Sterisisierung als Fünfundzwanzigjährige

monavetterli
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 10.05.2016
Beiträge: 19
Meine Stieftochter ist 25 Jahre alt und möchte eine wissenschaftliche Karriere machen in der Pharmabranche. So sind natürlich Kinder verständlicherweise nicht erwünscht. Ihr Plan ist, sich sterilisieren zu lassen, und zwar so rasch als möglich. Ich bin da sehr skeptisch, denn wer weiss, was die Zukunft bringt. Möglicherweise ist sie doch nicht glücklich an ihrer Stelle. Oder sie wird Opfer eines Personalabbaus oder oder oder ................... Vielleich wünscht sie dann doch geschwängert zu werden von ihrem Freund. Ich meine, sie soll doch weiterhin sich mit der Spirale schützen, die doch die Möglichkeit beinhaltet nach Ziehung schwanger zu werden. Was haltet ihr von meiner Einstellung und wie kann ich sie dazu bringen, ihre Meinung zu ändern?
yucca
Dabei seit: 08.02.2007
Beiträge: 3010
Wieso soll sie die Meinung ändern, wenn ihr Weg klar ist? Ich denke es liegt nicht in Deiner Kompetenz, einer 25 jährigen Frau, Deine Meinung/Einstellung auf zu zwingen.
Meine Tochter ist 20. und sagt jetzt dass sie keine Kinder haben möchte. Ob dem wirklich so sein wird, weiss ich nicht, sie ist überzeugt. Ich würde sie nie vom Gegenteil überzeugen wollen. Sie ist Erwachsen und soll selber entscheiden. Akzeptier ihren Weg, so wie sie ihn wählt.

Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
RenaW
Dabei seit: 28.04.2019
Beiträge: 12
Bin @yucca's Meinung. Meine Tochter ist auch 20. Ob sie jemals Kinder will, weiss ich nicht mal. Nur würde sie sich in die selbe Richtung äussern, würde ich ihr zwar sagen was ich darüber denke, damit sie auch eine andere Meinung gehört hat. Was sie daraus macht, ist ihre Sache. Sie ist ja volljährig. Ich muss sie nicht von meiner Meinung überzeugen, weil ich denke, meine Meinung sei die einzig wahre.
Oona
Dabei seit: 04.09.2013
Beiträge: 41
Einer 25-jährigen jungen Frau kann man nicht mehr wirklich sagen, was sie zu tun hat und ihren Wunsch, keine Kinder haben zu wollen, sollte respektiert werden.
ABER: ich finde die Idee der Sterilisation doch etwas zu sehr endgültig! Ich habe mit gut 20 auch einige nicht sehr gute Entscheidungen getroffen, die ich heute noch ausbade.

Ich denke auch wirklich nicht, dass dieser Karrierewunsch (den ich fantastisch finde!) eine Familie ausschliesst. Ich arbeite selber in der Pharma-Branche und hier gibt es durch die ganze Hierarchie Frauen mit Familie. Ich kann verstehen, dass man sich eine ideale Familie anders vorstellt, aber würde das nicht schon in diesem jungen Alter komplett ausschliessen wollen.
Vielleicht sollte die junge Frau erst mal sehen dass Karriere mit Familie möglich is zB über Frauen-Networks, Foren oder Literatur.
nanny72
Dabei seit: 21.05.2006
Beiträge: 1019
Auch wenn die aktuelle Stelle, nicht ein Lebensprojekt ist, gibt's noch andere Jobs. Aber unabhängig vom Job, kann trotzdem irgendwann ein Kinderwunsch kommen.
Meine Empfehlung währe, das sie noch 5j wartet und falls sie dann immer noch sicher ist, keine Kinder zu wollen, kann sie diesen Schritt immer noch machen.
Aber es dürfte auch schwierig sein, einen Arzt zufinden, der diese OP bei einer so jungen Frau macht, gerade wenn sie noch keine Kinder hat und es keine medizinische Gründe dafür gibt.
Aber wenn sie sich absolut sicher ist, das sie keine Kinder will, dann wird sie sich nicht so einfach umstimmen lassen
Spargel_2
Dabei seit: 26.10.2007
Beiträge: 1418
Ich verstehe dich.

Du wirst sie nicht umstimmen können. Aber ich würde ihr meine Meinung darüber kund tun. Wie sie sich entscheidet, ist schlussendlich ihre eigene Entscheidung.

Eine Sterilisation ist ein definitiver Eingriff. In der heutigen Zeit gibt es sehr gute Verhütungsmittel. Ich denke aber auch wie Nanny72 geschrieben hat, dass es schwierig wird, einen Arzt zu finden der den Eingriff in diesem Alter macht.

Mein Bruder wollte sich auch in dem Alter operieren lassen. Er war bei drei Ärzten und keiner hat es gemacht. Alle haben ihm gesagt, dass er nach 30 wieder kommen soll.

Nehme jeden Tag wie er kommt!
fraulein
Dabei seit: 26.10.2003
Beiträge: 1625
Mein Sohn hat sich jetzt mit 28 Jahren sterilisieren lassen. Hat allerdings zwei Kinder und doch finde ich, er ist für diesen Schritt zu jung (fand seine Freundin ebenfalls und sie war dagegen). Ist aber seine Entscheidung.

Was den Arzt angeht: irgendwo wird es immer einen Arzt geben, der so einen Eingriff durchführt, weil es kein Gesetz gibt, das es verbietet.
RenaW
Dabei seit: 28.04.2019
Beiträge: 12
Also ich find jetzt nicht, das jemand mit Mitte/Ende 20ig "zu jung" ist, eine solche Entscheidung zu treffen.
@fraulein, das die Freunding gegangen ist, "nur" wegen dem, find ich kleinlich. Dein Sohn bestimmt über seinen Körper selbst.

Vor 5 Jahren, mit 41, habe ich die Gebärmutter veröden lassen. Je älter ich wurde, je stärker meine Tage. Die Assistenzärztin meine denn, ich würde dann keine Kinder mehr bekommen können. Ich hatte meine 2 Töchter ja schon, ausserdem wollte ich mit über 40ig eh kein Kind mehr.
Was mich damals sehr verärgert hat, war der Spruch von meinem Mann. Er meinte, ich hätte ihn fragen müssen ob ich das "darf". Ich habe ihm dann gesagt, ICH hätte das Theater ja jeden Monat und er könne ja gar nicht wissen, wie das ist.

Das bei Minderjährigen solche Eingriffe nicht durchgeführt werden, ist logisch. Nur wir schreiben hier von volljährigen Mittzwanzigern, die ihren Weg gewählt haben. Ich bin auch der Meinung, dass man sich das gut überlegen muss. Doch hier wurden Entscheidungen getroffen, die man als Eltern akzeptieren muss.


[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 09.08.2019 um 06:00.]
fraulein
Dabei seit: 26.10.2003
Beiträge: 1625
RenaW
Die Freundin meines Sohnes war dagegen, nicht gegangen icon_smile.gif
Sie ist einige Jahre älter als mein Sohn und wollte eigentlich die Sterilisation machen direkt nach der letzten Geburt, aber war damals nicht möglich. Wir sind beide der Meinung, dass sein Entschluss nicht einer reiflichen Ueberlegung entsprach sondern der aktuellen Situation geschuldet war. Sie hätte die Spirale einsetzen lassen und dann in 5 Jahren wäre dann die Vasektomie akut gewesen.

Für mich ist dieses Denken somit gar nicht kleinlich, sondern sehr reif gedacht.

Bei deiner persönlichen Situation: also ich würde mit einem Partner ganz sicher eine solche Situation besprechen und nicht einfach machen lassen. Er hat sich sicher unglücklich ausgedrückt, aber so hatte er wohl auch keine Zeit sich damit auseinanderzusetzen, dass es keine weiteren Kinder mehr gibt. Auch Männer müssen sich vom Kinderwunsch verabschieden dürfen. Dass starke Blutungen nerven, das kann ich auch nachvollziehen.
RenaW
Dabei seit: 28.04.2019
Beiträge: 12
fraulein, entschuldige, hab das gestern morgen früh falsch überlesen, war doch wohl zu früh. Bin trotzdem der Meinung, dass es der Körper Deines Sohnes ist. Ob die Entscheidung reif oder unreif war, kann auch niemand beurteilen, niemand sieht in den Kopf des anderen rein. Es ist euer Eindruck von aussen, weil ihr seine Entscheidung nicht versteht/nachvollziehen könnt.
Mir wurden schon Sachen unterstellt, was ich nach meinem Gesichtsausdruck zu urteilen gerade gedacht hätte......da denke ich dann jeweils nur meinen Teil....es gab schon Momente wo ich dachte, wenn ihr tatsächlich wüsstet was ich gedacht habe......
Darum meine Aussage, man sieht nicht in einen Menschen hinein.....

Natürlich habe ich meinen Mann über die geplante OP informiert. Nur warum muss ich das vorher mit ihm ausdiskutieren? Es ist MEIN Körper, ICH musste mich mindestens 3x täglich waschen weil s einfach nur noch läuft und läuft und läuft......ich hattte meine erste Mens mit 11 1/2 Jahren, mit 41 hatte ich die OP, ich hatte nach gut 30 Jahren die Nase gestrichen voll von einer starken Mens, die im Alter immer stärker wurde.
Mein Mann gehört nur leider zu der Spezie Mann wo keine Ahnung vom weiblichen Körper hat.



[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 10.08.2019 um 07:35.]