Woraus schöpft ihr Kraft für eure langjährigen Partnerschaften ?

sunnestrau
Dabei seit: 01.12.2008
Beiträge: 180
Scheri, ich finde richtig, dass Du schreibst, dass man sich nicht einfach trennen soll, wenn Familie da ist und wenn man vielleicht doch nicht so gut zusammen passt, wie zuerst gemeint. Vielleicht ist nämlich auch dies mehr eine Phase, weil momentan etwas anderes im Zentrum ist, das mehr Differenzen schafft als in anderen Zeiten. Allzu schnell dabei an Trennung zu denken, liegt auch mir fern.

Und ja, ich denke, dass eine Partnerschaft vor allem Kraft gibt. Es ist hoffentlich in der meisten Zeit ein Stabilitätsfaktor und Ort an dem man sich geborgen fühlt, so wie man ist.
Aber ich kann nachvollziehen, dass in gewissen Zeiten eine Partnerschaft auch Kraft kosten kann. Für mich wichtig ist dabei, die Qualitäten des Anderen nicht zu vergessen, die vielen schönen Zeiten, die Liebe, die zusammen hält. Und mir ist es ein Anliegen solche Zeiten ohne "Brüche" durchzugehen und möglichst bald wieder in der Beziehung Kraft tanken zu können.
In Phasen in denen ich nicht genug Kraft schöpfen kann in der Beziehung muss ich zu mir und der Familie ganz fest Sorge tragen: gemeinsame Erlebnisse schaffen, Rückzugsmöglichkeiten für mich bzw. für den Partner, gutes Buch lesen, gemeinsamer Filmabend, etc.
goodie
Dabei seit: 12.11.2011
Beiträge: 3198
Da bedeutet wohl für jeden Kraft schöpfen etwas anderes.

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi
Scheri
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 22.12.2014
Beiträge: 399
Grundsätzlich wollte ich mit diesem Thema einfach anregen, ein wenig Persönliches aus der Paarbeziehung im Forum mitzuteilen. Und ich finde es schön, wie das einige auch gemacht haben.

Ich finde es weniger interessant, wenn mitgeteilt wird, mir gehts gut, wir haben keine Herausforderungen, als wenn beschrieben wird welches z.B. aktuelle Herausforderungen in der Paarbeziehung sind oder welche Prozesse durchgemacht wurden.

Geborgenheit und Sicherheit (Stabilität) ist sicher ein Hauptbedürfnis, das man sich in der Paarbeziehung befriedigen kann. Daraus schöpfen wohl die meisten viel Kraft. Wären diese Faktoren nicht klar vorhanden, wäre eine Paarbeziehung über längere Zeit sicher zu anstrengend.

Meiner Erfahrung nach geht es aber auch noch um all die anderen Aspekte, denen das Festhalten an der Sicherheit nur im Wege stehen.
Dies sind z.B. Entwicklung, Veränderung.
Ich gehe davon aus, dass mit dem Anspruch den heute viele haben (ich auch), sich paralell zur Paarbeziehung auch ganz persönlich auf dem eigenen Weg weiterzuentwickeln oder dem was da alles sonst noch in einem schlummert Raum zu geben, die Paarbeziehung über lange Zeit hinaus nur gelingen kann, wenn Veränderungsprozesse in der Paarbeziehung möglich sind.
Ich bin überzeugt, dass ich und meine Partnerin nur wegen dieser Fähigkeit noch zusammen sind.

Aber natürlich mag ich es allen gönnen, die diese Art von Arbeit nicht kennen und trotzdem in einer zufriedenen Beziehung leben (ohne Ironie).

bubble36
Dabei seit: 31.01.2003
Beiträge: 730
"sunnestrau" schrieb:

Vielleicht ist nämlich auch dies mehr eine Phase, weil momentan etwas anderes im Zentrum ist, das mehr Differenzen schafft als in anderen Zeiten.

Und in diesen Phasen ist es doch oft so, dass man irgendwoher auch Kraft braucht (schöpft) um die "zehrende" Kleinkinder-Phase zu überstehen. Die Partnerschaft hat mir in dieser nicht immer Kraft gegeben.icon_wink.gif

"sunnestrau" schrieb:

Und ja, ich denke, dass eine Partnerschaft vor allem Kraft gibt. Es ist hoffentlich in der meisten Zeit ein Stabilitätsfaktor und Ort an dem man sich geborgen fühlt, so wie man ist.

Da bin ich einig, in der meisten Zeit, eigentlich den grösstenTeil, ist die Partnerschaft ein Stabilitätsfaktor, wo ich mich fallenlassen kann, und wieder Mut schöpfe wenn es schwierig scheint.

"sunnestrau" schrieb:

Aber ich kann nachvollziehen, dass in gewissen Zeiten eine Partnerschaft auch Kraft kosten kann. Für mich wichtig ist dabei, die Qualitäten des Anderen nicht zu vergessen, die vielen schönen Zeiten, die Liebe, die zusammen hält.
In Phasen in denen ich nicht genug Kraft schöpfen kann in der Beziehung muss ich zu mir und der Familie ganz fest Sorge tragen: gemeinsame Erlebnisse schaffen, Rückzugsmöglichkeiten für mich bzw. für den Partner, gutes Buch lesen, gemeinsamer Filmabend, etc.


Diese gewissen Zeiten haben auch nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass es mit dem Partner nicht klappt, oder er mich Kraft kostet. Es gibt aber Situationen die mich Kraft kosten, einfach weil sich eine Situation verändert. Das kann sein weil Kinder gross werden, weil man sich neu orientieren möchte, weil eine Krankheit durchgemacht wird.
Da gibt mir natürlich die Partnerschaft Kraft, aber oft ist es doch so, dass man den eigenen Kopf richten muss, und sich Dinge verändern, und der Partner nicht unbedingt helfen kann.

Blue64
Dabei seit: 20.08.2003
Beiträge: 1456
"Scheri" schrieb:


Ich finde es weniger interessant, wenn mitgeteilt wird, mir gehts gut, wir haben keine Herausforderungen,


Soso, du gibst uns also auch gleich vor, WAS du lesen möchtest ... alle Achtung! *ironieoff*icon_rolleyes.gif


"Scheri" schrieb:


Geborgenheit und Sicherheit (Stabilität) ist sicher ein Hauptbedürfnis, das man sich in der Paarbeziehung befriedigen kann. Daraus schöpfen wohl die meisten viel Kraft. Wären diese Faktoren nicht klar vorhanden, wäre eine Paarbeziehung über längere Zeit sicher zu anstrengend.


Irrtum --- DEINE Beziehung wäre dir wahrscheinlich zu anstrengend.

Ich habe weder die Partnerschaft gesucht, noch irgendwelche Faktoren IN dieser. Ich habe, als ich meinen Mann kennen lernte, schlicht und einfach erkannt, dass mit ihm viele Dinge des Lebens mehr Spass machten, dass er mein Leben bereichert, dass er mein Leben in gewissen Sparten ergänzt.


"Scheri" schrieb:


Natürlich mag ich es allen gönnen, die diese Art von Arbeit nicht kennen und trotzdem in einer zufriedenen Beziehung leben (ohne Ironie).


Nein, kenn' ich Gott sei Dank nicht, denn wäre Partnerschaft Arbeit, hätt' ich sie längst aufgelöst!



Ich denke, also bin ich hier falsch !
bubble36
Dabei seit: 31.01.2003
Beiträge: 730
"Co-71" schrieb:

Ich bin froh, dass du das schreibst Vilu....auch ich brauche nicht Kraft für die Beziehung, sondern die Beziehung gibt mir Kraft für alles, was mir im Leben begegnet. Es kann sein, dass ich mal einen Rat meiner Freundin brauche, aber sonst....als harte Arbeit sehe ich das ebenfalls nicht. Da ist die Liebe, Respekt, Rücksicht, Freiheit geben und nehmen, viel Humor und viele Dinge mehr, die eine Beziehung ausmachen. Eine positive Einstellung und ein JA zu seinem Leben lassen Dich gelassener sein.



Es gab Phasen wo ich mir dachte, dass es ohne Beziehung einfacher wäre. Obwohl da Liebe,Respekt, Freiheit ein JA zum Leben UND Gelassenheit usw. da war. Das allein reicht vielleicht manchmal nicht, denn Leben ist Veränderung und im Fluss. (vielleicht hat das aber auch mehr nur mit mir selber zu tun..?) Manchmal gehts bergauf, manchmal rasant talwärts und dann dümpelts vor sich hin. icon_smile.gif
Sich da immer wieder zu finden, und den Humor und all diese Dinge nicht zu verlieren, das ist schon ab und zu ein bisschen harte Arbeit, find ich! icon_wink.gif
Schliesslich habe ich mit der Entscheidung mit dem Partner alt zu werden, auch eine Verantwortung übernommen für mich und die Beziehung/Partner.
Sich mit Problemen auseinanderzusetzen hat sich bei mir/uns gelohnt, ich denke aber, dass ich mich jetzt nicht einfach ausruhen kannicon_redface.gif
sunnestrau
Dabei seit: 01.12.2008
Beiträge: 180
@bubble36

Für mich passt das, was du schreibst. Ich sehe es sehr ähnlich.