Ex-Frau zieht mit Kindern weg. Was tun?

lirumlarum122
Dabei seit: 18.09.2013
Beiträge: 202
@blue64: findest du es nicht schade um die viele Zeit, die dabei draufgeht? Für eine beschränkte Zeit mag das ja gehen, aber ich wüsste soooo viel gescheiteres anzufangen mit diesen Stunden als ohne Not im Auto zu sitzen. Klar, wir Schweizer sind da wohl von Haus aus ein bisschen verwöhnt....
Blue64
Dabei seit: 20.08.2003
Beiträge: 1456
lirumlarum, ich hab's weiter vorne schon geschrieben: ich führe und führte mit meinen Jungs im Auto oft sehr innige, sehr intensive Gespräche! Und manchmal blödeln wir einfach - auf jeden Fall ist es eine Zeit, in der die Jungs nicht abgelenkt sind!

Gemeinsame Zeit zu haben - was kann dabei "schade sein"?

Und sooo viel Zeit ist es wirklich nicht! Wie gesagt, es liegt am Vater, es positiv zu sehen jnd danach handeln und nicht negativ!



Ich denke, also bin ich hier falsch !
hanni6
Dabei seit: 25.03.2004
Beiträge: 665
Ob der Weg zu weit ist oder drinliegt - diese Einschätzung wird der Betroffene wohl selber machen können - dazu braucht er die Erfahrung von Verwandten von Forumsmitgliedern nicht. Tatsache ist, dass hier eine verbindliche Abmachung nicht eingehalten wird. Und es geht nicht nur um den "Besuchsweg" , sondern auch darum, dass die zusätzlichen km spontane Unternehmungen einschränken.

Ich kann mir auch vorstellen, dass der TE eine Art "emotionale Entfernung" seiner Kinder wegen der weiteren Distanz befürchtet.
Blue64
Dabei seit: 20.08.2003
Beiträge: 1456
"hanni6" schrieb:


Ich kann mir auch vorstellen, dass der TE eine Art "emotionale Entfernung" seiner Kinder wegen der weiteren Distanz befürchtet.


Als ob Kinder nach dem Prinzip "Aus den Augen, aus dem Sinn" leben!!!icon_rolleyes.gif

Hat er bis jetzt eine innige und enge Beziehung, bleibt die, wenn er auch ein wenig mehr Aufwand hat! Aber Kinder spüren, ob zB Skype-Anrufe von ehrlichem Interesse an ihrem Alltag sind oder nur Alibi-Handlungen! Auch spontane Anrufe, einfach, um sie wissen zu lassen, dass man sie liebt und vermisst, können sie gut taxieren.

Er muss einfach mittels gültiger Gesetze die finanzielle Lage klären, aber so, dass nicht die Kinder leiden! Aber 260 km sind beleibe keine Tragödie - ausser man will sie dazu machen!



Ich denke, also bin ich hier falsch !
ht
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 17.05.2016
Beiträge: 7
In der Zwischenzeit sind bald zwei Jahre vergangen und ich kann berichten wie es weiter ging. Die Kinder sind also umgezogen und leben seit dann 130 km entfernt.

Alle 2 Wochen fahre ich über eine extrem stauanfällige Autobahn und hole die Kinder ab. Das sind am Freitagabend 4 Stunden hin und zürück und am Sonntag nochmals das gleiche. Daran habe ich mich gewöhnt. Ich geniesse die Zeit sogar da ich dann meine überfälligen Podcasts höre bzw. mit den Kids gute Gespräche führe. Abgesehen davon, dass es geschäftlich/logistisch schwierig ist immer genau auf die Minute vor Ort zu sein, klappt das ganz gut.

In den ersten Wochen habe ich regelmässig angerufen. Alle 2 Tage habe ich mich gemeldet und die Kinder hatten Freude mich zu hören. Sie erzählten von der Schule und ich hatte spontan den Eindruck, dass die Distanz lösbar wäre. Nach etwa 2 Monaten teilte mir meine Ex. dann mit, dass meine Telefonate in der neuen Beziehung zu viel Unruhe verursachen würden und ich nur noch 1x pro Woche anrufen soll. Ich definiere also einen Abend und dachte zuerst an einen Witz. Aber weit gefehlt: An allen anderen Tagen nimmt seit dann niemand das Telefon ab wenn ich anrufe. Nur an dem definierten Abend. Rund alle 2-3 Wochen sind sie aber unterwegs und können nicht/vergessen zur vereinbarten Zeit daheim zu sein. Das bedeutet dann, dass ich die Kids manchmal 2 Wochen nicht höre bis ich sie abhole. Trotz mehrfach geäussertem Wunsch konnten wir noch nie skypen. Jedes mal ein neuer Grund, weshalb es nicht geht.

Zu den Elternabenden in der Schule werde ich gar nicht mehr eingeladen. Da geht jetzt der neue Partner hin.

Vor 2 Monaten teilte mir mein Sohn (11 Jahre) mit, dass er nicht mehr komme da er nicht Lust habe immer soweit zu fahren und ihm die Mutter erlaubt habe bei ihm zu bleiben. Seine Sachen bei mir hat er seiner Schwester verschenkt. Seit dann verweigert er jegliche Kommunikation. Genau so seine Mutter.

Meine Tochter (7 Jahre) kommt im Moment immer noch gerne. Sie beklagt sich auch über die Distanz findet es aber spannend an einem anderen Ort zu sein und ist naturgemäss jetzt in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt.
Universum
Dabei seit: 13.05.2013
Beiträge: 1529
Danke für dein Update- traurige Entwicklung..
Deine Kinder werden sich eine eigene Meinung bilden können, wenn sie erwachsen sind. Dann wird sich ihre Sicht auf die Dinge ändern. Dann möchte ich nicht in der Haut ihrer Mutter stecken. Schwacher Trost, ich weiss..

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 01.03.2018 um 08:03.]

Versprich nichts, wenn Du glücklich bist.
Antworte nicht, wenn Du wütend bist
und triff keine Entscheidungen wenn Du traurig bist.

Autor unbekannt.
thea
Dabei seit: 28.06.2013
Beiträge: 876
Auch ich danke Dir für Deine Rückmeldung - so wie Du beschrieben hast, hast Du alles Dir mögliche gemacht, um den Kontakt mit den Kindern zu halten, Respekt!
Es tut mir leid, dass Dein Sohn im Moment nicht mehr zu Dir kommen möchte, da spielt nebst der Beeinflussung von zuhause sicher auch sein Alter und seine Entwicklung eine Rolle. Ich sehe es an unseren Kindern, die Schule und Freizeitaktivitäten nehmen sehr viel Raum ein, zudem möchten sie die freie Zeit immer öfter mit Kollegen verbringen. Damit verändern sich Interesse und Zeitfenster für gemeinsame Familienzeit, vieles spielt sich nun in Randstunden und spontan ab, was bei dieser Distanz natürlich schwer möglich ist... Gerade deshalb wäre es schön, wenn wenigstens der Kontakt via Gespräch/Nachrichten möglich wäre und veilleicht ab und zu ein paar gemeinsame Ferientage.
Halte das Herz, die Ohren und Türen offen für ihn, so dass er weiss, dass er immer zu Dir kommen kann, wenn er möchte. Wenn nicht jetzt, dann vielleicht als Erwachsener, so wie Universum schreibt.
goodie
Dabei seit: 12.11.2011
Beiträge: 3304
Finde es auch eine traurige entwicklung. Der Vater wird aufs abstellgleis gestellt, allerdings würde ich auf jeden fall zu den Lehrern kontakt halten und interesse zeigen und du kannst drauf bestehen dass du benachrichtigt wirst.
Zwingen? Nein das würde ich ihn nicht, es ist das Alter und wenn er dann wenigstens in die Ferien kommt dann nutze dann die Zeit.

Klar hat die Mutter einfluss, auch wenn sie es nicht bewusst macht, aber sie hat es und sie macht es immer zu ihrem Vorteil. Schad dass es solche Mütter gibt, tut mir echt leid für dich. Kenne solche Fälle auch in meinem Bekanntenkreis, traurig traurig, vor allem gibts ja genug Väter die keinen Kontakt wollen aber wenn sich ein Vater dann doch einsetzt dann wird es oft verhindert.

Mach das beste draus, gib deine Kinder nicht auf und bleib am Ball, du wirst dafür sicher einmal belohnt.

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi
ht
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 17.05.2016
Beiträge: 7
Und schon sind wieder 6 Monate rum. Ein kurzer Zwischenbericht: Die Grundstruktur ist unverändert. Ich fahre alle zwei Wochen 2x 400km zum Wohnort der Kinder und bringe sie am Sonntagabend pünktlich wieder zurück. Meinen Sohn konnte ich überzeugen, dass er wieder kommt und wenn seine Freizeitaktivitäten es zulassen ist er mit dabei. Aufgrund der Distanz habe ich mich (leider) damit abgefunden, dass ich kaum noch am Alltag der Kinder teilhaben kann.

Was wirklich ärgerlich und hässlich ist, ist die Tatsache, dass meine Ex. nichts unversucht lässt um einen Keil zwischen die Kinder und mich zu treiben. Ein Beispiel: Den Termin für eine Theateraufführung oder ein Elterngespräch meiner Tochter erfahre ich am Tag vorher! Es ist mir dann leider oft nicht möglich derart kurzfristig die lange Fahrt und die Zeit vor Ort einzuplanen. Sie sagt meiner 7-jährigen Tochter, dass der "Papa nicht kommen wollte". Das führt dann (logischerweise) jedes mal zu einer riesen Enttäuschung, die mir meine Tochter beim nächsten Besuch weinend mitteilt.

Da ich gegenüber den Kinder keine negativen Aussagen über ihre Mutter machen will versuche ich meine Abwesenheit dann ganz sachlich zu erklären. Leider mit mässigem Erfolg.

So ist es ein ewiges Auf und Ab. Emotional nicht immer einfach zu ertragen da es mich jeweils gefühlsmässig mitnimmt und das (latente, stille) schlechte Gewissen aktiviert.
Madruna
Dabei seit: 25.04.2011
Beiträge: 361
Hallo ht

Du machst das vorbildlich. Bleib dran.
Die Kinder sind noch jung. Wie das hier schon beschrieben wurde, werden sie bald ihre eigene Meinung äussern und die Situationen hinterfragen.

Ich bin in der gleichen Position als Mutter: die Kinder haben mit ca. 17/18 Jahren ihren Durchblick geäussert. Und das ist tröstlich.

Wo du ehrlich sein darfst: Wenn dich die Kinder fragen, warum du nicht zum Gespräch, zur Aufführung, etc gekommen bist, dann darfst du sagen, du habest den Termin erst am Tag vorher erfahren. Und das war zu kurzfristig.
Du redest so nicht schlecht über ihre Mutter, aber du gibst die Tatsache wieder.
Die Kinder werden sich dann bei der Mutter einsetzen, dir das nächste Mal den Termin früher mitzuteilen oder sie werden es direkt bei dir tun.
Wie die Mutter dann gegenüber den Kindern reagiert, kann man sich vorstellen. Sie werden es jedoch durchschauen. Vertraue darauf.