Wie haltet ihr Situationen aus die ihr momentan nicht ändern könnt

Aly
ThemenerstellerIn
Dabei seit: 16.10.2002
Beiträge: 64
Ich möchte dieses Thema eröffnen um mich mit gleichgesinnten auszutauschen, einander Mut zu machen und hoffentlich viele Tipps zu erhalten.

Leider hatte ich keine schöne Kindheit und bin Moment auch daran dies mit Hilfe aufzuarbeiten. Aber ich komme deswegen immer wieder an meine Grenzen, vor allem wenn es um die Zukunft meiner Kinder geht.

Im Sommer beendet mein Sohn seine Ausbildung. Er hat einen eher seltenen Beruf erlernt und das bekommt er nun bei der Stellensuche zu spüren. Stellenangebote praktisch bei null und wenn einmal eine online ist, dann in Teilzeit und natürlich werden Berufserfahrungen etc. erwartet. Leider ist er (noch) nicht offen für anderes und wir sind da ehrlich gesagt auch ein wenig überfordert was alles möglich ist nach einer Lehre. Die BM2 fällt weg, da er die Aufnahmeprüfung nicht bestanden hat. Die RS musste er anfangs Jahr festlegen und da er da noch nicht wusste ob es mit der BM klappt, hat er diese auf 2021 angesetzt.

Ich weiss, das geht vielen jungen Menschen so und es sind ja noch ein paar Monate hin. Aber durch meine "Vorgeschichte" mache ich mir unentwegt Sorgen, kann an nichts anderes mehr denken, bin richtig blockiert für anderes. Diese Situation ist kaum auszuhalten.
Evt. gibt es unter euch auch Mütter/Väter die das gleiche durchmachen oder durchgemacht haben und mir Ratschläge hätten oder wir einander einfach Mut zusprechen. Es würde mich sehr freuen.
fraulein
Dabei seit: 26.10.2003
Beiträge: 1633
Gott, gib mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden

Hoi Aly

Du hast Baustellen, die aber nicht alles DEINE Baustellen sind. Auch wenn man als Mutter mitfühlt und Rat geben kann (und will), es ist auch an dir zu lernen, dass z.B. dein Sohn eben selbst Initiativen ergreifen muss. Blindbewerbungen, nicht warten, bis etwas kommt. Wissen, dass er Geld daheim abgeben muss oder Kosten hat (z.B. KK) und er dafür ein Einkommen generieren muss.

Ich hatte viele solche Situationen, in denen ich einfach lernen musste, wo meine Grenzen sind. Manchmal schafft man das erst, wenn man ganz am Boden ist. Manchmal merkt man: stopp, aufhören .... Ich hab mir da manchmal ein Karussell vorgestellt, das sich immer dreht und ich hab dann mit dem Fuss gestoppt. Visualisierung kann also gut funktionieren icon_smile.gif

Es gibt ganz viele Menschen, die ähnliches in irgendeiner Form mitmachen. Vielleicht tröstet es dich zu hören, dass es anderen auch so geht. Dennoch musst du deinen eigenen Weg finden. Möglicherweise kannst du eine deiner Therapiestunden mal darauf verwenden, geeignete Wege zu finden wie du loslassen und entspannen kannst. Alternativ versuche Klangschalen oder autogenes Training, Yoga, Meditation etc.

Alles Gute.
pluto
Dabei seit: 23.10.2002
Beiträge: 2323
Irgend etwas kann man immer ändern, ansonsten ist es nicht die eigene Baustelle und muss einem auch nicht belasten.

Das Militär ist oft flexibler als man denkt und sonst ist man einfach nur beim falschen Sachbearbeiter angelangt.

Wie Faulein auch schon angetönt hat, deinem Sohn klar machen, was das Leben nach der bezahlten Grundausbildung als erwachsener Mensch kostet.

Auch sonst hat Faulein schon die wichtigsten Punkte angesprochen, was du bei dir ändern KANNST ist los zu lassen und seine Probleme nicht mehr zu deinen zu machen. Mit diesem emotionalen Abstand kannst du ihn immer noch beraten und helfend unterstützen, seine Probleme lösen muss er aber selber.

Der denkende Mensch ändert seine Meinung. (F.N.)