Meine Tochte möchte nicht zum Vater

Miggu78
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 14.05.2016
Beiträge: 2
Hallo zusammen! Meine Tochter ist 8 Jahre alt. Seit 3 Jahren sind ihr Vater und ich geschieden und seit daher ging sie jedes 2. Wochenende, zusammen mit dem 10-jährigen Bruder, zu ihrem ihm. Seit letztem Sommer wohnt der Vater nun bei seiner neuen Freundin, die selber auch geschieden ist und 2 Kinder hat (Mädchen 9 und Junge 11 Jahre). Am Anfang ging alles super, es war zwar schon immer etwas schwierig und es hat schon ab und zu Tränen gegeben, aber wenn sie dann beim Vater war, war das vergessen. Aber seit Januar 2016 will meine Tochter einfach nicht mehr zum Vater. Sie weint bereits eine Woche vorher jeden Tag, manchmal sogar in der Schule und am Freitag Abend, wenn es dann soweit ist, ist es ganz schlimm. Wenn sie dann dort ist und sie sie irgendwie ablenken können, dann geht es, aber spätestens am Abend für ins Bett, kullern wieder die Tränen. Es tut mir im Herzen weh! Wir haben uns auch schon mal alles zusammengesetzt und darüber geredet wieso das so ist, aber sie kann es selber nicht sagen. Sie sagt einfach, dass sie mich vermisst. Auch wenn ich mit ihr alleine rede, kommt immer diese Antwort. Was soll ich nur tun? Auf der einen Seite möchte ich nicht, dass sie leiden muss, aber auf der anderen Seite, kann ich doch dem Vater nicht das Kind nehmen. Er ist ein wirklich toller, liebevoller Vater (was die Kleine auch bestätigt). Ich bin wirklich ratlos und weiss nicht mehr was ich tun soll. Ich war auch schon mit ihr in der Kinesiologie und wir haben ihr Bachblüten gegeben, aber das hat alles nicht geholfen. Hat mir vielleicht jemand einen Tip, oder viellecht etwas ähnliches erlebt? Ich bin dankbar für jede Hilfe. Danke!
goodie
Dabei seit: 12.11.2011
Beiträge: 3372
Das vermissen ist eigentlich natürlich und ich denke dass das irgendwann wieder vorüber geht. Gut zureden kannst du ihr und mit den Bachblüten sicher weiter machen.
Kann auch sein dass sie dich dann ganz fest vermisst wenn alle 4 Kinder zusammen sind und sie sieht wie die Freundin mit ihren Kinder umgeht. Aber auf keinen Fall würd ich jetzt diese Regelung umkippen und sie nicht mehr schicken.


„Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg."

Mahatma Gandhi
Universum
Dabei seit: 13.05.2013
Beiträge: 1515
Da ihr offensichtlich ein gutes Verhältnis habt alle zusammen- wäre es eine Option, dass der Vater zu euch kommt für die Besuchstage?

Versprich nichts, wenn Du glücklich bist.
Antworte nicht, wenn Du wütend bist
und triff keine Entscheidungen wenn Du traurig bist.

Autor unbekannt.
Miturings
Dabei seit: 23.05.2016
Beiträge: 10
Vielleicht den Vater hinzunehmen und mit dem Kind besprechen, was eigentlich los ist?
Vielleicht liegt es nicht am Vater, sondern an den anderen Kindern?
Miggu78
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 14.05.2016
Beiträge: 2
Hallo zusammen
Vielen Dank für eure Beiträge. Ich denke schon, dass es einfach das vermissen ist, denn wir haben auch schon versucht, dass der Vater die Kinder mal an einem Wochenende alleine nimmt und mit ihnen etwas unternimmt, aber sogar das will sie gar nicht.
Dass der Vater zu uns kommt die Kinder besuchen wäre natürlich eine Möglichkeit, aber da sträubt sich mein Exmann. Er möchte sie halt einfach das ganze Wochenende bei sich haben und sagt, dass wenn wir jetzt nachgeben, sie gar nicht mehr zu ihm will. Ich verstehe ihn, aber meine Kraft lässt langsam nach und ich kann nicht mehr. Am liebsten würde ich sie bei mir behalten, aber das ist ja auch nicht die Lösung und vor allem schlimm für den Vater.
kaye
Dabei seit: 25.11.2009
Beiträge: 977
Gibt es irgendwas, was sich bei Dir zuhause verändert hat oder verändern wird? (zB. neue Arbeitsstelle, Schulanfang, Umzug?) Sie vermisst Dich an den Papa-Wochenenden. Vielleicht kann das gebessert werden, indem sie sonst ganz ganz viel (Zeit und Zuwendung) von Dir bekommt?
Oder dass Du ihr versprichst, dass sie, wenn sie Sehnsucht hat, Dich jederzeit, auch in der Nacht, anrufen darf?
Sie ist doch noch recht klein. Irgendetwas überfordert sie, sie kann ja selber nicht sagen, was, ausser dass die Geborgenheit fehlt. Ich würde sie nicht zwingen, sondern eine Lösung zum Kontakt mit dem Vater finden, die auch für sie gut ist. (und wenn es halt zeitlich weniger ist, zB. ein Nachmittag zusammen spielen) Ist doch besser, als unter Zwang eine ganz schlechte Assoziation zu haben zu den Vaterwochenenden. Ein Kind entwickelt sich, vielleicht ist es schon in einem Jahr ganz anders und sie geht wieder gern zum Übernachten.
fraulein
Dabei seit: 26.10.2003
Beiträge: 1646
Ueberlege dir folgende Situation:
Deine Tochter hatte mit ihrem Bruder, der Patchwork-Familie schöne Weihnachten. Fühlt sich mehrheitlich wohl.

Plötzlich wird ihr vielleicht bewusst, dass du dann ja alleine bist, wenn sie beim Papa ist und denkt, dass du deswegen traurig bist und sie umgekehrt sich nicht beim Papa wohlfühlen darf.

Sie hat dort mit dem Papa eine "klassische" Familie und bei dir nicht. Du bist alleine.

Vielleicht kann sie es gar nicht so ausdrücken, weil es ihr so nicht ganz klar ist. Selbst wenn du sagst, dass es dir gut geht, wird sie möglicherweise ein schlechtes Gewissen haben und/oder dir nicht glauben.

Ich hatte ähnliches mit meiner Tochter. Sie wird jetzt mit 16 zum Vater ziehen, obwohl sie lange Zeit immer ungern zu ihm ging und auch nie mal ein paar Wochen bei ihm leben wollte. Plötzlich braucht sie es, will sie es noch erleben, die "Familie", den Papa. Allerdings hatte sie immer die Papa-Wochenenden eingehalten, da bestand ich darauf. Und sie fühlte sich dann auch (meist) wohl.

Dass der Ex-Mann plötzlich Wochenenden bei dir verbringen soll, damit er die Tochter sehen kann, wäre für mich auch ein No-Go. Es löst die Situation nicht. Er unternimmt ja auch mal was alleine mit den Kindern, wenn sie bei ihm sind (das ist wiederum wichtig). Das gehört auch für die Kinder zum Lernprozess dazu.