Expartner wird wieder Vater

Millie
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 04.04.2017
Beiträge: 1
Hallo zusammen

Ich suche Frauen oder Männer die die Erfahrung gemacht haben wie es ist wenn der Vater des Kindes nochmals eine Familie gründet mit einer neuen Frau.
Wie reagieren die gemeinsamen Kinder darauf?
Ist es möglich dass sich die Kinder überhaupt richtig zugehörig fühlen können?
Überwiegt die Freude am Stiefgeschwister oder doch der Neid dass das neue Kind im gleichen Haushalt leben darf wie der Vater?
Wie unterscheiden sich die Gefühle des Vaters zu seinen Kindern die er im 2 Wochen rhythmus sieht zum neuen Kind?
Wie seid ihr das ganze angegangen?

Zu uns gibt es zu sagen dass wir uns trennten bevor unser kind 1 Jahr alt war. Trennung, Scheidung usw. soweit in Freundschaft durchgezogen. Öfters mal Meinungsverschiedenheiten betreffend Kindererziehung, Kindswohl etc. aber im normalen Rahmen wie wohl bei "normalen Familien auch.

Die neue Beziehung meines Exmannes besteht knapp ein Jahr. Dazu gehört auch ein Kind aus einer früheren Beziehung seiner Freundin. Unser Tochter ist 7 Jahre alt und in 6 Monaten kommt das Stiefgeschwister zur Welt.
Ich mache mir im Moment viele Gedanken und möchte mein Kind einfach gut darauf vorbereiten. Ich will nicht dass sie enttäuscht wird oder sich Sorgen macht um ihre Beziehung zum Papi. Sie weis aktuell noch nichts vom Nachwuchs, hat aber jetzt bereits mühe damit zu akzeptieren das das Kind von Papis Freundin mehr Zeit mit ihm verbringen kann als sie. Ich weis das auch im als Vater wichtig ist dass seine Tochter sich wohlfühlt, jedoch macht er sich lange nicht so viele gadanken (oder zumindest icht die gleichen) und geht das ganze eher männlich anicon_wink.gif

Ich würde mich sehr über Antworten, Tipps und Erfahrungsberichte freuen.
Lg Milie
Ria
Dabei seit: 23.07.2012
Beiträge: 107
Erst kürzlich hatte ich ein Gespräch mit einer Maturandin, die ihre Arbeit über Patchworkfamilien schreibt.
Sie erzählte mir, wie es für sie war: "Ich habe mir überlegt, dass ich jetzt eifersüchtig sein könnte, aber das wollte ich nicht. Und heute liebe ich meine 15 Jahre jüngere Stiefschwester sehr und sie mich auch."

Dies zeigte mir so eindrücklich, dass es eine Entscheidung ist, wie das Kind damit umgehen will.
Auch euer Kinder wird eine Wahl treffen. Und du kannst sie noch so gut darauf vorbereiten, aber es liegt nicht in deiner Hand.
Gut zu wissen, dass die Tochter dem Vater wichtig ist.

Was du als Mutter aber tun kannst: Trau deiner Tochter zu, dass sie das schaffen wird, auch wenn es nicht immer einfach ist. Sie darf sich auch darüber freuen. Und natürlich wird es auch Momente geben, wo sie sich etwas anderes lieber wünschen würde, aber so ist das Leben und sie wird es meistern.
Wenn du aber mit ihr Mitleid hast, wird ihr Leid dadurch nur noch vergrössert. Und das willst du ja nicht.

wozu ich mir das wohl in mein Leben eingeladen habe?
Rosamimosa
Dabei seit: 07.08.2017
Beiträge: 7
Liebe Millie,

ich muss dir ein ganz großes Kompliment machen: ich finde es super, dass das mit der Trennung/ Scheidung so gut geklappt hat und dass du den Anspruch hast, deine Tochter in dieser neuen Situation zu begleiten!

Obwohl Ria natürlich recht hat, dass das Kind sich auch aktiv für die Liebe zum neuen Geschwisterchen entscheiden muss, glaube ich, dass es wichtig ist, für eventuelle Gefühle von Rivalität/Eifersucht usw. einen sicheren Raum zu schaffen. Es ist normal, sich so zu fühlen und es bedeutet ja nicht, dass man das kleine Geschwisterchen deswegen weniger liebt.

Faktisch stimmt es einfach, dass ihr Vater mit der Geburt des neuen Kindes weniger Zeit, Aufmerksamkeit und vielleicht auch Geduld für sie haben wird. Wichtig ist es meines Erachtens, das nicht zu verleugnen, sondern ihr das ganz genau zu erklären und sie so aktiv wie möglich in den Umgang mit dem Baby einzubinden. Wenn sie früh mit dem kleinen Geschwisterchen interagiert, es herumtragen und bei den Verwandten vorzeigen darf usw., dann wird sie sich sicherlich viel, viel schneller in die Rolle der beschützenden großen Schwester einfinden, als wenn man ihr einfach verbietet, eifersüchtig zu sein, weil es einem nicht in den Kram passt oder weil das ein Gefühl ist, welches in unserer Gesellschaft sehr negativ konnotiert ist.

Ich an deiner Stelle würde einfach das Gespräch mit dem Vater suchen und mit ihm (und sofern der Kontakt vorhanden und auch gut ist auch mit seiner neuen Partnerin) einen "Schlachtplan" aufstellen, damit ihr auch alle in das gleiche Horn blast. Gerade widersprüchliche Botschaften könnten für deine Tochte in dieser Umstellungsphase besonders schwierig zu verarbeiten sein.

Ich weiß noch, dass ich meinen Bruder anfangs gehasst habe, weil sich alles nur um ihn drehte und meine Mutter damit auch nicht sehr umgegangen ist. Meine Großmutter hat mich dann aber immer gezielt in die Babypflege einbezogen, mir Spiele für ihn gezeigt usw. und dann konnte ich gar nicht mehr genug davon bekommen, ohn rumzutragen und zu bespaßen. Seitdem haben wir ein sehr einges und positives Verhältnis, obwohl wir auch Halbgeschwister sind icon_smile.gif

Ich hoffe, dir ein wenig geholfen zu haben und wünsche dir und deiner Kleinen alles, alles Gute für die Umstellung!

Liebe Grüße
Rosa
goodie
Dabei seit: 12.11.2011
Beiträge: 3373
Geschwister zu haben ist etwas schönes auch wenn es *Stiefgeschwister* sind. Lass sie ihre Rolle ausleben. Wenn man mehrere Kinder hat muss man die Zeit auch teilen mit den Kindern, das ist doch so normal. Sie bleibt doch trotzdem sein Kind.
Versuche deine Gefühle in den Griff zu bekommen und motiviere sie, dass sie genau so seine Tochter ist und sich seine Gefühle ihr gegenüber nicht verändern. Man kann sich auch unnötig in solche Gedankenspiele verhedern.
Mittlerweile sind ja schon 4 Monate vergangen und die Nachricht vom Baby offiziell, wie geht's?

„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi