Wenn sie volljährig werden

goodie
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 12.11.2011
Beiträge: 3316
Im Moment üben wir grad wie ists, wenn beide ausgezogen sind!! Beide Kinder sind alleine in den Ferien und wir sind die zurückgebliebenen. Mensch ist das irgendwie ruhig.....icon_redface.gif Im Moment bin ich noch in der Geniesserphase. aber das wird sich sicher bald in Vermissphase wechseln und Panikphase ob sie wieder heil heim kommen.

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi
yucca
Dabei seit: 08.02.2007
Beiträge: 2903
@goodie ich spür dich gerade...icon_redface.gif
Unsere Tochter ist im gesamten 6 Wochen weg. Zuerst 2 Wochen in Irland und seit letzten Sonntag ist sie in Lyon. In beiden Länder macht sie einen Sprachaufenthalt. Am letzten Freitag ist sie um Mitternacht nach hause gekommen, wir haben gewaschen und sie hat gepackt und dann tschüssss...
Unser Sohn geht morgen für 1 Woche nach Finnland mit Kollegen. Es wird komisch werden für meinen Mann und mich icon_redface.gif
Aber auch wir gehen in die Ferien am nächsten Freitag. Leider kann mein Mann nur 2x3 Tage nehmen, so dass er mit dem Schichtfrei auf 2x1 Woche kommt.
Ausserdem habe ich gestern ein Hotel und den Zug nach Lyon gebucht, ich besuche dort unsere Tochter und fahre mit ihr zusammen heim...icon_smile.gif

Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
GabrielaA
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 5605
Wir waren vor 2 Jahren komplett ohne Kinder 2 Wochen in den Ferien. Sie waren in einem Lager in Finnland. Mein Mann ist dann ganz anders, er liest mir jeden Wunsch von den Augen ab icon_biggrin.gif

Letztes Jahr kam Junior eine knappe Woche mit uns, dann luden wir ihn zu Hause ab und fuhren alleine etwa 10 Tage weg.

Dieses Jahr wird er ebenfalls die ersten 10 Tage mitkommen, danach fährt er nach Hause und wir gehen wieder alleine 10 Tage weiter. Wohin entscheiden wir spontan.

Der Grosse ist im Militär, den sehe ich nur kurz am Wochenende. Aber ich habe ich sehr schnell daran gewöhnt. Trotzdem denke ich sehr häufig an meine Kinder. Mit dem Jüngeren habe ich jeweils telefonisch Kontakt.
GabrielaA
Dabei seit: 18.10.2002
Beiträge: 5605
Mich würde etwas anderes Wunder nehmen:
Es heisst doch, wenn Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie gross sind, gib ihnen Flügel.

Was aber, wenn das Kind erwachsen ist, Flügel hat, aber infolge Krankheit nicht (mehr) fähig ist, die Flügel zu gebrauchen? Sollen/müssen wir uns als Eltern wieder einmischen, dem Kind helfen? Oder sollen/müssen wir zusehen, wie es selbst lernt, aus dieser Situation heraus zu kommen?

Ich glaube, ich würde da auch alles versuchen, meinem Kinde zu helfen, damit es wieder im Stande ist, seine Flügel zu benutzen.

Was denkt ihr darüber?
Madruna
Dabei seit: 25.04.2011
Beiträge: 361
GabrielA

Ich habe so ein Kind: Die Wurzeln geben zu wenig Halt, die Flügel sind instabil, das innere Navigationsgerät funktioniert nicht und die zahlreichen Fluglotsen werden nicht erhört.
Der Flug ist nicht linear, sondern wellenförmig. So auch meine Verfassung: Ich helfe, unterstütze und bin besorgt für optimale Bedingungen, aber vorwärts gehen muss mein Kind selber.

So ist es ein Unterstützen und Loslassen gleichzeitig.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 12.07.2018 um 22:37.]
goodie
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 12.11.2011
Beiträge: 3316
Ja auf jeden Fall GabrielaA. Ich denke das hört nie auf, wenn er weiß dass er immer wieder auf Euch zählen kann, kann er *üben mit dem fliegen* wenn er jetzt alleine gelassen wird, kann es dann nicht sein dass er vielleicht so abstürzt und sich nicht mehr in die Selbstständigkeit traut?

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi
thea
Dabei seit: 28.06.2013
Beiträge: 876
@goodie
Schön geschrieben... ich stelle es mir auch so vor, dass es einem Kind gut tut, wenn es nach einem nicht optimalen "Flugversuch" wieder ins Nest zurück krabbeln darf, da ohne grosse Vorwürfe wieder aufgenommen, ermutigt und gestärkt wird für einen erneuten Versuch...

@Madruna
Du sagst es...unterstützen und loslassen gleichzeitig ist manchmal sehr schwer... ich denke oft an meine eigene Jugendzeit zurück, da gab es einfach ganz viel Vertrauen und immer eine offene Türe.
Madruna
Dabei seit: 25.04.2011
Beiträge: 361
Thea
Das tönt gut mit dem Vertrauen und ohne Vorwürfe und ist auch so bei uns.
Bei uns ist die Situation so, dass meine Tochter (18 Jahre) gar nicht fliegen will. Die Umstände sind günsig, der Weg ist geebnet, die Einschränkung wird von allen Seiten berücksichtigt (IV, Familienbegleitung, Lehrstelle).
Aber diesen Weg will sie nicht gehen und auch keinen anderen. Aber die Annehmlichkeiten des Lebens passen dann schon: Ausgang, Rumhängen, Geld ausgeben).
Die Pubertät hemmt die Entwicklung beim bereiteten Weg.
Ich stütze und ermutige, lobe und begleite, bin da und dennoch kann ich nicht an meiner Tochter ziehen. Die Schritte muss sie selber machen wollen.

Das macht es so schwierig: auf die Einschränkung eingehen und den pubertären Vorstellungen (8.5h arbeiten täglich ist Sch....) mit Grenzen begegnen.


[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 13.07.2018 um 13:47.]
Annythe1996
Dabei seit: 24.07.2018
Beiträge: 4
Kann ich auch verstehen.
Kristin80
Dabei seit: 18.07.2018
Beiträge: 10
Es natürlichen schon schwer. Ich finde es aber sehr schön die Kinder heran wachsen zu sehen und ihnen bei der Entwicklung zu helfen... Aber sie werden so schnell groß..... LG