Global Belly - Theaterstück zu Leihmutterschaft am Theater Tuchlaube Aarau

Flinn Works
Dabei seit: 01.11.2017
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Die enthusiastische junge Frau, die gern kinderlosen Paaren hilft; das schwule Paar mit Kinderwunsch; die Aktivistin, die zwischen drei Kontinenten hin und her jettet; die Botschaftsangestellte, die die halblegalen Schleichwege kennt, damit das Kind den ‚richtigen’ Pass bekommt; und die indische Ärztin, die Leihmütter medizinisch betreut: Aus fünf ganz unterschiedlichen Perspektiven zeigt die deutsche Gruppe Flinn Works vom 1. bis zum 4. November 2017 in ihrem Recherchetheater „Global Belly“ im Theater Tuchlaube Aarau die menschlich bewegenden Geschichten, die sich hinter dem weltweiten Geschäft mit der Leihmutterschaft verbergen.


Der unerfüllte Kinderwunsch treibt Paare aus Deutschland und der Schweiz ins Ausland. In Indien, den USA und der Ukraine beauftragen sie Leihmütter, ein Kind für sie auszutragen. Die Wunscheltern umgehen dabei rechtliche Grenzen und betreten moralisches Neuland. Flinn Works hat in allen fünf Ländern recherchiert um der transnationalen Leihmutterschaft auf den Grund zu gehen: Ist sie ein Segen der Medizin oder Kolonialisierung der Körper? Ist das Austragen eines fremden Kindes Arbeit oder Nächstenliebe? Wie hoch wird diese 'Liebesarbeit' bezahlt? Seit Leihmutterschaft in Ländern wie Indien und Thailand verboten ist werden Eizellen, Embryonen und Leihmütter durch die ganze Welt geflogen. Denn wo medizinische Möglichkeiten auf den Kinderwunsch unfruchtbarerer oder schwuler Paare treffen, finden Kinder einen Weg in die Welt. Sie existieren und brauchen jetzt einen Pass. Aber welchen?
Der boomende Wirtschaftszweig wird in seiner moralischen Vielschichtigkeit und emotionalen Polarisierung, seinen rechtlichen Grauzonen und medizinischen Realitäten auf die Bühne gebracht. In einem multiperspektivischen Parcours treffen windige Agenturchefinnen auf zufriedene Leihmütter und streitendende Feminist*innen auf liebevolle Wunschväter. „Global Belly“ portraitiert Menschen im Leihmutterschafts-Geschäft zwischen grenzenloser Sehnsucht, fein justierter Initimität, heißen Debatten und der kühlen Logik des Marktes.

Die Sonntagszeitung berichtete im Juni 2017 von einem aktuellen fall, der die rechtliche Seite des Themas Leihmutterschaft beleuchtet: www.tagesanzeiger.ch

Kritik Radio rbb Berlin: "Über die transnationale Leihmutterschaft hat Flinn Works in fünf Ländern recherchiert und diese Sorgfalt merkt man der Produktion an. Sie hat Tiefe, weil sie verschiedenste Perspektiven und Argumente gegeneinander antreten lässt. Trotzdem wedelt die Performance dabei nie mit dem erhobenen Zeigefinger. Im Gegenteil: sie ist spielerisch und unterhaltsam, es gibt auch einiges zu lachen."

Öffentliche Aufführungen
Mi 1. Nov 20:15 „Give as much as you can“
Do 2. Nov 20:15
Fr 3. Nov 20:15
Sa 4. Nov 19:00

http://tuchlaube.ch/index.php?nav=19

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