ungewollter Umzug

Leviathanlein
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 28.08.2017
Beiträge: 3
Hallo allerseits
Ich befinde mich zur Zeit in einer echten Zwickmühle und erhoffe mir einen Rat von Euch oder vielleicht hat jemand schon selbst einmal so etwas durchlebt.
Kurz zu mir und meiner Familie:
Ein Kind (Im Oktober 2jährig), wir sind unverheiratet und das es bei uns so fix mit dem Nachwuchs geht war nicht ganz so geplant.
Eigentlich bin ich ja ganz zufrieden, ich liebe meinen kleinen Sonnenschein über alles und bin sehr glücklich in meiner Rolle als Mutter. Ich arbeite Teilzeit und unser Kind geht in die Kita, in der Zeit, in der ich weg bin. Meine Mutter und auch die Mutter meines Freundes unterstützen uns mit abholen aus der Kita oder wenn ich in der Praxis mal Ferienvertretungen übernehmen muss, dann übernimmt meine Schwiegermutter den Kleinen, da meine Mutter selbst noch berufstätig ist.
Jetzt ist es so, dass mein Partner unbedingt umziehen will, da sein Arbeitsweg ca. 1h zu anstrengend für ihn ist. Ein Jobwechsel ist für ihn ausgeschlossen. Er wollte dies in ca 2 - 3 Jahren verwirklichen, da der Kleine dann in den Kindergarten kommt und ich zu dem Zeitpunkt sowieso eine neue Anstellung brauche (Momentan arbeite ich 3 volle Tage).
Jetzt zu meinem Problem: Ich will definitiv nicht umziehen!
Ich müsste Wohnung und Job aufgeben, wenn wir umziehen sollten! Das ist mir zuviel! Er will ausserdem an einen Ort ziehen, indem wir niemanden kennen... Weder Freunde noch irgendein Familienmitglied wohnt dort und momentan sind wir so sehr auf unsere Familie angewiesen, dass ich mir das einfach nicht vorstellen kann. Wir haben eine riesige Wohnung, die wir dank meiner Grosseltern sehr günstig vermietet bekommen haben, mit Garten, Parkplatz, Hobbyraum, zwei Balkönen, Keller und Dachboden! Meine Mutter wohnt eine Strasse weiter, sein Bruder im selben Ort ca 10min entfernt und meine Schwester im selben Ort ca 15min entfernt. Ich hätte dort auch gute Aussichten auf eine Teilzeitstelle, die mit einem Kindergartenkind vereinbar wäre und könnte auch mit Familie und Freunden Mittagsessen oder Ähnliches vereinbaren. Finanziell liegt es leider nicht drinn, dass ich aufhöre zu arbeiten. Dazu kommt noch, dass ich sehr viel alleine mit dem Kind zu Hause bin. (Damit meine ich dass es vorkommen kann, dass ich 3 Wochenenden nach einander alleine zu Hause bin, oder er macht auch jedes Jahr eine Woche alleine Urlaub, von unter der Woche will ich gar nicht erst anfangen...)
Ich bin mittlerweile soweit, dass ich sagen muss, dass er alleine umziehen soll, wenn ihm das soviel Wert ist, da er ja nie zu Hause ist und sich einfach auf stur stellt...
Kennt das jemand? Hat jemand solche Erfahrungen gemacht?
Ich weiss es wäre erst in zwei Jahren, aber er liegt mit ständig in der Ohren damit und ich habe schlaflose Nächte, weill mir diese Situation sehr grosse Sorgen bereitet!
Ich bin glücklich um jeden Rat, ob von Müttern oder Vätern und um jeden Erfahrungsbericht. Sorry für den langen Text
LG
Christa
Dabei seit: 01.01.2002
Beiträge: 433
Hab zwar keine Erfahrung, aber ich würde da mal auf Gegenangriff gehen.
Also wenn er dauernd vom Umzug redet, geh mal weg und er muss das
Kind hüten. Sag du musst ihn auf den Umzug vorbereiten, da ihr ja da
niemand habt wie hier zum hüten.Würde ihm grad sagen dass er wenn
ihr hütet auch mehr auf das Kind aufpassen muss oder es eben dann
von der Kita oder Kindergarten abholen muss.

Zum Arbeitsweg mein Mann hat auch eine Stunde und ich selber früher auch.

Ich würde da halt ansetzten das er dann halt nicht mehr Zeit für sich hat und auch mal über Mittag heim muss kochen, da du vielleicht eine
Stelle hast wo es nicht geht oder eben du hast dann einen längeren
Arbeitsweg da du am jetzigen Wohnort eine Stelle hast und nicht zum
Kind schauen kannst.

yucca
Dabei seit: 08.02.2007
Beiträge: 3069
ER möchte...ER will...und dies alles ohne kompromiss, ohne wenn und aber... Und DU? Du musst dich fügen nach seinem Willen oder was? So geht das nicht. Wie stellt er sich das vor ohne die Hilfe von Verwandten? Du erwähnst nicht wie sich dein Partner als Vater engagiert, verbringt er überhaupt Zeit mit euch? Ziehmlich egoistisch von ihm, würde bei mir gar nicht gehen. Notier dir doch die vor und Nachteile zur jetzigen Wohnsituation und das selbe wenn ihn wegziehen würdet. Dan setzt ihr euch an den Tisch und diskutiert darüber. Wenn er weiterhin uneinsichtig bleibt, werdet ihr auf keinen grünen Zweig kommen und müsst eure Beziehung überdenken.

Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
goodie
Dabei seit: 12.11.2011
Beiträge: 3373
Ich finde Familie ist wichtiger. Es ist doch für Euer Kind einfach schöner wenn beide Omis in der Nachbarschaft wohnen und Onkel und Tanten auch.
1 Std zur Arbeit kann ich zwar schon verstehen dass das nervt, aber die Negativen Punkte überwiegen. Vor allem wäre nur 1 Punkt Positiv und zwar sein Arbeitsweg. Ich würd deine bedenken wirklich mal in Pro oder eher Contras aufschreiben und mit ihm bereden und auch mit den Omis sprechen und die sollen auch ein gutes Wort für Euch einsetzen.

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi
thea
Dabei seit: 28.06.2013
Beiträge: 878
Ich kann darüber nicht von eigenen Erfahrungen berichten, aber die Familie einer Kollegin war in der selben Situation, ihr Mann fand einen tollen neuen Job, aber auch eine Stunde Autofahrt entfernt. Sie vereinbarten ein "Probejahr" (das hättet Ihr schon durch) und beschlossen dann, NICHT umzuziehen, weil auch ihm Familie, Schule, Job der Frau und viele Freizeitaktivitäten mehr Wert waren als ein kurzer Arbeitsweg.
Wenn ich es aus Deinen Zeilen richtig entnehme, leistest Du den Grossteil der Haus- und Betreuungsarbeit, da ist ihm wohl nicht bewusst, wie wertvoll dabei die Wohnsituation und ein gutes Umfeld ist.
Mit welchen Gründen will er Dich von einem Umzug überzeugen? Geht es dabei nur um ihn (weniger Fahrerei) oder auch um Euch (mehr Zeit mit der Familie)? Würde er die gewonnene Zeit in diesem Falle auch wirklich für die Familie nutzen? Vielleicht liege ich falsch, aber es kommt mir hier fast so vor, dass Ihr Euch für seine Bequemlichkeit opfern solltet... es wäre wirklich nicht klug, alle Zelte abzubrechen und dann am neuen Ort alles alleine managen zu müssenicon_rolleyes.gif
thea
Dabei seit: 28.06.2013
Beiträge: 878
Dein Partner soll sich am Arbeitsort ein Zimmer/Studio mieten, das würde zwar etwas kosten, aber vielleicht doch nicht so viel mehr, als wenn Ihr als ganze Familie umzieht, dabei mehr für die Wohnung und Kinderbetreuung (da ohne Verwandte) bezahlt, und Du je nach Jobmöglichkeiten weniger oder gar nichts mehr dazuverdienen könntest.

Arcencielle18
Dabei seit: 25.06.2004
Beiträge: 190
Ich bin auch nicht in dieser Situation, aber es klingt schon reichlich danach, dass er einfach sein Ding durchziehen will.
Ich kann es natürlich verstehen, dass 1 Stunde Arbeitsweg mühsam ist. Aber für dich wäre ja nich viel mehr mindestens so mühsam, wenn du wegziehen müsstest.
Ich würde in dieser Situation vorschlagen, dass ihr beide die Vor- und Nachteile aufschreibt, und dazu für jeden Punkt, wie wichtig es euch ist. Dann könnt ihr alles miteinander vergleichen. ZB liegt deinem Mann genau so viel an einem kürzeren Weg, wie ihm daran liegt, seinen Job zu behalten?

Übrigens, bei uns in der Firma arbeiten auch viele mit 1 Stunde Arbeitsweg. Oft arbeiten sie 1 Tag/Woche von zuhause aus. Wäre das eine Möglichkeit für denen Mann?
fraulein
Dabei seit: 26.10.2003
Beiträge: 1645
In zwei oder drei Jahren kann noch viel passieren..... Du machst dich zu früh verrückt. Mir gibt eher dein Nebenbeschrieb zu denken: Dass du viel alleine bist, Wochentags wie am Wochenende ...
Fast, als hättest du das Leben mit Job und Kind und dein Partner sein Leben mit Job und Ausgang.

Ein Jahr vor Kindergarteneintritt ist sicher ein guter Zeitpunkt um nochmals das Thema Umzug aufzugreifen. Dann kann man sich um den passenden Ort kümmern, Infrastruktur checken (Kitas, Tagesmutter o.ä.), Immobilienmarkt etc.

Nach deiner augenblicklichen Beschreibung geht es nur darum, wer diese Situation gewinnt. Und wie gesagt: es kann noch viel passieren in zwei Jahren. Auch wird es Zeit das Thema Familienzeit/Gemeinsamkeiten zu besprechen. Neu gewonnene Zeit, sollte ja jemandem zu Gute kommen. Idealerweise dem Paar, der Familie. Und gemeinsame Zeit könnte sicher auch jetzt schon gelebt werden. Tut ihr vielleicht auch, aber das kommt leider nirgendwo so richtig durch.

Also hab auch ich dir keinen konkreten Rat oder Erfahrungsbericht. Nur die Empfehlung, nicht zu früh in Panik zu verfallen und alles nur noch um dieses Thema kreisen zu lassen.

Leviathanlein
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 28.08.2017
Beiträge: 3
"thea" schrieb:

Mit welchen Gründen will er Dich von einem Umzug überzeugen? Geht es dabei nur um ihn (weniger Fahrerei) oder auch um Euch (mehr Zeit mit der Familie)? Würde er die gewonnene Zeit in diesem Falle auch wirklich für die Familie nutzen?


Also der einzige Grund ist für ihn tatsächlich der Arbeitsweg. Ich kann leider nicht wirklich einschätzten, wie die gewonnene Zeit verwendet wird, da es auch (öfters) vorkommen kann, dass er sowieso bis 19:00 oder 20:00 arbeitet. Und wenn er dann zu Hause ist, dann ist er zu kaputt um irgendwas zu machen, sprich es wird dann gezockt oder der TV läuft. Und auch wenn ich Samstags arbeite macht er einfach den TV an und lässt dem Kleinen irgendwas laufen, damit er beschäftigt ist... es ist wirklich sehr unschön...
Leviathanlein
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 28.08.2017
Beiträge: 3
"fraulein" schrieb:

Nach deiner augenblicklichen Beschreibung geht es nur darum, wer diese Situation gewinnt. Und wie gesagt: es kann noch viel passieren in zwei Jahren.


Ich probiere das Thema auch gar nichtmehr anzusprechen, da ich ja auch finde, dass in zwei Jahren viel passieren kann, leider sieht er das etwas anders und schaut sich jetzt schon im Homegate oder wo auch immer Wohnungen an mit der Begründung, man kann ja mal schauen wies denn so in anderen Ortschaften mit den Mietzinsen etc. aussieht. Und ich habe es halt trotzdem irgendwie immer im Hinterkopf...