Überforderung im Umgang mit dem Smartphone

Scheri
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 22.12.2014
Beiträge: 387
"GabrielaA" schrieb:

Ich bin einfach der Meinung, dass Kinder ab 16 auch alt genug sind, um ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.

Wir als Eltern können Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.


Da bin ich voll deiner Meinung !

Aber was, wenn es sich beim pausenlosen Handygucken nicht um eine Entscheidung handelt, sondern wie ich geschrieben habe, einfach um ein "Gefangensein" ?

Mein ältester Sohn ist mir auch nicht böse, dass ich ihm teilweise eine handyfreie Zeit ermögliche icon_wink.gif. Manchmal scheint es mir sogar, dass er mir für die "bessere" Qualität seiner Freizeit dankbar ist.

Universum
Dabei seit: 13.05.2013
Beiträge: 1529
Scheri, wie verbringt denn dein Sohn jetzt seine handyfreie Zeit?

Versprich nichts, wenn Du glücklich bist.
Antworte nicht, wenn Du wütend bist
und triff keine Entscheidungen wenn Du traurig bist.

Autor unbekannt.
Scheri
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 22.12.2014
Beiträge: 387
@Universum

Wie schon geschrieben, ist er dann zugänglicher und mehr an seiner unmittelbaren Umgebung interessiert. Daraus entstehen mehr interessante Situationen in unserer Gemeinschaft Familie. Z.B. lässt er sich auf seinen jüngsten Bruder vermehrt ein, der sich sehr für alle diese Strategiespiele (keine Computerspiele), welche sein grosser Bruder früher viel gespielt hat, interessiert.
Oder Plötzlich beschäftigt er sich wieder mit seinem früheren Hobby, das er bis zu seinem ersten Smartphone in der 8. Klasse sehr gerne gemacht hat.

Vor allem hat er plötzlich bedeutend mehr Zeit. Was er mit dieser Zeit anfangen wird, ist noch offen.
Ich weiss, er hat genug Wünsche, was er eigentlich gerne machen möchte. Er ist früher regelmässig klettern gegangen und ich weiss, dass er daran immer noch Freude hätte. Das könnte er jederzeit wieder aufleben lassen.
Zudem spricht er schon seit über einem Jahr davon, dass er einem Schülerjob nachgehen möchte - nur zu, junger Mann...

Bei ihm habe ich effektiv erlebt, dass ihn sein Umgang mit dem Handy träge gemacht hat. Und das ist doch sehr schade.
Braedwurst
Dabei seit: 23.05.2017
Beiträge: 6
Hallo zusammen

Meiner Meinung nach gibt es da keine optimale Lösung.
Oft ist es so, da spreche ich aus eigener Erfahrung, dass jahrelanger Entzug von Smartphone oder PC oder ähnlichem, gerade dazu führt, dass das Kind sobald es dann diesen neuen Zugang/Reiz bekommt, damit übertreibt.
Dies weil es einerseits nicht wirklich damit umzugehen weiss und andererseits es vorher ständig davon Umgeben war (Klassenkameraden die bereits diesen Zugang zum Handy hatten) und damit das Verlangen, sobald man dann ein Smartphone besitzt, alles auszuprobieren, was der Kollege innerhalb mehrer Jahre ausprobieren konnte, sehr gross werden kann.
Dabei reagieren aber auch alle Kinder anderst. Es gibt natürlich auch die Kehrseite. Die Kinder die schon früh mit Smartphones in Berührung kommen, können sich plötzlich nicht mehr ohne beschäftigen oder haben es nie gelernt sich ohne Smartphone zu beschäftigen.
Ich traue folglich euch und auch mir zu, diese extremen Verhalten im Kontakt mit Handys zu erkennen und frühst möglich zu unterbinden.

Gruss Marco
Scheri
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 22.12.2014
Beiträge: 387
Auch wenn es wohl richtig ist, wie es hier auch geschrieben wurde, dass sich das Rad nicht zurückdrehen lässt, finde ich es doch wichtig, dass wir uns bewusst werden, wie der Masseneinzug von Smartphones unsere Leben verändert.
Wenn wir uns dieser Veränderung bewusst sind und gut finden, dann spricht von mir her gesehen nichts dagegen.

Wenn wir die Veränderung jedoch nicht gut finden, aber einfach nicht anders können, dann ist das für mich die übergeordnete Macht, die uns lenkt, wie es ihr gefällt.

Konkret spreche ich von den wirtschaftlichen Interessen einer superreichen Elite auf der Welt, welche es innert weniger Jahre geschafft hat, den allermeisten Menschen auf der Erde, welche es sich leisten können, glauben zu machen, sie könnten nicht ohne Smartphone leben.
Das ist die Vorstufe des Chips, der dann einmal direkt nach der Geburt eingepflanzt wird, über den wir immer mehr ferngesteuert werden.

In den 70er Jahren wurde die Freiheit mit Marlboro angepriesen. Heute macht man uns glauben, ein besseres Leben zu haben, wenn wir mit unserer Auferksamkeit immer woanders sind, als da wo wir gerade sind.

Das tönt jetzt vielleicht alles ein weinig übertrieben.
Ich plädiere jedoch lediglich für das Hinterfragen, so dass jedes Individuum die grösstmögliche Autonomie leben kann, anstatt Versklavung mit Freiheit zu verwechseln.

Wir Erwachsenen haben noch ein Verhältnis, da wir den grössten Teil unseres Lebens ohne Smartphone verbracht haben. Unsere Kinder wachsen von Anfang an damit auf.
Umso wichtiger ist es doch, dass wir ihnen ein gesundes Verhältnis im Umgang mit diesem technischen Fortschritt einfordern.

Letzthin hat mir eine Frau um die 30, gebildet, tiefgründig, erzählt, dass sie ihrem Partner gesagt habe, dass es für sie unangenehm sei, wenn er in sein Smartphone schaue, während sie mit ihm spricht.
Darauf hat er ihr bewiesen, dass er alles, was sie gesagt hat, mitbekommen habe, in dem er ihre Worte zusammenfasste.
Da die Frau verstanden hat, dass ihr Partner durchaus auch für sie empfänglich ist, wenn er in sein Smartphone schaut, sei dies nun für sie ok.

Universum
Dabei seit: 13.05.2013
Beiträge: 1529
Vor über 200 Jahren war die Eisenbahn des Teufels- heute ginge es nicht mehr ohne.
Die nächste Stufe ist dann wohl der Aluhut

Versprich nichts, wenn Du glücklich bist.
Antworte nicht, wenn Du wütend bist
und triff keine Entscheidungen wenn Du traurig bist.

Autor unbekannt.
fraulein
Dabei seit: 26.10.2003
Beiträge: 1557
Ich hatte in jungen Jahren ständig ein Buch dabei. Hab 3 -4 Bücher die Woche gelesen, nebst Heftchen und was man sonst noch lesbares findet.
Ich hatte kein Interesse daran, irgendwelchen Sport zu machen, in Vereine zu gehen und Freunde traf ich, war mit denen aber nicht ständig zusammen.

Würde ich mit meinen Kindern vergleichen, hab ich mehr in die Bücher gesehen als sie in die Handys heute.

Scheri, würdest du darum auch so ein Aufhebens machen, wenn deine Kinder so exzessiv lesen würden?
Altfrank
Dabei seit: 03.11.2007
Beiträge: 227
"Globi" schrieb:

janvier

Gehen für mich auch schon fast als übergriffig!


Das ist ein Witz, oder?

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 02.06.2017 um 13:55.]
Scheri
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 22.12.2014
Beiträge: 387
Heute, 20:15 auf 3sat Dokfilm:

Smartphone-Wie ein kleines Ding uns im Griff hat

Gleiche Ausstrahlung auch am Do, 29.06. auf PHOENIX

Am 7.7. auf SRF1:

Droge Smartphone - Wie abhängig sind wir ?


Ich werde diese Doks mit meinen Kids schauen. Nicht um den Teufel an die Wand zu malen, sondern als Anregung, sein eigenes Verhalten zu hinterfragen.
Shajta
Dabei seit: 29.09.2016
Beiträge: 45
Der Titel "wie ein kleines Ding uns im Griff hat" impliziert, dass das Smartphone ein Lebewesen ist...

Ist es aber nicht. WIR sind Menschen, die darüber entscheiden können, wie sie das Smartphone verwenden möchten und wie nicht. Und da kann jeder selbst entscheiden, wann er es auf stumm stellt, wieviel Zeit er damit verbringen möchte, und wieviele Sachen er mit diesem technischen Gerät erledigen möchte.

Abgesehen davon, dass es für viele Menschen einfach zur Arbeit dazu gehört, erreichbar zu sein.

Sich immer mal wieder zu hinterfragen, wie der Umgang mit dem technischen Gerät ist, ist sicher eine gute Sache (dazu brauche ich aber keine Fernsehsendung, sondern lediglich meinen gesunden Menschenverstand).

Was mich aber stört, ist, wenn Eltern von jugendlichen Kindern sich überhaupt nicht mit der Technik auskennen, deswegen das Ding verteufeln (und ihm sogar menschliche Fähigkeiten zusprechen), rigorose Regeln aufstellen oder dem Kidn gar den Umgang damit verbieten (und so gleich Ausgrenzung aus der Klassengemeinschaft fördern)- und sich dann wundern, wenn die Kids irgendwann nur noch rebellieren oder sich zurück ziehen- weil man mit den Alten, die keine Ahnung haben, überhaupt nicht reden kann...

Ich sehe das so häufig bei Eltern von anderen Jugendlichen und das finde ich echt schade... Zur Verantwortung als Eltern gehört auch, dass man sich mit den modernen Medien beschäftigt. Meine Meinung.