Multicheck für Schnuppertage

goodie
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 12.11.2011
Beiträge: 3309
Wir sind ja wieder auf Lehrstellensuche. Ich hoffe das letzte Jahr.

Ich sag euch, es wird immer arger, mittlerweile kann man ohne Multicheck nicht mal mehr Schnuppern gehen.

Meine Tochter ist auf der Suche nach einer Lehrstelle als Systemgastronomiefachfrau und/oder Köchin aber es ist fast unmöglich dass sie überhaupt schnuppern gehen kann.

Sie darf jetzt im Oktober endlich Schnuppern gehen, dafür bin ich dankbar.

Trotz dass es wirklich eilt, macht sie sich überhaupt keine Sorgen, sie nimmt es gelassen und denkt jetzt, da wo sie Schnuppern gehen kann, da bekommt sie dann die Lehrstelle.
Den 1. Multicheck hat sie inzwischen und den 2. macht sie noch während den Herbstferien. 2 ähnliche Berufe und 2 verschiedene Multichecks, aber egal das tut ihr nur gut.

Wie erleben es eure Teenies?

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi
Aly
Dabei seit: 16.10.2002
Beiträge: 64
Wir hatten letztes Jahr das "Vergnügen" eine Lehrstelle zu suchen und ja es wird immer schlimmer was die Voraussetzungen betrifft.

Meine Tochter wollte Pharma-Assistentin erlernen. Leider hatte es bei uns in der Region keine offenen Lehrstellen oder schon längst vergeben obwohl meine Tochter früh Bewerbungen schrieb. Dann hatten drei sie zum schnuppern eingeladen und kurz vorher wieder abgesagt, da sie jemanden gefunden hatten. Das hat sie richtig runtergezogen. Zum Glück konnte sie noch bei anderen schnuppern, dh. ohne schnuppern ging gar nichts. Sie war dann wochenlang kaum in der Schule, hatte sehr viel Stress. Schlussendlich fand sie eine Lehrstelle weiter weg, 3/4 Std. Arbeitsweg.

Meine Tochter ist mit dem ganzen nicht ganz so locker umgegangen. Aber sie war auch nicht am verzweifeln. Auf der einen Seite finde ich es gut wenn sie es etwas locker angehen auf der anderen Seite sollten sie sich schon bemühen und es nicht schleifen lassen. Ich selber empfand es als eine harte Zeit. Ich habe mir zu viele Gedanken gemacht was ist wenn etc. denn bei den anderen beiden Berufe die sie noch in der engeren Auswahl hatte, waren die Lehrstellen auch sehr rar, resp. gar nicht da.

Ich drücke euch die Daumen dass es bald klappt mit der Lehrstelle.
Nuvole
Dabei seit: 02.06.2007
Beiträge: 1745
Ich finde auch, dass es anspruchsvoller geworden ist. Multicheck, Assessments, Eignungsgespräch etc. bevor man überhaupt schnuppern kann. Ich bin nicht sicher, ob sich die Firmen damit wirklich einen Gefallen tun. Sicher gibt es Bereiche, wo das sinnvoll ist. Aber doch nicht für alle!

Meine ältere Tochter hatte es vor zwei Jahren noch etwas einfacher, konnte ausgiebig schnuppern (Koch).

Sie sind ja wirklich jung und können doch oft nur durch eine Schnupperlehre abschätzen, ob der Beruf überhaupt etwas für sie ist und dass sie jetzt Tempo geben müssten. Und sie sind ja überhaupt im Umbruch und lieben es, wenn wir Eltern immer wieder stupsen. Ich weiss. icon_smile.gif

Vielleicht ist es für dich ein kleiner Trost, dass es andern auch so geht. Drücke euch die Daumen!


Scheri
Dabei seit: 22.12.2014
Beiträge: 399
Nun beginnt dieses Thema bei uns auch. Der mittlere Sohn ist jetzt in der 2. Oberstufe (der älteste im 2. letzten Gymi).
Ich habe meinem mittleren Sohn für seine ersten Schnuppererfahrungen empfohlen, er solle 5 Schnupper-Anfragen für den einen Beruf und 5 für den anderen Beruf per Mail stellen.
So hat er sich innert kürzester Zeit zwei Schnupperlehren für die Herbstferien organisiert und musste weitere Angebote sogar ablehnen.

Ja, ich finds auch spannend... und ich ertappe mich auch immer wieder dabei, dass es mir nicht leicht fällt, gelassen zu bleiben... icon_wink.gif

Um mich zu beruhigen, hilft es mir daran zu denken, dass die Situation in vielen Berufen vorteilhaft für die Jugendlichen ist, da die Nachfrage nach Lehrstellen teilweise kleiner ist als das Angebot.
nanny72
Dabei seit: 21.05.2006
Beiträge: 1055
Das kann ich, ehrlich gesagt, nicht ganz begreifen. Einerseits wird ständig gejammert, das man keine Lehrlinge findet und andereseits, werden immer höhere anforderungen an mögliche Lehrlinge gestellt.
Scheri
Dabei seit: 22.12.2014
Beiträge: 399
Was ich noch ergänzen möchte:
Die 10 Mails, welche mein Sohn für die Schnupper-Anfragen gesandt hat, waren aufs Wesentliche reduziert. D.h. kein Anhänge, keine offizielle Bewerbung, keine Leistungsausweise. Jeweils 5x den gleichen Text, in dem er geschrieben hat, dass er das 1. mal schnuppern möchte, wie alt er ist, welches Schuljahr und in dem er seine grosse Motivation, in den Beruf eintauchen zu wollen, mitteilte.

Für mich gibts zwei verschiedene Schnupper-Phasen. Die erste, in welcher die Jugendlichen noch nicht konkret wissen, was sie wollen. Später dann in einem weiteren Prozess, wo der Jugendliche sich dann schon für einen Beruf entschieden hat, hat das Schnuppern nochmals eine andere Bedeutung. Es ist dann schon ein aktives Bewerben. Je nach Situation für diese Lehrstelle (bewerben sich mehrere für die gleiche Stelle), ist es natürlich nachvollziehbar, dass der Lermeister/In den scheinbar geeignetesten Kandidaten wählen möchte.
Aber wie gesagt, je nach Beruf haben die Lehrmeister Mühe. ihre Stellen zu besetzen.
Z.B. haben ich mit meinem Sohn zusammen kurz vor den Sommerferien aus Neugier geschaut, wieviele Lehrstellen im Umkreis von einer Stunde für nach den Sommerferien noch frei sind. Für Automechatroniker haben wir deren 6 gefunden.
Nuvole
Dabei seit: 02.06.2007
Beiträge: 1745
"nanny72" schrieb:

Das kann ich, ehrlich gesagt, nicht ganz begreifen. Einerseits wird ständig gejammert, das man keine Lehrlinge findet und andereseits, werden immer höhere anforderungen an mögliche Lehrlinge gestellt.


Das ist ja das Problem: es ist sehr branchenabhängig: einige Lehrstellen bleiben unbesetzt, bei anderen treffen 200 Bewerber auf eine Lehrstelle.

@Scheri
Meine Ältere fand problemlos Schnupperstellen, meine Kleinere hat x Telefonate und Mails gemacht - ohne Erfolg und in verschiedenen Berufen. Schlussendlich ging's nur mit Vitamin B.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 01.10.2018 um 19:29.]
goodie
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 12.11.2011
Beiträge: 3309
Also sie hat bis jetzt immer eine richtige Bewerbung für eine Schnupperlehre inkl. Schulzeugnisse und Motivationschreiben und Lebenslauf trallala gemacht.

Ich hoffe wirklich jetzt geht's dann vorwärts. Ab morgen bekommt sie das Resultat vom Multicheck dann kann sie sich bei weiteren Bewerben.

Bei meiner 1. Tochter wars etwas anders. Sie hatte wirklich schnell herausgefunden dass man mit einem eher schlechten Zeugnis keine Chancen hat und hat das 10. Schuljahr gemacht. Was ihr wirklich gut getan hat und die Noten sind alle rauf und im Sozialverhalten war da plötzlich kein schlechter Eintrag mehr. Im 10. hatte sie dann bereits im Oktober eine zugesicherte Lehrstelle. Aber sie hat dann alles selber gemacht.

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi
yucca
Dabei seit: 08.02.2007
Beiträge: 3069
Mein Sohn hat im August mit der KV/E-Lehre begonnen. Bei der Lehrstellen suche haben wir die Erfahrung gemacht dass Firmen die eine offene Lehrstelle hatten nur Schnupperlehrlinge genommen haben die für die Lehrstelle in Frage kamen. Für eine Schnupperlehre musste er meistens eine Vollständige Bewerbung abgeben und wenn er Glück hatte, durfte er 2 Tage schnuppern. Bei einem Zahntechniker wo er für eine Schnupperlehre angefragt hat, hätte er zuerst den Multicheck machen müssen. Ich finde das ganze schon etwas verrückt. Auf der anderen Seite haben Betriebe die Schnupperlehrlinge nehmen auch einige Unkosten und Umtriebe. Ich kenne auch Jugendliche die X- Schnupperlehren gemacht haben, weil sie nicht gerne zur Schule sind. Es ist auch für die Betriebe nicht einfach den Mittelweg zu finden.

Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
GabrielaA
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 5503
Bei uns ist das ja durch, mit Schnuppern. Unser Grosser ist im Militär und macht dort Karriere.

Der Jüngere hatte ja leider in der Schulzeit nicht so Erfolg und ging auch in die Sonderschule (habe öfters darüber berichtet). Im letzten SJ machte er ein Praktikum 40% mit 60% Schule. Danach stellte sich die Frage, wie weiter. Erschwerend kam dazu, dass die LP ihm da eher Steine in den Weg legte. So erzählte sie im Praktikum Betrieb, dass er die Lehre nicht bei ihnen machen würde; uns gegenüber behauptete sie, der Betrieb hätte gesagt, sie würden ihn auf keinen Fall nehmen. Nur zufälligerweise bei einem Gespräch mit der Chefin kam aus, dass die LP falsche Tatsachen verbreitete banghead.gif

Die Frage war aber immer noch nicht vom Tisch, da sich auch der Betrieb nicht sicher war, ob er geeignet wäre für die Lehre (sie haben eben diesen Beruf noch nie ausgebildet). Schlussendlich erhielt er ein Angebot in einem Betrieb, unterstützt durch die IV. Auch hier hiess es, er müsse erst ein Jahr eine praktische Anlehre machen, danach würde man entscheiden, ob Lehre oder nicht. Wir bestanden dann darauf, dass er im Sommer 18 in die "normale" Lehre wechseln kann, obwohl alle Bedenken hatten.

Jetzt hatte er Prüfungen und schrieb Noten zwischen 5.7 und 6.0 icon_smile.gif. Da reden sie noch von Stütz-Unterricht in der "Sonder-Berufsschule". -Mein Argument: Solange die Noten stimmen, braucht er das nicht. Wenn dann doch Bedarf sein sollte, dann würden wir das Angebot der "richtigen" Berufsschule annehmen. Ich bin dann sowas von froh, wenn er diese Ausbildung abschliesst und einen eidgenössichen Berufsabschluss hat.

@goodie: Bei unserem Ältesten vor ca. 6 Jahren war es total einfach schnuppern zu gehen. Meistens rief er an, er konnte gehen. Er hat eigentlich nur 2 Berufe richtig geschnuppert (mehr als ein Tag). Beim zweiten Beruf kam er bereits am ersten Tag nach Hause und meinte, dieser Beruf in jenem Betrieb, das wärs! So kam es auch. Er ist seit über 1 Jahr fertig und ist immer noch im (Lehr)Betrieb angestellt. Er musste nach dem Unterzeichnen des Lehrvertrages einen Eignungs-Test machen. Dies mehr für den Lehrmeister, damit er eine Ahnung hatte, wie es schulisch aussieht.

Der Jüngere musste auch vor dem Schnuppern einen Leistungscheck machen. Dies wurde vom Betrieb aufgeboten und bezahlt. Ergebnisse sahen wir nie - nur bestanden. Später machte er einen Test bei der IV Berufsberatung. Auch da haben wir nur mündliche Ergebnisse erhalten.

Sollte sich ein/e Jugendliche/r konkret für eine Lehrstelle interessieren, verstehe ich es noch, wenn da im voraus ein Check verlangt wird. Leider brechen immer wieder Junge die Lehre ab. Aber um den Beruf kennen zu lernen, braucht es sicher keine Tests.

Wünsche viel Glück.