Gute Freundin hat Trennung vor sich - was kann ich tun?

Vilu
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 18.07.2002
Beiträge: 2027
Eine Freundin von mir trennt sich gerade von ihrem Mann. Es war ein langes Hin und Her. Ich bin momentan etwas unsicher, wie ich reagieren soll, bzw. wie ich ihr helfen kann. Sie glaubt immer, stark sein zu müssen, hat Mühe nach Hilfe zu bitten oder sich mal "fallen zu lassen".

Ich möchte mich nicht aufdrängen, ich habe ihr gesagt dass ich jederzeit da bin für sie. Aber vielleicht kann mir ja jemand, der auch mal in ihrer Situation war, ein paar Tips geben was ihr jetzt helfen oder gut tun würde.

Ihre Kids sind übrigens beide im Teenie-Alter. Danke!

Leben und leben lassen
fraulein
Dabei seit: 26.10.2003
Beiträge: 1646
Zuhören, zuhören, zuhören.
Und nein, nicht sagen, dass sie um Hilfe bitten kann. Wenn man in dieser Situation ist, will man nicht auch noch Bittsteller werden.

Also wenn du wirklich helfen willst, dann werde konkret.

Meine Kinder waren damals viel kleiner. Die einzige, die mir in dem Sinn wirklich geholfen hat, war im Grunde eine eher entfern bekannte Frau: sie stand abends vor der Tür, half mir die Kinder ins Bett bringen und sass einfach noch eine Stunde bei mir als Gesellschaft. Oder sie kam mal an einem Wochenende vorbei und half mir im Garten. Oder rief an und lud mich mitsamt Kindern zum Mittagessen ein. Aktiv. Von mir aus hätte ich nämlich niemanden um Hilfe gefragt, weil ich niemandem auf die Nerven gehen wollte.

Wenn ich mir überlege, wie es jetzt mit Teenie-Kindern wäre? Hmm, weiss ich nicht genau. Kommt wohl bei deiner Freudin darauf an, was ihr bis anhin wichtig war, z.B. gemeinsame Unternehmungen?

Da kommst du ums Fragen nicht drumrum. Und MIR wäre es allemal lieber, ich werde wieder mal angefragt, als zu hören "kommst dann einfach". Aber ist eben individuell.
Vilu
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 18.07.2002
Beiträge: 2027
Danke Fraulein. Da wir nicht grad in der Nähe wohnen und sie berufstätig ist, ist das etwas schwierig mit dem spontan vorbeischauen. Ich denke, solange sie noch zusammen wohnen wäre das auch nicht so ideal. Zuhören tu ich immer, wenn sie reden möchte, sie kann jederzeit auf mich zukommen. Allerdings schreibt sie lieber als zu reden...
Na ja, es ist einfach schwierig, ihre "Schale zu knacken". Sie ist eine sehr disziplinierte und sich rationale gebende Frau. Aber innendrin brodelt es ungeheuerlich...


Leben und leben lassen
GabrielaA
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 5611
ich war mal in einer sehr ähnlichen Situation, wie du vilu.
Nur war es so, dass meine Freundin mir erst oft von den Krisen mit ihrem Mann erzählte und oft sagte, sie könne nicht mehr. Auch ich hörte zu, fragte wie es ihr geht, usw. Irgendwann, als ich das Gespräch wieder auf ihre Beziehung lenkte, sagte sie, sie möchte nicht mehr darüber reden.
Gleichzeitig erzählte sie aber wieder alles. Ich sagte ihr, dass das o.k. wäre für mich, ich sie nicht mehr darauf anspreche, und sie von sich aus erzählen soll, wenn sie mag.

Irgendwann wurden unsere Treffen viel rarer. Einmal trafen wir ihr Kind an und fuhren es nach Hause. Es war kurz nach den Sommerferien. Als wir das Kind (Teenie) fragten, wie es ihm und den Eltern gehe, machte sie eine recht abschätzige Bemerkung über den Vater. Ihre Mutter war sehr beschäftigt, als wir auftauchten und versprach, sich bei mir zu melden.

Mir fiel auf, dass ich weder ihre Kinder noch sie jemals zufällig angetroffen hatte und erfuhr von den Klassenkameraden, dass sie mit den Kindern weggezogen war (auch wohin). Leider antwortete sie auf meine Anrufe nicht. Nach fast 2 Jahren rief sie mich plötzlich an. Scheinbar wollte sie jemand anders anrufen und wählte die falsche Nummer. Wir schwatzten eine Weile miteinander, und sie meinte nur, sie hätte eine sehr schwere Zeit hinter sich. Ich sagte ihr, dass ich mich freuen würde, wenn sie sich wieder melde, aber ich verstehe, dass sie einfach alles hinter sich lassen wolle für eine Weile.

Eine andere Frau hingegen die sich vom Mann trennte, war sehr froh, oft zu uns zu Besuch kommen zu können. Sie hat auch noch ein kleines Kind.

goodie
Dabei seit: 12.11.2011
Beiträge: 3373
Biete immer wieder Hilfe an. Ich habs so bei meiner ehem. Nachbarin gemacht. Manchmal hat sie die Hilfe angenommen und manchmal musste sie es einfach alleine schaffen, dafür hab ich dann zugehört. Ich glaube das ist auch sehr viel Wert, wenn sie einfach ihre Sorgen mal abladen können ohne dass jemand ihre Situation bewertet oder abwertet oder Rat gibt.

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi
mamvat
Dabei seit: 17.04.2015
Beiträge: 10
"fraulein" schrieb:

eine eher entfern bekannte Frau


Das hört sich mysteriös und spannend zugleich an. Wer war denn diese Frau? Woher kanntest Du sie?

Zu dem aktuellen Problem von Vilu:
Ich denke, dass es schwierig ist etwas zu unternehmen. Viel hängt auch von der anderen Person ab, was für ein Typ Mensch sie ist. Wenn man sich aber immer wieder meldet und nach dem Wohlbefinden fragt und Vorschläge macht etwas zu unternehmen, ist das aber schon mal viel wert. Ablenkung tut den meisten Menschen gut, auch wenn sie bei Unternehmungen "nicht wirklich Spaß haben" ist es doch besser als Zuhause zu sitzen. Es ist wirklich eine sehr, sehr schwere Situation. Ich hoffe sehr für Deine Freundin wie auch für jeden anderen menschen, der sich in einer Trennungssituation befindet, dass sie den Kopf nicht hängen lassen und es den Umständen entsprechend gut überstehen!

Viel Erfolg!

Es gibts nichts Gutes, ausser man tut es.
Mamimama74
Dabei seit: 13.10.2005
Beiträge: 28
ich kann nur von meiner seite aus sprechen. ich stand 1 1/2 jahren vor einer Trennung. aus heiterem himmel....
ich war froh, dass ich meine leute um mich hatte. aber es war auch schwierig um hilfe zu bitten - man will selber nicht als Bittstellerin da stehen und will alles selber schaffen.

für mich war es einfach gut, dass ich wusste, dass ich immer eine Anlaufstelle hatte, wo ich hin gehen konnte. auch wenn es nur mal eine Umarmung war. schon das hat mir sehr geholfen.
mamvat
Dabei seit: 17.04.2015
Beiträge: 10
Ich bin froh, dass Du diese Anlaufstelle hattest icon_wink.gif

Es gibts nichts Gutes, ausser man tut es.
hamaya
Dabei seit: 23.10.2014
Beiträge: 22
Ach Trennungen.....immer ein sehr schweres Thema, und nie leicht zu verkraften. Es ist ein wenig wie eine Sucht von der man versucht los zu kommen. Selbst wenn man weiß, dass es schlecht für einen ist, denkt man doch immer wieder ob man das nicht nicht doch nochmal machen soll, ist ja eigentlich gar nicht so schlecht. Es gibt eine Menge Tipps wie man damit umgehen kann, [Keine Ausländischen Links] ein paar in Text Form. Was bei einem selbst das Beste ist, dass man muss man leider selbst herausfinden. Freunde sind aber in jedem Fall immer eine super Hilfe. Richtige Freunde jedenfalls.
goodie
Dabei seit: 12.11.2011
Beiträge: 3373
In meinem engen Freundeskreis leider grad wieder aktuell. icon_cry.gif das nimmt einem voll mit. Aber das beste dass man machen kann ist wirklich da sein, zuhören und so gut wie es geht unterstützen und stützen.

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi