, um sich bewusst darüber zu werden, ob man den anderen braucht oder nicht - Ok.
Dann sollte man sich aber sicher sein am Ende und hinter der Entscheidung stehen. Aber eine Auszeit, weil es Stress und Streit gibt und man Zeit für sich braucht, die finde ich gefährlich und meistens enden die ja dann auch
mit einer weiteren Auszeit und meistens sogar danach mit überhaupt keinem Verhältnis mehr.

You may say I´m a dreamer....
taraxacum
Dabei seit: 27.01.2004
Beiträge: 1317
Würde mich gerne über Erfahrungen austauschen. Bin in der Situation, dass ich mich für eine Weile zurückziehen möchte.

Wisse immer was du sagst, aber sage nicht immer, was du weisst.