Berufswahl

GabrielaA
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 5613
@Zugerli1: Also scheinbar wurde es ein Jahr später beim Lehrbetrieb vom Sohn nicht mehr so gemacht. Er hätte mal seinen Unterstift gefragt - sie sind ja sehr gute Kollegen, schon seit vielen Jahren. Nun arbeiten sie noch zusammen.
Quest
Dabei seit: 05.11.2002
Beiträge: 975
"yucca" schrieb:

"Quest" schrieb:


Mir wäre es nie in den Sinn gekommen, mit zum Gespräch zu gehen. Ich bin erst zur Unterschrift mitgegangen. Und das auch nur, weil ich musste. Er arbeitet ja dort, nicht ich.

Ich geh ja auch nicht mit, wenn er sich dann nach der Lehre bewirbt.


..und wieso nicht? In einigen Betrieben wird dieses Verhalten unter "mangelndem Interessen," der Erziehungsberechtigten wahrgenommen. Selbständigkeit ist wirklich notwendig, aber so wie du das hier rüberbringst würde ich es nicht handhaben, es sei den ich verstehe dich nicht richtig. Ich unterstütze meine Kinder, im Hindergrund, wenn sie Unterstützung brauchen, stehe ich ohne wenn und aber da. Mein Sohn tut sich sehr schwer mit der Berufswahl, bei ihm geht es nicht ohne Druck und nachbohren... icon_cry.gif
Und wie kommt dieses Verhalten bei deinem Kind an?
Ich gehe mal davon aus dass dein Sohn minderjährig ist, da ist die Unterschrift der Erziehungsberechtigten unumgänglich.


Ich wollte damit sagen, ich wäre nie ohne Aufforderung des Lehrbetriebens mitgegangen. Falls es gewünscht gewesen wäre, logisch, war es aber nicht. Und zur Unterschrift musste ich ja mit und bin logisch auch mit.

Und nein ich habe mir nicht einen der Lehrbetriebe angeschaut, für die sich mein Sohn interessiert hat. Er war das beim Schnuppern und er musste sich entscheiden.

Gut eine der Gärtnereien ist ja bei uns um Dorf und ich kauf dort immer meine Blumen. Aber ich habe dort nie gesagt, das ich das Mami von XY bin. Warum auch. Ich will ja dass das Kind seinetwegen die Lehrstelle bekommt und nicht weil das Mami eine gute Kunding ist.

Dort wo er seine Lehre begann, waren es total über 100 Lehrlinge. Da gehtt man nicht einfach mal so hin ins HR uns sagt guten Tag. (Davon abgesehen, dass man gar nicht rein kommt)
Zugerli1
Dabei seit: 20.03.2016
Beiträge: 338
Der Lehrer (er hat noch eine Zusatzausbildung für Lehrstellensuche) hat uns gesagt, dass es ein totales"no go" sei, als Eltern nachzufragen, wie es bei der Schnupperlehre gelaufen sei.
Früher war das ja noch eher üblich, Kollegin hat das immer gemacht und oft das Feedback bekommen, dass sie es als Interresse der Eltern anschauen...deren Kinder sind aber inzwischen schon fast dreissig.
kaye
Dabei seit: 25.11.2009
Beiträge: 977
Es scheint also wirklich eine Gratwanderung zwischen dem, was als Ueberbehütung oder Unselbständigkeit wahrgenommen wird und dem, was als mangelndes Interesse oder mangelnde Unterstützung der Eltern gilt. Am besten muss als die Jugendliche selber nachfragen, ob der Betrieb oder der Lehrmeister gern den Kontakt zu den Eltern hätte.

GabrielaA
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 5613
Wir wurden beim zweiten Kind in zwei Betrieben zum Gespräch nach dem Schnuppern eingeladen. An einem Ort riefen sie mich an und fragten, ob ich wohl dabei sein könnte. Im zweiten Fall wurde bereits am zweiten Tag kommuniziert, dass wir am Donnerstag um 13.30 Uhr ein Gespräch hätten.

Mein Mann kannte aber die Mitarbeiter dort recht gut.

Beim Ältesten war es so, dass er 2x in einem Betrieb schnuppern ging, wo wir (mein Mann) den Chef aus geschäftlichen Beziehungen kannte. Auch da wurde gesagt, Tag X Zeit.. wäre Gespräch.

In jenem Betrieb, wo er jetzt lernt, war mein Mann nach dem Schnuppern am Gespräch dabei. Da der Sohn in der gleichen Branche arbeitet, wie sein Vater, und mein Mann die Chefen kennt, wurde er vielleicht deshalb eingeladen.

Tja und beim Unterzeichnen des Lehrvertrages kam ja der Lehrmeister sogar persönlich vorbei.

Der jüngste Sohn hatte schon etliche Gespräche ohne uns.

GabrielaA
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 5613
Letztes Jahr vor Weihnachten waren wir bei einer Familie zum Essen eingeladen. Die jüngste Tochter, 16, 1. Lehrjahr erfuhr unmittelbar vor unserer Ankunft, dass sie eine hoch ansteckende Krankheit hätte. Sie hätte aber am Abend ein Essen mit allen Mitarbeitern gehabt. Darunter auch schwangere Frauen.

Da rief die Mutter den Chef an und meldete ihre Tochter ab. Meine Jungs hätten das jetzt nie gewollt.
yucca
Dabei seit: 08.02.2007
Beiträge: 3069
@Quest
dann habe ich es falsch verstanden, bei mir kam es in etwa so rüber, dass er selber schauen muss wie er zu seiner Schnupperlehre und Lehrstelle kommt und du am liebsten nichts damit zu tun haben willst.


Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
goodie
Dabei seit: 12.11.2011
Beiträge: 3372
@GabrielaA betreffs Vit. B, ja das finde ich eigentlich okey. icon_redface.gif

Hab meine Arbeitsstelle auch durch Vit.B erhalten. Eigentlich sind fast alle Mitarbeiter dort durch eine Empfehlung rein gekommen.

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi
KlaraM
Dabei seit: 01.03.2013
Beiträge: 1770
Vitamin B ist eine gesellschaftliche Tatsache. Wir leben nun mal in einer Gemeinschaft und unser Handeln ist geprägt von unseren persönlichen Einstellungen, unseren Erfahrungen, Beziehungen etc. Gerade in kleineren Orten oder wenn die Eltern in der gleichen Branche tätig sind, lässt es sich ja kaum vermeiden, dass man die Leute kennt. Das kann natürlich genauso in die andere Richtung ausschlagen.

Vitamin B heisst ja nicht, dass man die (Lehr-)Stelle nur wegen Vitamin B erhalten hat, sondern dass das u. a. dazu beigetragen hat, mehr oder weniger stark. Ich denke, wer von Vitamin B profitiert - und das sind viele - muss sich idR stärker beweisen, denn der Rest des Teams weiss ganz sicher vom Vitamin B.

@Gabriela
Wenn du schreibst, dass ihr Leute im Lehrbetrieb eures Sohnes gut kennt, ist das genauso Vitamin B.

Bedenklicher finde ich Vitamin CH. icon_frown.gif
GabrielaA
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 5613
Unser Ältester ging ja damals in diesem Betrieb schnuppern, da es der einzige Betrieb hier im Ort ist, wo diesen Beruf ausbildet.

Vitamin B bedeutet, dass die Eltern die Lehrstelle für ihr Kind besorgen, da sie die Verantwortlichen gut kennen. Das meine ich damit. Also ich gebe diesem Jugendlichen die Lehrstelle, weil wir mit seinen Eltern befreundet sind.